Auf die Überraschungsparty folgt der Schock: Berchings Altbürgermeister stürzt mit dem Rad

Bei der Überraschungsparty im Engelwirt in Berching im Landkreis Neumarkt war Rudolf Eineder bestens gelaunt. Zwei Tage später verging dem Berchinger Altbürgermeister das Lachen. Nach einem Unfall mit dem Fahrrad musste der 80-Jährige in das Uniklinikum Regensburg. So geht es Eineder nach dem Sturz.
Als er auf der Straße einem Auto ausweichen und auf den Gehsteig fahren wollte, stürzte Eineder – und schlug mit seinem Kopf auf dem Randstein auf. „Gott sei Dank habe ich einen Helm aufgehabt“, sagt Eineder, nachdem er aus dem Uniklinikum Regensburg entlassen wurde. Wie tragisch der Unfall hätte enden können, zeigt eine Kerbe im Helm. „Vielleicht hatte ich einen Schutzengel“, sagt Eineder.
Berchings Altbürgermeister mit Prellungen nach Unfall
Nach dem Sturz eilten dem Berchinger Altbürgermeister Passanten zu Hilfe, weil er nach eigenen Angaben zunächst schwer Luft bekommen hat. Kurze Zeit darauf dachte Eineder, dass alles wieder passt. Und er schob sein Fahrrad nach Hause. „Am Abend habe ich daheim aber wieder kaum Luft bekommen und hatte starke Schmerzen“, erzählt Eineder. Also ging es für ihn in die Notaufnahme.
Man darf schon hinfallen, aber das Aufstehen darf man nie vergessen.Rudolf Eineder
Der Befund: Nichts gebrochen, keine schwerwiegenden Verletzungen. Prellungen und Schwellungen schmerzen dennoch. „Aber es geht schon“, sagt Eineder zwei Tage nach dem Sturz. „Ich kann wieder lachen.“
Dass er seinen Humor nicht verloren hat, zeigt er während des Telefonats mehrfach. „Man darf schon hinfallen, aber das Aufstehen darf man nie vergessen“, sagt Eineder und blickt auf die Überraschungsfeier zu seinem 80. Geburtstag im Engelwirt zurück.

Die Gluck-Freunde hatten die Party organisiert. Den Verein hat Rudolf Eineder mitgeprägt. „Ohne ihn wäre unser Verein nie gegründet worden“, sagt Delacroix, die Vorsitzende des Freundeskreises Christoph Willibald Gluck über Eineder. Passenderweise überreichten die Gluck-Freunde Eineder eine Gluck-Statue im Kleinformat.
Eineder war von 1996 bis 2008 Bürgermeister von Berching
Während seiner Zeit als Bürgermeister (1996 bis 2008) und zuvor ab 1990 als Kulturreferent setzte sich Eineder insbesondere für kulturelle Veranstaltungen ein. Dabei weiß er auch heute noch zu schätzen, dass diese ohne ehrenamtliches Engagement nicht stemmbar gewesen wären. „Den fleißigen Ehrenamtlichen bin ich noch heute dankbar“, sagt Eineder. Nicht er, sondern die Helfer hätten diese Veranstaltungen getragen, sagt der Altbürgermeister bescheiden.
Aber auch er selbst hat Berching maßgeblich beeinflusst: Berle-Bad, Europaball, Kanal im Feuerzauber, Bau der Realschule, Errichtung des Kindergartens St. Josef, Städtepartnerschaft, Jugendaustausch, Europahalle.
Es gibt diese Menschen, die eine Stadt nicht nur verwalten, sondern sie prägen.Gerlinde Delacroix über Rudolf Eineder
Apropos: Europa war für Eineder eine Herzensangelegenheit. Ob Städte- oder Schulpartnerschaften, Jugendaustausche, die Einweihung des Europakanals, ein Fest anlässlich der Verleihung der Europafahne: Für sein Engagement für Europa erhielt Eineder kurz nach seinem Ausscheiden als Bürgermeister von Albert Deß und der Europäische Volkspartei (EVP) die Europamedaille überreicht.

Ausschließlich lobende Worte hat Gerlinde Delacroix für Eineder parat: „Es gibt diese Menschen, die eine Stadt nicht nur verwalten, sondern sie prägen.“ Auf Eineder treffe das zu.
Rudolf Eineder: Erst Lehrer in Berching, dann Bürgermeister
Doch dass Eineder überhaupt die Stadt so prägen konnte, war eher dem Zufall geschuldet. Ursprünglich stammt Eineder aus Thundorf, einem Ortsteil der niederbayerischen Stadt Osterhofen. Nach seiner Schulzeit auf dem Gymnasium in Passau studierte er in Regensburg Lehramt. Lehrer war Eineders Traumberuf – und den übte er ab 1972 in Berching aus.
Während seiner Zeit als Lehrer der Grund- und Mittelschule verliebte er sich in die Stadt und baute in Berching ein Haus. 1993 wurde er Rektor in Mühlhausen, 1996 Bürgermeister von Berching.
Berchings Altbürgermeister lebt in Regensburg
Als er 2008 von Ludwig Eisenreich beerbt wurde, lebte Eineder noch einige Zeit in Berching. Danach zog er mit seiner Frau Irma nach Regensburg. Dort wohnen ihre beiden Töchter. Zudem hat das Ehepaar einen Sohn – und sieben Enkel. „Als Opa ist er total ausgebucht“, lacht Delacroix.
Zu besonderen Anlässen kommt Eineder aber gerne nach Berching – wie zu seiner Geburtstagsfeier. Beim Anstoßen überraschte das Team der Pocket Opera aus Nürnberg mit einem Auszug aus ihrer Produktion „Sax on the Beach“ den Altbürgermeister.