Tausende Besucher erlebten das 76. Pfingstvolksfest – Festzug mit 72 Gruppen und Vereinen

Es waren vier Tage Frohsinn, gute Laune, Spaß und Unterhaltung. Die Sonne schien und viele Tausend Menschen feierten. Zum 76. Mal fand in Neustadt das Pfingstvolksfest statt. Es war ein perfektes Fest ohne Schnickschnack, bodenständig und authentisch.
Der Start des Pfingstvolksfestes am Freitagabend war ein Auftakt nach Maß. Ein langer und farbenprächtiger Festzug, bestehend aus Hunderten Menschen aus unterschiedlichsten Vereinen zog durch die Stadt zum Festplatz. 72 Vereine und Gruppen sowie mehrere Musikkapellen waren dabei. Sie sorgten dafür, dass schon auf dem Weg zum Festplatz gute Stimmung aufkam.

Der Festzug zeigte die ganze Vielfalt von Neustadt. Die Botschaft war klar: Neustadt ist groß und mehr als das Geviert rund ums Rathaus und die Pfarrkirche St. Laurentius. Es ist auch mehr als die Summe seiner Ortsteile – es ist eine große Gemeinschaft.
Dabei waren die Anfänge des Pfingstvolksfestes bescheiden. Es wurde erstmals 1949, also kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, gefeiert. Viel war damals nicht geboten. Auf alten Fotos sieht man ein paar Buden, es gab Bratwürste, ein paar Süßigkeiten, Warenstände und natürlich Bier. Es ging Frohsinn und Geselligkeit. Um diese Idee ging es beim Pfingstvolksfest auch am Samstagnachmittag: Für die Kinder gab es ermäßigte Preise in den Fahrgeschäften und für die älteren Neustädter den Seniorennachmitag. 1200 Männer und Frauen im Alter von 65 bis 95 Jahren folgten dazu der Einladung der Stadt.
Aber was war da nur los im großen Bierzelt der Familie Schneider am Samstag um 12 Uhr? Rund eine Stunde lang wollte die zweireihige „Menschenschlange“, die bis zum gegenüberliegenden Fischstand reichte, nicht kürzer werden. Bürgermeister Thomas Memmel und die Seniorenbeauftragte des Stadtrats, Ursula Brandlmeier, begrüßten die Seniorinnen und Senioren aus der Großgemeinde Neustadt. Bereits nach einer Viertelstunde war die Veranda des Bierzeltes gefüllt und im Innern des Bierzeltes füllten sich die Bänke von hinten nach vorne, während die Stadtkapelle Neustadt unter der Leitung von Roland Hirmer für Unterhaltung sorgte.
Mit 95 Jahren geht er noch zum Volksfest
Einer der „jüngsten“ Gäste war Josef, der vor drei Monaten seinen 65. Geburtstag gefeiert hat und Martha Rohrhuber war mit ihren 95 Jahren vermutlich die älteste Seniorin im Bierzelt. Ursula Brandlmeier hatte sie persönlich mit ihrem Rollator zum Festplatz begleitet.
„Seit es den Seniorennachmittag auf dem Volksfest gibt, ist mein Opa dabei, aber in den letzten Jahren fahre ich ihn nach Neustadt“, freut sich Christin auf ihren Opa Franz-Xaver Gammel-Roithmeier aus Mühlhausen, der mit 91 Jahren immer noch gern die Volksfest-Stimmung bei einer oder auch zwei Radlermaß genießt.

Im Bierzelt hatten es sich auch 14 Bewohner des Altenheims St. Josef mit Unterstützung ihrer Angehörigen und Mitglieder des Fördervereins gemütlich gemacht. Bereits am Freitag hatten sie am Straßenrand den Vereinen beim Volksfesteinzug am Straßenrand zugejubelt und erinnerten sich gerne an ihre früheren Volksfestbesuche. Für Heimleiterin Madeleine Karnahl ist „der Ausflug auf das Volksfest ein besonderer Höhepunkt ihrer Heimbewohner im Laufe des Jahres“.
Bis zum späten Nachmittag gehörten Rollatoren und Rollstühle der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger zum „normalen“ Volksfestgeschehen, bevor dann ihre Kinder und Enkelkinder immer mehr den Rummelplatz füllten. Die halben Fahrpreise der Fahrgeschäfte lockten schließlich die Familien und Jugendlichen an und zu einer bayerischen Brotzeit ging es dann auch in das Bierzelt. Das Pfingstvolksfest erlebte weitere Höhepunkte. So spielte am Freitagabend die Band „Frontal“, am Samstagabend „EasyX“ und am Sonntag „Trixi und die Partylöwen“. Dann gehörte das Bierzelt jeweils bis spät in die Nacht den jungen und „jung gebliebenen“ Besuchern. Tagsüber gab es Blasmusik.
Sommerliche Temperaturen am Pfingstmontag
Mehrere Tausend Hendl, mindestens genauso viele Maß Bier sowie andere Getränke, außerdem Fischsemmeln, Rollbraten und Currywürste dürften verzehrt worden sein. Das Thermometer zeigte auch am Pfingstmontag sehr sommerliche Temperaturen an und das war auch hart gesottenen Festbesuchern zu viel. Das Ergebnis: Am Montagnachmittag wurde es auf dem Pfingstvolksfest leerer und am Montag klang das Fest allmählich, wie geplant, aus.

Wer weiß, wie es im nächsten Jahr wird. Vielleicht gibt es dann weitere Neuerungen – vielleicht sogar eine Festkönigin. Die gibt es bisher nämlich noch nicht. Einige Neustädter könnten sich das vorstellen. Allen voran der zweite Bürgermeister Günter Schweiger, aber auch Heimatpfleger Edi Albrecht. Beide meinten, wenn damit Werbung für Neustadt verbunden wäre, sei das eine gute Idee.
