Wenn Kinderträume wahr werden - Ein Freizeitpark aus Klemmbausteinen in Neustadt

Die meisten Erwachsenen haben als Kinder mit den Klemmbausteinen eines bekannten dänischen Herstellers gespielt. Bei vielen Erwachsenen sind die Erinnerungen daran noch wach. Ein Mann aus Neustadt hat jetzt seine Träume vom Bauen mit Klemmbausteinen zu neuem Leben erweckt - in XXL.
Es ist Tobias Tröger, 26 Jahre alt, Neustädter und Webdesigner. Seit seiner Kindheit ist er von Klemmbausteinen begeistert, jetzt hat er sich in der Lagerhalle seiner Familie am Volksfestplatz seine eigene Welt aus Klemmbausteinen geschaffen. „Brickolino“ heißt sie und wird an diesem Freitag, an dem auch das Pfingstvolksfest beginnt, eröffnet.
„Brickolino“, sagt der 26-Jährige, „ist ein Freizeitpark aus Klemmbausteinen.“ Freizeitparks sind nämlich die andere Leidenschaft des Neustädters. Beides zusammen ergibt bei ihm eine bunte Welt aus Tausenden von kleinen Steinen. Alle hat er selbst – und mit der Hilfe seiner Freundin – zusammengebaut. Monatelang haben die beiden daran gebaut, oft sechs, acht Stunden am Tag. Die Stunden haben sie nicht gezählt.
Der Betrachter wird auf eine Reise mitgenommen
Entstanden ist etwas, was sich am ehesten mit der bekannten Modelleisenbahnanlage im Miniatur Wunderland in der Hamburger Speicherstadt vergleichen lässt: unterschiedliche Themenwelten wie der Wilde Westen, Asien, die Gärten von Utopia, die Route 66 und die Welt der Marvel Comics sind entstanden. Züge und Achterbahnen gibt es, Karussels drehen sich. Überall blinkt was und Licht leuchtet. Der Betrachter wird auf eine Reise mitgenommen.
Es ist ein Kindheitstraum, der Wirklichkeit geworden ist. In der Halle, in der sein Urgroßonkel, der Fuhrunternehmer Anton Treffer, einst seine Fahrzeuge geparkt hatte, ist eine Welt für große und kleine Kinder entstanden. „Klemmbausteine faszinieren mich seit meiner Kindheit“, sagt Tobias Tröger. „Mir gefällt daran, dass man kreativ bauen kann, seine Ideen in die Tat umsetzten kann und das Ganze auch noch beweglich ist.“

„Brickolino“ steht dabei auch für die in den letzten Jahren wiederentdeckte Liebe bei vielen Menschen zu analogem Spielzeug. Dazu passt auch, dass in Heiligenstadt vor einigen Monaten ein Geschäft für Klemmbausteine entstanden ist. In Neustadt selbst gibt es seit 20 Jahren einen feinen Laden für Modelleisenbahnen. Nur die alten Spielzeuggeschäfte mit Puppen, Bällen, Brettspielen und Autos gibt es nicht mehr. Dabei ist der neue Klemmbaustein-Freizeitpark etwas, was noch selten in Deutschland ist. Einzig in Bayern, sagt der 26-Jährige, gebe es bisher vier derartige Betriebe.
Noch ist Tobias Tröger nicht mit dem Aufbau ganz fertig. Die Ausstellung soll noch wachsen, die Besucher sollen künftig auch selbst basteln können. Tobias Tröger hat eine Mission. „Mein Versuch ist, dass man sieht, wie meine Welt aus Klemmbausteinen aussieht und dass man dann selbst anfängt zu bauen“, sagt er.
Die Züge kommen aus dem 3D-Drucker
Und dass, erklärt er, hat auch viel mit moderner Technik zu tun. Getreu dem Motto „Geht nicht, gibt‘s nicht“ stammen die Achterbahnen im „Brickolino“ zwar von einem Hersteller aus den USA, die Züge kommen jedoch aus dem 3D-Drucker. Die Achterbahnen selbst sind wiederum eine Eigenentwicklung des 26-Jährigen. Und die Motoren auf den Anlagen sind alle auf neun Volt umgerüstet und, ganz klar, niemand sitzt mehr an irgendwelchen Trafos oder Schaltpults, um den Betrieb zu steuern. Das ist alles ferngesteuert.

„Angefangen hat alles mit einer Kiste Steine von dem Hersteller aus Dänemark“, sagt er. „Dann kam immer wieder was zu Weihnachten und zum Geburtstag dazu. Und dann kam die Idee, das alles öffentlich zu machen.“
