WhatsApp-Star auf vier Pfoten: Maria Kreuzer aus Biberbach trainiert ihre Hündin Mia

Maria Kreuzer und ihre Hündin Mia sind unzertrennlich – und wenn sie eine Abendrunde durchs Dorf drehen, haben sie richtig Spaß miteinander. Wie groß der ist, lässt sich an den Fotos und Videos erkennen, die immer wieder im WhatsApp-Status der 45-Jährigen auftauchen… Sie zeigen ihren Magyar Vizsla, wie er trittsicher die Holztreppe einer Spielplatz-Rutsche hinaufklettert, um auf der anderen Seite hinabzurennen – wie er mit Leichtigkeit eine Wippe nach unten drückt und beim Gassigehen auf Kommando einen halben Meter in die Luft springt.
Seit knapp fünf Jahren gehört Maria Kreuzer, die mit ihrem Mann in Biberbach (Gemeinde Treffelstein) lebt, der Rettungshundestaffel des BRK Cham an. Nach der Ausbildung hatte sie Ende 2024 mit ihrer heute fünf Jahre alten Mia die Prüfung als Rettungshundeteam in der Sparte Flächensuche bestanden. Seit 2025 fungiert Kreuzer darüber hinaus als stellvertretende Fachdienstleiterin. Im Februar 2026 schloss sie ihren Gruppenführer-Lehrgang ab.
Ungewöhnliches Training für einen Rettungshund
Mit ihren ulkigen Fotos und den unterhaltsamen Bewegtbildern hat sie auch die Aufmerksamkeit der BRK-Pressestelle erregt. Sie wollte wissen, was es mit den besonderen „Trainingseinheiten“ auf sich hat.
Die wichtigste Botschaft vorneweg: Mit normaler Rettungshundearbeit hat das, was Maria und Mia da gemeinsam auf Spielplätzen und Feldwegen veranstalten, nichts zu tun. Und: Kreuzer ist es ein Riesenanliegen, darauf hinzuweisen, dass sie sich mit einem Beitrag über ihren quirligen Vierbeiner keinesfalls hervortun wolle.
Alle anderen Staffelkollegen hätten ebenfalls wunderbare, einzigartige Tiere. Für Mia sei all das nur Spaß. „Freddi, der Hund unserer Kollegin Mascha Zeltenhammer, kann das alles noch viel besser“, sagt die BRK-Aktive bescheiden. Als ausgebildeter Trümmersuchhund gehöre es für ihn im Einsatzalltag fest dazu, kletternd Hindernisse zu überwinden. Überhaupt sei es in der Rettungshundearbeit ein wichtiges Grundelement, den Tieren das Begehen seltener Untergründe beizubringen – „oder auch, einmal irgendwo hinaufzusteigen“.

Begeisternd sind Mias Können und ihre dynamische, verspielte Art trotzdem. Und sie sei schon eine besondere Marke, oder? „Ja, Blödsinn macht sie immer gern“, sagt Kreuzer und beginnt zu erzählen, wie sie auf die Idee kam, ihrer Hundedame all diese Dinge beizubringen.
Ja, Blödsinn macht sie immer gern.Maria Kreuzer scherzend über ihre Hündin Mia
Während ihrer Gassi-Tour durch Biberbach habe sie angefangen, „Auf!“ zu Mia zu sagen – immer dann, wenn sie auf etwas hochspringen sollte. Der Ort? War eher Zufall! Der Spielplatz mit der Rutsche und der Holzstiege lag auf dem Weg, Kreuzer trainierte dort immer ein wenig Unterordnung. „Da raufzusteigen, hat sie selbst angeboten, – und das habe ich gefördert“, erläutert sie. Aufgeweckt und intelligent, wie sie ist, brauchte Mia keine zwei Wochen, bis sie die Kletterpartie perfektioniert hatte.
Unterhaltsame Luftsprünge auf WhatsApp
Ähnlich funktionierte das Spielchen an der Wippe, die der Magyar Vizsla mit den Vorderpfoten energisch nach unten drückt. „Ich habe da einfach nur draufgezeigt und sie hat das für sich angenommen und damit angefangen“, berichtet die Ehrenamtliche.
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Mit den unterhaltsamen WhatsApp-Luftsprüngen begann es genauso. Die stellvertretende Fachdienstleiterin, die in Furth im Wald bei einem mittelständischen Unternehmen in der Finanzbuchhaltung arbeitet, begann eines Tages damit, Leckerli für Mia in die Luft zu werfen. Hob sie zum Fangen vom Boden ab, sagte die Hundeführerin zu ihr: spring. „Jetzt geht das alles mit einem Wort – und schon hüpft sie. Ich drücke ein paar Mal ab – und der beste Schnappschuss landet im Status“, erzählt Kreuzer und lacht.
Ebenfalls lieb anzuschauen: Mias Verhalten, wenn die 45-Jährige einen Gegenstand, etwa ein Bringsel, weggeworfen hat. Passt ihre tierische Begleiterin einmal nicht auf, lässt sie unterm Gehen gerne etwas fallen. Sobald die Rotkreuzlerin das Kommando „Verloren!“ gibt, läuft der aufgeweckte Vierbeiner 20, 30 Meter zurück, um die Sache zu holen.
„Das ist mein Seelenhund - mein ein und alles“
Und: Der Kurzhaarige Ungarische Vorstehhund kann „schleichen“. Heißt, sobald er dieses geflüsterte Wort hört, setzt er sich ganz langsam in Bewegung und setzt seine Pfoten vorsichtig eine vor die andere.
Was Mia generell auszeichnet? „Das ist mein Seelenhund – mein ein und alles“, schwärmt Kreuzer. „Sie war von Anfang an total aufgedreht, motiviert und arbeitsfreudig. Egal, was man mit ihr gemacht hat: Sie war nicht zu bremsen. Solche Sachen, bei denen sie mitdenken und Hirnarbeit leisten musste, waren förderlich, dass sie ruhiger geworden ist.“
Wer die Biberbacherin reden hört, mag kaum glauben, dass der Vizsla ihr erster Hund ist. Ihr Mann und sie hatten sich zwar schon länger Gedanken gemacht, trauten sich die Haltung durch ihre Berufstätigkeit aber nicht zu. Erst im April 2021 – mitten in der Corona-Pandemie – wagten sie den Anfang und holten Mia, die aus einem Wurf mit elf Welpen stammte. „Sie war die Kleinste. Mein Mann wollte sie, weil er meinte, sie sei die Ruhigste“, erinnert sich Maria Kreuzer und muss grinsen. Da hat sich jemand offensichtlich ganz schön getäuscht.Zum Glück für die Rettungshundestaffel, der das erfolgreiche Team 2021 als perfekte Ergänzung beitrat – und zur Freude all derer, die Maria Kreuzers WhatsApp-Status verfolgen.