Großer Umbau: Regensburger Regina Kino verliert seine „Kuschelecke“ – und gewinnt trotzdem dazu

Von Jonas Raab · 26. Mai 2026 um 19:00

Dem Regina Kino in Regensburg steht ein Einschnitt bevor. Das Filmtheater wird umgebaut. Yvonne Kühl, seit bald eineinhalb Jahren Chefin im Regina, versucht sich an einem Spagat. Das Lichtspieltheater soll moderner werden – und gleichzeitig „in der Zeit zurückgehen“. Das hat sie geplant.

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„Es gab keine andere Möglichkeit“, sagt Yvonne Kühl, kurz nachdem sie auf der Eckbank zwischen Marilyn Monrone, James Dean und Charlie Chaplin Platz genommen hat. Ihre Bilder kommen weg – mehr noch, die ganze „Kuschelecke“, die viel vom Charme des Regina Kinos ausmacht, muss weichen. „Die Leute hängen sehr daran. Dessen sind wir uns bewusst.“ Und trotzdem kommt hier ’ne Spülmaschine hin.

„Wir bringen den Glanz zurück ins Regina“, verspricht Kühl. Es werde „plüschig, gemütlich und einladend.“ Noch eine Aufzählung hat die Kinochefin parat: „Elektrik, Heizung, Wasser: Es wurde immer wieder mal was gemacht.“ Aber jetzt bedürfe das in den 1930er-Jahren als Getreidespeicher errichtete Haus „einiges an Modernisierung“. Das beste Beispiel: der Lokus. „Wir sind ja bekannt für die kleinsten Toiletten Regensburgs.“ Die werden ausgebaut und barrierefrei. „Das wird wohl die meisten Gäste freuen.“

„Hingucker“ im Regina Kino in Regensburg: Stammgast entwirft neuen Tresen

Auch im Foyer will Kühl mehr Platz schaffen. Der halbrunde Tresen aus den 1980er-Jahren kommt weg. Roland Pöppl, Architekt und Regina-Stammgast, habe einen neuen, geschwungenen Tresen entworfen – „ein ganz besonderes Designelement“, schwärmt Kühl. Diesem „Hingucker“, der nicht mehr so weit in den Raum hineinragen soll wie sein Vorgänger, fällt die Sitzecke zum Opfer. „Das hier hinten wird Arbeitsbereich“, erklärt Kühl.

Geschäftsführerin Yvonne Kühl sitzt in der kleinen Ecke gleich neben dem Eingang im Regina Kino in Regensburg. Die Plätze wandern in den ersten Stock. - Foto: Jonas Raab

„Klar, viele können sich das Regina ohne diese Ecke gar nicht vorstellen, aber oben wird es genauso schön und gemütlich.“ Dort sollen die Sitzplätze ersetzt werden. Die Bilder ziehen mit hoch. Damit im ersten Stock ein größerer Cafébereich entstehen kann, wird ein Büroraum rückgebaut.

„Ein Café braucht eine gute Kaffeemaschine.“ Deshalb ist Kühl eine Kooperation mit Rehorik eingegangen. Von dort kommen künftig die Bohnen eine Siebträgermaschine und Know-how für die Mitarbeiter. „Wir wollen, dass die Leute sich hier wohlfühlen und noch länger bleiben“, sagt Kühl – schließlich fehle in Reinhausen ein Café. „Wir merken, dass viele auf eine Tasse Kaffee, ein Bierchen oder ein Glas Wein vorbei kommen, auch ohne einen Film anzuschauen.“

Kühl will nicht einfach so modernisieren; der „besondere Charme“ des Filmtheaters dürfe keinesfalls zerstört werden. Das Konzept setzt bei den Anfängen des Hauses an. „Wir nehmen den Art-déco-Stil der 1930er Jahre auf.“ Der braune Wandteppich im Foyer kommt ab. Kühl will weg vom derzeitigen Rotbraun, hin zu Petrolblau, kombiniert mit Gold- und Messingelementen. Die Discokugel im Eingangsbereich weicht einem Kronleuchter. „Es heißt ja Filmtheater.“

Hochwertiger soll es werden: Die Eingangstür aus Alu wird durch eine Schreiner-Anfertigung ersetzt. Die Plakatwand kommt ab; künftig werden die Filmposter eingerahmt und bestrahlt. Darunter wird eine drei Meter lange Sitzbank mit Tischen und Hockern Platz finden. „Man kann schon noch im Foyer verweilen“, sagt Kühl mit Blick auf die nach oben wandernde Sitzecke.

„Dem Regina geht‘s gut – die Besucherzahlen steigen“

Der Umbau beginnt am 8. Juni und soll innerhalb eines Monats abgeschlossen sein. Für 9. Juli ist ein Soft-Opening geplant, für 27. Juli die große Eröffnung. „Das ist schon sportlich.“ Wie viel die Sanierung kosten wird, kann Kühl nicht sagen. „Es ist schon eine Investition, aber wir haben uns die Zahlen angeschaut. Dem Regina geht’s gut. Die Besucherzahlen steigen.“

In den Sälen bleibt alles beim Alten. Trotzdem wird das Kino während der Bauarbeiten komplett geschlossen. „Das tut schon weh, aber wir können den Betrieb nicht nebenbei laufen lassen.“ Das Datum für die Sanierung hat Kühl bewusst gewählt. Wenn der Sommer beginnt, seien die Leute ohnehin lieber draußen unterwegs. „Aber bevor der neue Eberhofer im August rauskommt, müssen wir fertig sein.“