Zahl der Straftaten im Landkreis Schwandorf auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren

Von Mittelbayerische Zeitung · 14. Mai 2026 um 15:00

„Der Landkreis Schwandorf ist eine Region, in der es sich weiter sehr sicher leben lässt“: Auf diesen Nenner brachte Polizeipräsident Thomas Schöniger die Lage bei der Übergabe des Sicherheitsberichts an Landrat Thomas Ebeling (CSU) im Landratsamt. Die Zahl der Straftaten ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken. Das geht aus einer Mitteilung aus dem Landratsamt Schwandorf hervor.

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Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Demnach war bei den Gesamtstraftaten ein Rückgang um fast neun Prozent auf den niedrigsten Stand der vergangenen zehn Jahre zu verzeichnen. Die Aufklärungsquote mit knapp Dreiviertel aller Straftaten ist weiter hoch und liegt über dem bayernweiten Schnitt. Die Zahl der Straftaten je 100.000 Einwohner wiederum liegt deutlich unter dem bayernweiten Durchschnitt.

Behörden-Zusammenarbeit ein wichtiger Baustein

Polizeipräsident Schöniger hatte mit einigen Vertretern der örtlichen Dienststellen Landrat Thomas Ebeling seinen jährlichen Besuch abgestattet, um den Sicherheitsbericht des vergangenen Jahres vorzustellen. Beide Seiten waren sich einig, dass die Sicherheitslage im Landkreis sehr gut sei und die gute behördliche Zusammenarbeit einen wichtigen Baustein hierfür darstelle.

In allen Deliktskategorien konnte im Landkreis ein Rückgang verzeichnet werden. Im Jahr 2025 wurden nach Angaben der Polizei 4388 Straftaten erfasst. Die Häufigkeitszahl, also die Anzahl an Straftaten pro 100.000 Einwohnern, fiel auf den niedrigsten Stand der vergangenen zehn Jahre.

Nur in der Corona-Zeit gab es weniger Gewaltdelikte

Mit dem zweitniedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre – nur im Jahr 2021 während der Corona-Phase wuren hier weniger Delikte verzeichnet – wurde auch bei der Gewaltkriminalität ein erfreulicher Rückgang festgestellt. Hierunter fallen unter anderem die Tatbestände Körperverletzung, Mord, Raub und räuberische Erpressung. Mit fast 92 Prozent liegt die Aufklärungsquote in diesem Bereich noch einmal deutlich über dem Gesamtdurchschnitt – fast jeder Täter wurde gefasst.

Nach den Ausführungen von Polizeipräsident s Schöniger beeinträchtigt die Straßenkriminalität sehr stark das subjektive Sicherheitsgefühl, da die Straftaten im öffentlichen Raum stattfänden und stärker wahrgenommen würden. Die Straßenkriminalität ist nach seinen Angaben im Vergleich zur Entwicklung vor 2021 aber rückläufig. Auch hier konnte im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um rund zehn Prozent festgestellt werden. Die Aufklärungsquote liegt hier bei rund 27 Prozent der Fälle. Bei den Sachbeschädigungen zeigte sich hingegen jedoch ein Anstieg um rund sechs Prozent auf 542 Fälle im Jahr 2025.

Landrat Thomas Ebeling erörterte mit den Vertretern der Polizei auch die Lage am Bahnhof in Schwandorf. Der Landrat führte aus, dass mitunter ein schlechtes Sicherheitsgefühl am Bahnhof herrsche. Polizeipräsident Schöniger räumte ein, dass Bahnhöfe grundsätzlich eine Sogwirkung auf soziale Randgruppen ausüben würden, die Lage am Bahnhof Schwandorf jedoch gut sei. Der Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Schwandorf, Stefan Amann, ergänzte, dass die Polizei den Bahnhof täglich über den Streifendienst überprüfe.

Von der Gesamtzahl der Tatverdächtigen entfielen 1739 auf deutsche Staatsbürger, was einem Rückgang um rund fünf Prozent entspricht. Nichtdeutsche Tatverdächtige nehmen einen Anteil von rund 36 Prozent ein, also 991 in absoluten Zahlen. Im Vergleich zum Vorjahr wurde hier ein leichter Anstieg um 1,4 Prozent festgestellt. Der Anteil der Zuwanderer an nichtdeutschen Tatverdächtigen nimmt hingegen ab. Zu den Asylunterkünften im Landkreis Schwandorf stellte der Polizeipräsident fest, dass diese keinen Brennpunkt für Kriminalität darstellten und zudem regelmäßig kontrolliert würden.

Zum Abschluss des Gesprächs zog der Polizeipräsident ein positives Fazit hinsichtlich der Kriminalitätsbelastung im Landkreis Schwandorf und stellte heraus, dass die guten Ergebnisse nur gemeinsam erreicht werden können. Landrat Thomas Ebeling stimmte dem zu und bedankte sich seinerseits für die stets sehr gute Zusammenarbeit.

Bei den Unfällen gibt es keine Entlastung

Leitender Polizeidirektor Gerhard Huf vom Polizeipräsidium Oberpfalz ging bei der Vorstellung des Sicherheitsberichts auf die Verkehrslage ein. Hier musste nach seinen Angaben ein Anstieg der Unfälle festgestellt werden. Insgesamt wurden 5044 Verkehrsunfälle gezählt (Vorjahr: 4646).

Auch bei den verletzten Personen in Folge eines Verkehrsunfalls erhöhte sich die Anzahl von 663 im Vorjahr auf 677 in 2025. Besonders bedauerlich sei der deutliche Anstieg der Verkehrstoten von sieben Personen im Jahr 2024 auf 17 Personen im vergangenen Jahr. Leitender Polizeidirektor Huf führte dazu aus, dass knapp jeder dritte getötete Verkehrsteilnehmer auf überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen sei. Die Anstrengungen zur Prävention und Überwachung in diesem Bereich würden durch die Oberpfälzer Polizei weiterhin mit hoher Priorität fortgeführt, kündigte er an.

Landrat Thomas Ebeling warb in diesem Zusammenhang für einen umsichtigen und rücksichtsvollen Umgang im Straßenverkehr: „Umsichtiges Handeln sollte immer im Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer sein. Der Landkreis Schwandorf investiert zudem stetig in seine Verkehrsinfrastruktur, um möglichst gute und sichere Rahmenbedingungen zu schaffen“, so der Schwandorfer Landrat.