Automobilzulieferer Mahle schließt sein Werk in Neustadt – mehr als 400 Arbeitsplätze betroffen

Von Passauer Neue Presse · 12. Mai 2026 um 15:49

Für die Beschäftigten bei Mahle in Neustadt (Landkreis Kelheim) war es eine monatelange Zitterpartie. Nun steht fest, was viele bereits befürchtet haben: Der Automobilzulieferer mit Sitz in Stuttgart schließt sein Werk in Neustadt. Mehr als 400 Arbeitsplätze sind betroffen, darunter sich 350 Festangestellte und mehrere Dutzend Leiharbeiter.

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Der von der IG Metall für Dienstag angekündigte ganztägige Warnstreik wurde von einer Mitarbeiterinformation überschattet. Die Mahle-Führung habe den Beschäftigten in Neustadt mitgeteilt, dass der Standort im Landkreis Kelheim geschlossen werde, teilte die IG Metall mit.

„Dass der Arbeitgeber den Beschäftigten nun offen die Schließung ihres Werks ankündigt, ist ein Skandal“, sagte Rico Irmischer, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg, und zeigte sich kämpferisch: „Gleichzeitig zeigt dieser massive Streikstart, dass die Rechnung des Managements nicht aufgeht. Das Werk steht komplett still – und die Beschäftigten werden sich mit aller Kraft gegen diese Schließungspläne wehren.“ Mit dem ganztägigen Warnstreik würden die Beschäftigten deutlich machen, dass sie eine Schließung des Standorts nicht kampflos hinnehmen werden. Ziel bleibt weiterhin eine verlässliche Zukunftsperspektive für Neustadt. „Dieser Warnstreik ist ein letzter, unübersehbarer Warnschuss“, warnte Irmischer.

Mahle-Werk in Neustadt: Verhandlungen blieben ergebnislos

„Was hier in Neustadt passiert, ist ein Frontalangriff auf eine engagierte, leistungsfähige Belegschaft“, schimpfte Boris Schwürz, Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Mahle. Die Geschlossenheit und Entschlossenheit würden ein klares Signal an die Konzernzentrale in Stuttgart senden.

Die Beschäftigten kämpfen schon länger um den Erhalt ihres Standortes. Doch die Verhandlungsrunden blieben ergebnislos. Die Arbeitgeberseite habe sich geweigert, Zusagen zur Zukunft des Standortes zu machen, kritisiert die IG Metall. Es habe Konzepte gegeben, wie Neustadt wirtschaftlich sinnvoll und wettbewerbsfähig aufgestellt werden könne – auch im Vergleich zu Senica in der Slowakei, schreibt die Gewerkschaft in einer Mitteilung. „Doch es blieb jede Bewegung aus.“

Lesen Sie hier einen ausführlichen Bericht zu der Schließung des Mahle-Werks in Neustadt.