Vier Bauanträge für Windräder im Regental: Jetzt wird's konkret – Genehmigung trotz Ablehnung?

Seit eineinhalb Jahren geht die Angst um im Regental. Das Schreckensszenario von Windrädern in der schützenswerten Natur, wie es etwa der Verein Erholungsregion Regental zeichnet, besteht seit der Suche nach Windkraft-Vorrangräumen. Der öffentliche Widerstand hat nicht gefruchtet: Das Vorranggebiet im Norden des Regenstaufer Gemeindegebiets wurde festgeschrieben. Jetzt werden Windrad-Pläne am Drackenstein zwischen Grafenwinn und Karlstein konkret.
Die Firmengruppe Max Bögl hat bereits im Juni 2025 die immissionsschutzrechtliche Genehmigung von vier Windenergieanlagen auf zwei Grundstücken der Gemarkung Karlstein beantragt. Die Aufforderung des Landratsamts nach Stellungnahmen, die der Mittelbayerischen Zeitung vorliegt, ging erst Anfang Mai an die entsprechenden Sachgebiete und die betroffenen Kommunen. Der Markt Regenstauf wird in der Bauausschusssitzung am 26. Mai eine Stellungnahme dazu beschließen. Am 9. Juni geht das Thema noch in den Marktgemeinderat.
Neuer Bauausschuss startet mit hochbrisantem Thema
Für Bürgermeister Josef Schindler ist der Zeitpunkt – die erste Sitzung im neu zusammengestellten Ausschuss – nicht ideal. „Der muss sich gleich mit der Thematik auseinandersetzen“, sagt Schindler zum kontroversen Tagesordnungspunkt. „Fünf von elf Mitgliedern sind neu, die werden gleich ins kalte Wasser geschmissen.“ Trotz Wechsels im Ausschuss wäre alles andere als eine negative Stellungnahme eine große Überraschung. Ohne dem Entscheid vorgreifen zu wollen, sagt Schindler: „Überwiegend ist Ablehnung zu erwarten.“ So habe der Marktgemeinderat bislang auch stets bei Beteiligungen an Projekten in Nachbargemeinden entschieden.
Das Landschaftsbild würde im Regental krass verändert.Josef Schindler, Bürgermeister von Regenstauf
Die Umstände und Begleiterscheinungen seien beim jetzigen Antrag auf Regenstaufer Gebiet dieselben. „Das Landschaftsbild würde im Regental krass verändert“, sagt Schindler zu den vier Windrädern mit einer Gesamthöhe von jeweils 267 Metern. Dazu kämen die Thematiken Lärm und Schattenwurf. Claudia Koschel aus dem Vorstand des Vereins Erholungsregion Regental bringt zudem den Umwelt- und Naturschutz vor.

Die vier nun beantragten Windräder am Drackenstein sind nicht die einzigen Windkraftprojekte in der Umgebung. Bei Maxhütte-Haidhof, bei Stefling am Dachsbau und am Schwarzenberg sind weitere Windparks beantragt – und teilweise auch schon genehmigt. In der Landkreis-Anfrage nach Stellungnahmen wird darauf hingewiesen, dass bei der Prüfung des Antrags weitere, bereits genehmigte Windenergieanlagen zu berücksichtigen sind.
Werden es weniger Windräder?
Schindler betont aber, dass bei den im Nachbarlandkreis Schwandorf erteilten Genehmigungen Reduzierungen der Zahl der Windräder vorgenommen wurden: eins statt drei bei Maxhütte, eins statt zwei am Dachsbau bei Stefling, zwei statt drei am Schwarzerberg. „Man muss sagen, es werden wohl weniger“, sagt Schindler zum Antrag für Windkraft am Drackenstein.
Das Landratsamt Regensburg arbeitet aktiv gegen uns.Claudia Koschel, Vorstandsmitglied Erholungsregion Regental e. V.
Koschel beruhigt das nicht. Zum einen sei der ökologische Schaden auch bei einem einzigen Windrad in einem Wald enorm. „Allein durch die Vorarbeiten werden die Tiere aus dem Regental verschwinden“, sagt sie. Das Gebiet sei im Gesamten „völlig ungeeignet“ für die Errichtung von Windkraftanlagen. Zum anderen seien die Reduzierungen nicht aus ökologischen Gründen passiert – und im Landkreis Schwandorf. „Das Landratsamt Regensburg arbeitet aktiv gegen uns“, sagt Koschel. Anders als in Schwandorf sei keine vernünftige Zusammenarbeit möglich.
Max Bögl will bauen – auch bei reduzierter Windradzahl
„Vermutlich wird das Landratsamt das genehmigen. Und dann werden wir sehen, was die Firma Max Bögl draus macht“, sagt Koschel. Die Genehmigung bedeute noch nicht die Umsetzung.
Stefan Auhuber ist der zuständige Projektleiter der Firmengruppe Max Bögl in der Region. Er sagt: „Wir treten grundsätzlich mit Umsetzungswillen an.“ Auch wenn die Zahl der genehmigten Anlagen reduziert würde, steht er einer Realisierbarkeit des Windkraftprojekts positiv gegenüber. Koschel kündigt an: „Wir bleiben dran.“