Vater und Sohn auf der Autobahn A3 bei Velburg mit 20 Kilo Crystal Meth erwischt

Wegen Drogenhandels müssen sich Vater und Sohn seit Montag vor dem Landgericht Nürnberg verantworten. Bei einer Polizeikontrolle auf der A3 bei Velburg waren die Angeklagten aus Osteuropa im September aufgeflogen. Dabei ging es vor allem um die Frage, ob die beiden selbst Drogenhändler sind oder nur als Kuriere genutzt wurden.
Mit hängenden Köpfen betraten die beiden Angeklagten am Montag den Gerichtssaal. Der 58-Jährige und sein 29 Jahre alter Sohn mit ukrainisch-ungarischen Wurzeln waren mit rund 20 Kilogramm der synthetischen Droge Metamphetamin am helllichten Tag bei einer Kontrolle auf der Autobahn von der Polizei erwischt worden.
Als Transportmittel für die Drogen – auch bekannt unter dem Namen „Crystal Meth“ – hatte ihnen ein Skoda mit ukrainischem Kennzeichen gedient. Der Sohn soll den Wagen gesteuert haben und in die Schmuggelpläne eingeweiht gewesen sein.
Laut Staatsanwaltschaft soll der verheiratete Lkw-Fahrer den Drogenhandel gemeinsam mit seinem Spross geplant haben. Begonnen habe die kriminelle Geschäftsreise in den Niederlanden. Die Anklage ist sich sicher, dass die Drogen gewinnbringend an namentlich nicht näher bekannte Abnehmer verkauft werden sollten. Und sie ist sich deshalb so sicher, weil das Metamphetamin fein säuberlich in 20 Paketen mit einem Gewicht in Höhe von jeweils rund einem Kilogramm abgepackt war.
Parsberger Polizei entdeckte doppelten Boden im Auto
Zudem staunten die Kontrolleure an der Autobahn bei Velburg auch nicht schlecht, als die Drogen unter der Reserveradmulde in einem laut Anklage „professionellen Schmugglerversteck“ auftauchten. Das geheime Gepäckabteil habe sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft unter einem doppelten Boden verborgen, das sich über die komplette Länge und Breite des Fahrzeugs erstreckt habe.
Während die Angeklagten am Montag die Verlesung der Anklage via Dolmetscher verfolgten, hatten die fünf Verteidiger die möglichen Optionen vor dem Hintergrund der relativ erdrückenden Beweislast gedanklich wohl schon ausgelotet. Noch bevor erste Zeugen vernommen wurden, hatten die Anwälte ein Verständigungsgespräch hinter verschlossenen Türen vorgeschlagen. Nach einer guten Stunde hat die Richterin den Prozess – für den drei Verhandlungstage vorgesehen sind – wiedereröffnet.
Wenn die beiden Angeklagten ein volles Geständnis ablegen, könne sich die Staatsanwaltschaft eine Verurteilung lediglich als Kurierfahrer mit einem relativ milden Strafrahmen in Höhe zwischen fünf und sechs Jahren vorstellen. Diesen Vorschlag haben die Verteidiger nach kurzer Diskussion angenommen.
Anschließend hat der Sohn über seine Verteidiger mitgeteilt, dass er und nicht sein Vater den Deal eingefädelt habe. Aus Geldmangel sei ihm in Ungarn der lukrative Job von Ukrainern angeboten worden. Für die Fahrt als Drogenkurier sollen die Hintermänner ihm und seinem Vater einen Lohn in Höhe von 8000 Euro in Aussicht gestellt haben.
Kurz vor dem Start hätten die Auftraggeber das präparierte Fahrzeug an das Duo übergeben. In Holland seien dann die Drogen in dem Wagen deponiert worden. Details wie Menge oder Qualität der Ware seien nicht bekannt gewesen, versicherte der 29-Jährige vor Gericht.
Drogen sollten nach Ungarn transportiert werden
Durch die Polizeikontrolle auf der A3 bei Velburg sei die geplante Übergabe der illegalen Fracht an die Auftraggeber hinter der ungarischen Grenze geplatzt. „Warum haben Sie den Vater mitgenommen?“, wollte die Richterin von dem 29-Jährigen wissen. Weil er die lange Strecke hinter dem Steuer alleine nicht geschafft hätte, lautete die Antwort.
Ein großes Geheimnis um das Drogengeschäft habe er nicht gemacht. Vielmehr habe er freimütig den Vater von dem zwielichtigen Zweck der Reise erzählt. Auch von den Gesprächen mit den Hintermännern der verhängnisvollen Drogenfahrt – meistens wurde mit Hilfe von selbstlöschenden Chat-Nachrichten kommuniziert – habe der Vater ebenfalls gewusst. Das Urteil vor dem Nürnberger Landgericht soll Anfang Juni gesprochen werden.