Unfall auf der Autobahn enthüllt Rauschgifthandel: Zwei Männer in Neumarkt verurteilt

Von Sophie Knorr · 22. Mai 2026 um 14:56

Bei einem Autounfall im Jahr 2022 entdeckte die Polizei Drogen im Wert von knapp 41.500 Euro. Zwei 25-Jährige aus dem Landkreis Neumarkt erhofften sich durch den Verkauf von Marihuana und Kokain das schnelle Geld. Nun mussten sich die jungen Männer vor dem Amtsgericht Neumarkt verantworten.

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Im Juli 2022 fuhren die beiden Männer von Neumarkt nach Stuttgart, um dort vier Kilogramm Cannabis im Wert von 4800 Euro bei einem Dealer abzuholen und dieses anschließend selbst weiterzuverkaufen. Zuhause angekommen, beschwerte sich ein Abnehmer nach kurzer Zeit über die minderwertige Qualität des Marihuanas. Daraufhin reklamierten die 25-Jährigen das Rauschmittel bei ihrem Dealer und fuhren erneut nach Stuttgart, um es ihm zurückzugeben und hochwertigeren Ersatz aufzutreiben.

Der Lieferant bot den beiden daraufhin aufgrund von Lieferengpässen zwei Kilo Marihuana und knapp acht Gramm Kokain im Gesamtwert von 41.490 Euro an. Auf ihrem Rückweg in die Oberpfalz regnete es jedoch so stark, dass das Auto auf der Autobahn ins Schleudern geriet und gegen eine Leitplanke krachte.

Nach Unfall Drogen im Wagen gefunden

Im Zuge der Unfallsicherung entdeckten die Ansbacher Polizisten die Drogen im Wagen der Beschuldigten. Die Polizei ordnete daraufhin einen Drogentest an. Einer der beiden Angeklagten wurde dabei positiv auf Kokain getestet. Auch die Konversationen auf den sichergestellten Handys der 25-Jährigen seien „sehr aufschlussreich“ gewesen, sagte der als Zeuge geladene Polizist im Prozess. Man habe dort Bilder vom gekauften Cannabis sowie Anfragen von Abnehmern nach Marihuana gefunden. Damit sei eindeutig gewesen, dass die beiden nicht zum ersten Mal mit Drogen handelten. Auch die im Prozess vorgelegten Zahlungsein- und -ausgänge von dem Konto eines der beiden Angeklagten erhärteten den Verdacht. Dort waren zahlreiche dreistellige Überweisungen im Zeitraum von Juli bis September sowie eine Überweisung in Höhe von 31.000 Euro zu sehen. „Eine Überweisung in dieser Höhe passte nicht zu ihrem damaligen Einkommen“, merkte Richter Marcel Dumke an. Denn der Angeklagte war zu dieser Zeit arbeitslos.

Beide Männer gestanden von Anfang an ihre Tat. Jedoch beharrten die Verteidiger der Angeklagten darauf, dass sich ihre Mandanten seit dem Vorfall grundlegend geändert hätten. Die Tat liege lange zurück, die Männer seien zu dem Zeitpunkt noch sehr jung gewesen. Beide seien seither nicht wieder straffällig geworden und gingen wieder einer Arbeit nach. Diese positive Entwicklung sei zu berücksichtigen. Die Angeklagten äußerten sich selbst nicht zu den Vorwürfen und sahen während des gesamten Prozesses meist zu Boden.

Auch Amtsrichter Dumke glaubte daran, dass sich die Männer gebessert haben. Letztlich verurteilte er die beiden Angeklagten zu einer Bewährungsstrafe. Einer bekam eine Haftstrafe von neun Monaten sowie eine Geldstrafe über 3000 Euro zugunsten einer gemeinnützigen Einrichtung. Der andere musste wegen des Besitzes von Kokain deutlich höher bestraft werden. Er erhielt eine Strafe über ein Jahr und acht Monate.