Erste Sitzung, erster Streit: CSU Sünching wirft Grundner fehlende Kommunikation vor

Die konstituierende Sitzung in Sünching verlief nicht gerade harmonisch. Der neue Bürgermeister Bernhard Grundner wurde vereidigt – musste sich aber gleich Vorwürfe der CSU gefallen lassen. Auch beim Sitzungsgeld waren sich die beiden Fraktionen anfangs nicht einig.
Die konstituierende Sitzung des Gemeinderats begann mit der Vereidigung von Bernhard Grundner (FuW), der sich bei der Kommunalwahl mit 52,7 Prozent knapp gegen seine Gegenkandidatin und Schwägerin Daniela Grundner (CSU/ Parteilose Wähler) durchgesetzt hatte. Den Eid nahm Grundner der dienstälteste Gemeinderat Reiner Gabler (CSU) ab. Vereidigt wurden dann die neuen Gemeinderäte Sonja Hampel (FuW), Dr. med Hermann Fertig (CSU/Parteilose Wähler), Theresa Butzmann (FuW), Stefan Lehner (FuW), Sonja Pellkofer (FuW), Bernhard Sklenarz (CSU/Parteilose Wähler) sowie Nachrücker Martin Bronold (CSU/Parteilose Wähler).
Das Nachrücken von Martin Bronold wurde von der CSU-Spitze im Vorfeld nicht angekündigt, vielmehr stellte man die Zuhörer im Rathaus vor vollendete Tatsachen. Daniela Grundner, die für die CSU die meisten Stimmen geholt hatte, sagte auf MZ-Nachfrage, dass sie schon kurz nach den Kommunalwahlen entschieden habe, kein Amt im Gemeinderat anzunehmen.
Sünchinger Verwaltungsangestellte hätte Job aufgeben müssen
Grundner ist Verwaltungsangestellte in der VG Sünching und hätte dann ihren Beruf im Rathaus nicht mehr ausüben dürfen. „In meinem Job kann ich mehr für Sünching bewegen und das Verhältnis zu meinen Arbeitskollegen ist bestens“, so Grundner. Deshalb habe sie sich gegen die Kommunalpolitik entschieden. Bei der konstituierenden Sitzung war sie aber als Zuhörerin dabei.
Das neue Gremium einigte sich darauf, dass es nur einen weiteren Bürgermeister sowie einen Stellvertreter der Bürgermeister geben wird. Mit 10:5 Stimmen entschied Sabine Lex (FuW) die Wahl gegen Markus Maltry (CSU) als 2. Bürgermeisterin klar für sich. Als Stellvertreterin der Bürgermeister wurde mit 8:7 Stimmen Sonja Hampel bestellt (Gegenkandidat Dr. Hermann Fertig). Der Erlass der Geschäftsordnung sorgte dann für ersten Unmut im Saal. Dr. Hermann Fertig sagte, dass Gespräche mit der Gegenfraktion in Vorbereitung der Sitzung nicht stattgefunden haben. Er sieht dies als nicht demokratisch und nicht in der Bürgermitte. Die CSU/Parteilosen Wähler sind im Gemeinderat mit sechs Stimmen, die FuW mit acht Stimmen plus Bürgermeister vertreten. Im Vorfeld wurde wohl ohne Absprache mit der FuW beschlossen, die Anzahl der Mitglieder in den Ausschüssen von vier auf fünf zu erhöhen. Dr. Hermann Fertig sieht hier eher steigende Kosten als ein Miteinander auf Augenhöhe.

CSU-Ortsvorsitzender Markus Maltry warf Bürgermeister Bernhard Grundner eine Machtdemonstration vor. Maltry gehe es um Sünching, nicht um Befindlichkeiten. Mit 9:6 Stimmen wurde die Mannstärke der Ausschüsse beschlossen. So gehen jeweils zwei Sitze an die CSU, drei an die FuW und einer an den Bürgermeister (FuW). Verwaltungsleiter Georg Schmalhofer verlas dann den Vorschlag zur Geschäftsordnung. Beschließend ist künftig nur noch der Marktausschuss. Der Bauausschuss wird ad acta gelegt. Neu ist ein Vereins-, Jugend- und Kulturausschuss. Hier möchte die CSU das Thema Kindergarten noch stärker integrieren.
Sitzungsgeld in Sünching sorgt für Zündstoff
Die Anpassung des Sitzungsgeldes sorgte ebenfalls für Diskussionen und sollte von 40 Euro auf 50 Euro erhöht werden. Der Bürgermeister begründete dies mit „alles wird teurer“. Es wurde dann beschlossen, bei den 40 Euro zu bleiben. Für Arbeiten in den Ausschüssen gibt es jeweils 20 Euro. Die Ausschüsse wurden anschließend besetzt. Als Jugendbeauftragte wurde wieder Melanie Müller vorgeschlagen. Hier hat Markus Maltry noch eine weitere Person in petto, die aber noch gar nicht informiert ist. Es wurde vereinbart, die Dame anzusprechen und dann gegebenenfalls mit als 2. Jugendbeauftragte einzusetzen. Seniorenbeauftragte bleibt Rosi Wolf.
Bei den Sachthemen ging es um den abgelehnten Förderantrag für den Umbau des Sportheims. Hier will der Bürgermeister andere Lösungen finden. Für Diskussionen sorgte auch die geplante Haltestelle in der Geiselhöringer Straße für den Schienenersatzverkehr. Einige Gemeinderäte sahen da Probleme beim Parken und hinsichtlich des Schülerverkehrs Montessori. Da dies aber bahnseitig bereits fest eingeplant ist, kann die Gemeinde hier nicht mehr viel verändern.