Künstliche Intelligenz erweckt das Regensburg von vor 120 Jahren zum Leben

Von Etienne Nückel · 31. März 2026 um 16:39

Nahezu fotorealistisch hat der Mediendesigner Jürgen Oman das Regensburg vor 120 Jahren in einem kurzen Video zum Leben erweckt. Was bisher Unsummen verschlungen hätte, ist heutzutage mit ein paar Klicks getan – möglich macht es Künstliche Intelligenz (KI). Dabei geht es nicht nur um Spielerei. Denn wer künftig in der Mediendesign-Branche Erfolg haben möchte, muss sich im Umgang mit KI üben.

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Auf der Donau schaukeln schwimmende Warenhäuser vor der Regensburger Skyline mit Steinerner Brücke, Amberger Salzstadl und Dom. Straßenbahnen fahren vorbei am Adlerbrunnen über den Krauterermarkt und elegante Spaziergänger schlendern über den Kohlenmarkt beim Alten Rathaus. Was wirkt wie Szenen aus einem Historienfilm, ist ein ki-generiertes Video, das der österreichische Mediendesigner Jürgen Oman anhand alter Fotos erstellt hat.

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Angefangen hat es mit Omans Heimatstadt Linz, der er mit KI auf Grundlage eines alten, nicht einmal besonders detaillierten Kupferstiches digitales Leben eingehaucht hatte. Vom Ergebnis sei er regelrecht „geflasht“ gewesen, erzählt Oman am Telefon: „Da entstand ein fotorealistisches Bild, das total plausibel war“. Das, was er sich bisher nur mit geschlossenen Augen vorgestellt hatte, zauberte die KI binnen Sekunden auf den Bildschirm – „wie Magie“, sagt Oman.

Mit alten Fotos, Postkarten und Kupferstichen hat Oman historische Videos zu dutzenden Städten von Wien über Braunschweig bis New York erstellt. Für den Mediendesigner ist das einerseits eine „Spielerei“, andererseits auch Arbeit. Er versuche „mit, statt gegen die KI zu leben“. Oman geht davon aus, dass die Arbeit mit KI künftig eine wichtige Fähigkeit eines jeden Grafikdesigners sein dürfte. Daher will er sich jetzt schon damit auseinandersetzen, um sozusagen vor der Welle zu bleiben.

Tatsächlich habe es auch schon Anfragen zu seinen historischen Videos gegeben. Ein Fernsehsender aus Österreich etwa habe sich gemeldet. Weitere mögliche Kunden sind beispielsweise Museen, Städte, aber auch Event-Agenturen, die eine Reise in die Vergangenheit anbieten möchten.