Neumarkter Frühlingsfest: Besucher haben das Festbier vermisst

Von Nicole Selendt · 18. Mai 2026 um 17:00

Das Neumarkter Frühlingsfest ist vorbei. Und sowohl Festwirt als auch Schausteller ziehen nur eine „verhalten positive“ Bilanz. Großes Gesprächsthema in diesem Jahr war das Fehlen eines eigens für das Fest gebrauten Festbiers. Die Meinungen dazu reichen von „nicht gut angenommen“ bis hin zu „grundsätzlich breiter Zuspruch“. Und wer hat nun Recht?

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Der Festausschuss des Neumarkter Stadtrats hatte in einer Sitzung im Herbst beschlossen, dass es auf dem Frühlingsfest testweise kein Festbier geben soll. Dieses ist in der Regel etwas gehaltvoller und kräftiger in der Farbe als normales Helles. Darüber hinaus war entschieden worden, Bier auch in Halbe-Krügen auszuschenken – zumindest bis 18 Uhr – und nicht nur in Maßkrügen. Ziel dieser beiden Entscheidungen war es gewesen, einem rückläufigen Bierkonsum durch die Festbesucher entgegenzuwirken.

Die neue Festreferentin des Neumarkter Stadtrats, Gerlinde Wanke von der CSU, sei häufig auf das fehlende Festbier angesprochen worden, sagt sie auf Anfrage unserer Mediengruppe. Viele Festbesucher hätten das Preis-Leistungsverhältnis kritisiert. „Für eine Maß Festbier wäre laut vielen Besuchern der Preis von 10,70 Euro in Ordnung gewesen – nicht aber für eine Maß Helles“, begründet Wanke die Kritik. Auch sei dem Frühlingsfest damit ein Alleinstellungsmerkmal verloren gegangen. „Das Festbier gehört einfach dazu.“ Lammsbräu-Verkaufsleiter Heinz Kühnlein habe diese Kritik nicht so häufig erreicht, sagt er auf Anfrage. Sein Eindruck: Einige wenige hätten das Festbier vermisst, die Aufregung im Vorfeld zu diesem Thema habe sich jedoch nicht bestätigt.

Neumarkter Festausschuss wird sich mit dem Festbier beschäftigen

Johannes Ehrnsperger, Inhaber und Geschäftsführer der Neumarkter Lammsbräu, lässt über seinen Pressesprecher mitteilen: „Aus der Bevölkerung gab es schon länger vermehrt den Wunsch, dass auf dem Neumarkter Frühlings- und dem Volksfest zusätzlich auch 0,5-Liter-Krüge angeboten und ein etwas leichteres Bier ausgeschenkt wird. Das ist eine Entwicklung, die wir auch bei anderen Festen der Region zunehmend beobachten. Wir sind diesem Wunsch gemeinsam mit der Festwirtsfamilie Härteis und in Absprache mit der Stadt Neumarkt deshalb testweise dieses Jahr am Frühlingsfest nachgekommen und es gab grundsätzlich breiten Zuspruch dafür. Wegen der kalten Witterung und den entsprechend niedrigeren Besucherzahlen beim Frühlingsfest insgesamt rechnen wir allerdings nicht mit neuen Absatzrekorden.“

Wanke will das Festbier dennoch in der nächsten Sitzung des Festausschusses nochmals zum Thema machen. Denn die Entscheidung, ob Festbier oder Helles ausgeschenkt wird, trifft nicht die Brauerei. Darüber hat der Festausschuss des Neumarkter Stadtrats zu entscheiden.

Für eine Maß Festbier wäre laut vielen Besuchern der Preis von 10,70 Euro in Ordnung gewesen – nicht aber für eine Maß Helles.Gerlinde Wanke, Festreferentin des Neumarkter Stadtrats

Dagegen sei der Test mit den Halbe-Krügen durchwegs positiv bewertet worden, wie Festwirt Marco Härteis in der Pressemeldung schreibt. Über die Mittagszeit und während des Nachmittags waren in diesem Jahr auch kleinere Halbe-Krüge anstatt der Liter-Krüge ausgeschenkt worden. Auch Festreferentin Wanke sieht diese Neuerung positiv.

Es sei für viele angenehmer, ein kleineres Bier auf dem Tisch zu haben, als eine ganze Maß, die grade zum Ende hin nicht mehr kühl und frisch ist. Ob es die Halben auch in Zukunft weiter geben wird, soll laut Wanke ebenso Gegenstand der nächsten Ausschusssitzung sein. Denn als Gastronomin sieht sie auch die Nachteile: Mehr Aufwand, mehr Arbeit für die Bedienungen, schlechteres Kosten-Nutzen-Verhältnis.