Kleine Maus mit großer Wirkung: Die Wirtin des Hantavirus ist auch in Cham zuhause

Da wird die Ratte staunen: Bisher flüchtete sie als Erste von Bord, wenn dem Schiff Unheil drohte. Und nun treibt eine kleine Maus die Passagiere über die Planken – weil von ihr oder ihrem Mitreisenden Unheil droht. Das Hantavirus, dessen Wirt die Rötelmaus ist, hat auf dem Kreuzfahrtschiff Hondius gewütet. Die Heimat der kleinen Maus ist auch der Landkreis Cham, wo sie auch schon gewirkt hat.
Die letzte Hantavirus-Erkrankung hier im Landkreis, die dem Gesundheitsamt Cham bekannt ist, wurde im November 2024 registriert. „Die betroffene Person entwickelte zunächst grippeähnliche Beschwerden. Im Verlauf kam es vorübergehend zu einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion“, erläuterte das Gesundheitsamt auf Nachfrage.
Als mögliche Infektionsquelle wurde aufgewirbelter Staub beim Aufräumen eines Dach- beziehungsweise Heubodens angenommen. Insgesamt seien Hantavirus-Infektionen im Landkreis Cham aber durchaus selten. In den vergangenen zehn Jahren wurden laut Gesundheitsamt etwa 15 Fälle registriert. Nur 2019 waren es in einem Jahr einmal gleich vier Fälle.
Schwer Verläufe im Landkreis Cham sind eher selten
Die Erkrankung verlaufe häufig mit Fieber, Kopf-, Rücken- und Gliederschmerzen. In einzelnen Fällen könne zusätzlich die Nierenfunktion beeinträchtigt werden, so dass eine ärztliche Behandlung oder auch eine stationäre Überwachung notwendig werden könne. „Schwere Verläufe sind insgesamt selten“, betonen die Chamer Mediziner.
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Im Zusammenhang mit dem aktuell medial diskutierten Hantavirus-Ausbruch auf einem Schiff weist das Chamer Gesundheitsamt zudem darauf hin, dass es sich dort nach bisherigen Erkenntnissen um eine andere, in Südamerika vorkommende Virusvariante handelt. Die in Bayern auftretenden Hantavirus-Infektionen unterscheiden sich hiervon deutlich und werden typischerweise über Nagetiere beziehungsweise deren Ausscheidungen übertragen: „Eine relevante Übertragung von Mensch zu Mensch wird bei den in Deutschland vorkommenden Virusvarianten nicht beobachtet.“
Über 1000 Fälle von Borreliose in zehn Jahren
Deutlich häufiger und dadurch gefährlicher sind in der Region die Erkrankungen FSME und Borreliose, die durch Zecken übertragen werden. In den vergangen zehn Jahren seien im Landkreis Cham insgesamt rund 116 FSME-Fälle registriert worden. Bei der Borreliose lagen die gemeldeten Fallzahlen im gleichen Zeitraum sogar bei 1140 Fällen.
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Borreliose tritt grundsätzlich ganzjährig auf, während FSME-Erkrankungen überwiegend in den wärmeren Monaten registriert werden, „zunehmend werden jedoch auch außerhalb der klassischen Zeckensaison einzelne Fälle beobachtet“, so das Gesundheitsamt.
Alle drei Erkrankungen müssen dem Amt mitgeteilt werden: „Der labordiagnostische Nachweis einer Hantavirus-Infektion sowie FSME ist nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig.“ Borreliose sei bundesweit nicht meldepflichtig. In Bayern bestehe jedoch eine landesrechtliche Meldepflicht.