Neuer Chef am staatlichen Bauamt Regensburg: Militärische Bauaufgaben werden sich verdichten

Von Heike Haala · 16. Mai 2026 um 05:00

Seit März leitet Thomas Sendtner das Staatliche Bauamt in Regensburg. Im Interview spricht er über das Bauen für das Militär, den möglichen Bürgerentscheid gegen die Sallerner Regensbrücke in Regensburg und das Gerüst am Dom.

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Herr Sendtner, zuletzt leiteten Sie den Bereich Hochbau im Staatlichen Bauamt in Ingolstadt. Seit März sind Sie der Chef am Staatlichen Bauamt in Regensburg, wohin Sie von Denkendorf aus pendeln. Da muss die Verpflegung stimmen. Schmeckt es in der Kantine?

Thomas Sendtner: Ich habe schon mehrfach dort gegessen, vom Salat bis zur Currywurst. Und das war alles sehr gut.

Neben den Bereichen Hoch- und Straßenbau, wie in Ingolstadt, gibt es in Regensburg auch den Bereich Hochschulbau. Wie ist es hier zu arbeiten?

Sendtner: Wir sind hier in einer ehemaligen Kaserne in der Bajuwarenstraße in einer sehr schönen Nachbarschaft: Hier sind auch die Polizei und die Autobahn GmbH untergebracht.

Wir sehen einem Szenario entgegen, in dem sich in den nächsten Jahren insbesondere militärische Bauaufgaben verdichten werden und wir Aufgaben bekommen, die in einer kurzen Zeit abgearbeitet werden müssen.Thomas Sendtner, Leiter am Staatlichen Bauamt in Regensburg

Sie arbeiten nicht nur in einer ehemaligen Kaserne. Ihre Behörde bedient auch Kasernen der Bundeswehr und den Standort der Amerikaner in Hohenfels. Seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ist der Ausbau der deutschen Verteidigung Thema. Macht sich das bei Ihnen bemerkbar?

Sendtner: Die gesamtgesellschaftliche Aufgabe und weltpolitischen Veränderungen spüren wir alle. Dadurch wird das militärische Bauen auf jeden Fall an Bedeutung gewinnen. Wir sehen einem Szenario entgegen, in dem sich in den nächsten Jahren insbesondere militärische Bauaufgaben verdichten werden und wir Aufgaben bekommen, die in einer kurzen Zeit abgearbeitet werden müssen.

Zusammen mit dem Bund, der Stadt und dem Landkreis Regensburg, dem Markt Lappersdorf und der Autobahn GmbH fungieren Sie als ein Vorhabensträger für die Nordspange. In Regensburg könnte es zu einem Bürgerentscheid gegen das Projekt kommen. Inwiefern fordert Sie das?

Sendtner: Das Projekt ist planfestgestellt und es gibt Baurecht. Durch die neue Koalitionsvereinbarung in Regensburg und dadurch, dass wir in einen Bürgerentscheid gehen könnten, gilt es aber abzuwarten. Aufgabe ist nun die Klärung der weiteren Schritte. Da sprechen wir mit unserem Ministerium. Und wir werden auch mit der Stadt sprechen.

Mit dem Dom sind Sie auch für ein Regensburger Wahrzeichen zuständig. Der ist gerade teilweise hinter einem riesigen Gerüst verschwunden. Wissen Sie schon, wann das wegkommt?

Sendtner: Die Hoffnung ist natürlich riesig, dass das passieren wird. Wann das der Fall sein wird, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, weil die Gerüste wegen notwendiger Reparaturarbeiten aufgestellt wurden und der Dom eine immerwährende Aufgabe darstellt.

Welches ist das größte Projekt des Staatlichen Bauamts?

Sendtner: Sehr große Maßnahmen laufen derzeit insbesondere im Hochschulbau, bald an der Regierung der Oberpfalz oder beim Militär. Die aktuell größte Hochbaumaßnahme, die voraussichtlich Ende dieses Jahres fertig wird, ist das Proben- und Werkstättenzentrum für das Bayerische Staatsschauspiel in München. Das ist eine Amtshilfe für das Münchner Bauamt, da die entsprechenden Kapazitäten in München nicht vorhanden waren.

Die wichtigste Aufgabe bei einem Neustart in so einem Amt ist das Kennenlernen.Thomas Sendtner, Leiter am Staatlichen Bauamt in Regensburg

Auch in der Regensburger Schauspiellandschaft hat sich etwas getan. Wir haben seit kurzem ein Staatstheater. Das Haus soll in der Trägerschaft der Stadt bleiben. Auf absehbare Zeit soll es aber zu gleichen Teilen von Stadt und Freistaat gefördert werden. Heißt das, dass das Bauamt nun auch für das Staatstheater zuständig ist?

Sendtner: Da sich die Gebäude nicht im Eigentum des Freistaates Bayern befinden, sind wir als staatliche Bauverwaltung nicht zuständig.

Welche Aufgaben hielten die vergangenen Wochen für Sie bereit?

Sendtner: Die wichtigste Aufgabe bei einem Neustart in so einem Amt ist das Kennenlernen. Wie funktionieren die Bereiche? Wie funktionieren die Abteilungen? Welche Personen haben welche Aufgaben? Ich bin sehr herzlich in der Belegschaft aufgenommen worden.

Wissen Sie schon, welche Akzente Sie im Bauamt setzen wollen?

Sendtner: Unsere Vorgänger haben uns ein sehr gut bestelltes Haus hinterlassen. Es gibt viele Punkte, die sollen so bleiben, weil sie gut sind. Allerdings bleibt die Zeit nicht stehen. Es kommen viele neue Ansätze in der Bauverwaltung, die es gemeinsam mit der Belegschaft umzusetzen gilt.

Als Amtsleiter verbringen Sie viel Zeit im Büro. Zuletzt besichtigten Sie einen Rohbau am Klinikum. Machen Ihnen Termine auf der Baustelle Freude?

Sendtner: Ja, es macht mir Spaß auf der Baustelle. Hier sieht man, dass die Pläne in ein Gebäude oder in eine Straße übersetzt werden. Wenn es dann auch noch mit einer gewissen Qualität erstellt wird, dann freut es einen natürlich. Mir ist aber auch bewusst, dass die Baustellenbesuche mit dieser Aufgabe weniger werden.

Das Staatliche Bauamt in Regensburg

• Amtsbezirk: Das Staatliche Bauamt Regensburg ist laut Leiter Thomas Sendtner für die drei Landkreise Cham, Neumarkt und Regensburg sowie die Stadt Regensburg zuständig.

• Bereiche: Der Straßenbau betreut Bundes- und Staatsstraßen, der Hochbau Liegenschaften des Freistaates, des Bundes und der US-Armee, der Hochschulbau Uni versität, OTH und Klinikum.

• Mitarbeiter: Hier arbeiten etwa 440 Personen – darunter Architekten, Ingenieure, Techniker der Fachrichtungen Bauwesen, Elektrotechnik oder Maschinenbau, Verwaltungskräfte und Juristen

Auf der Baustelle treffen Sie auch Handwerker. Wie treten Sie als Amtsleiter vor diesen Kollegen auf?

Sendtner: Ich habe sehr großen Respekt vor dem Handwerk, weil ich diese Arbeit ungemein schätze. Ich versuche auch immer, den richtigen Ton auf der Baustelle zu treffen. Was ich mir deswegen nicht zu eigen machen werde, ist Besserwisserei. Unsere Mitarbeiter in der Projektarbeit werden stets das größere Wissen über die aktuelle Baustelle haben. Ich stütze und stärke sie dabei.