Ramona Hofmeister: Polizistin, Snowboarderin und Olympionikin zu Gast in Herzogau

Von Martin Hladik · 8. Mai 2026 um 11:00

Dass sie mit Hunden kann, ist auf vielen Fotos der bekannten Snowboarderin Ramona Hofmeister zu sehen. „Familienhündin“ Chili, ein altdeutscher Schäferhund, ist beim Sommertraining und bei vielen Wettkämpfen dabei. Aber das ist nicht der Grund, warum die dreifache Olympiateilnehmerin bei der Diensthundeschule in Herzogau ist. Hofmeister ist nämlich nicht nur Spitzensportlerin, sondern auch Polizistin. Als Spitzensportlerin bei der bayerischen Polizei wird sie besonders gefördert.

Aber Spitzensportler sollen auch wissen, welche Laufbahn sie bei der Polizei ansterben, wenn die sportliche Karriere einmal vorbei ist. Und so hospitieren sie in verschiedenen Polizeieinrichtungen, eben auch in der Diensthundeschule in Herzogau. Das Gespräch mit Hofmeister kommt bei ihrem ihrem viertägigen Aufenthalt in Herzogau zustande. Mit dabei ist der Leiter der Diensthundeschule, Armin Fütterer.

Hofmeister war bereits beim Jubiläum in Herzogau

Es ist nicht der erste Kontakt der 30-jährigen Hofmeister mit der Diensthundeschule. Bereits 2025 zum 25-jährigen Jubiläum war sie als einer der Stars beim Tag der Offenen Tür. Und gleich danach passierte das, was der Sportlerin sicher noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Sie stürzt im September beim Training, bricht sich das Sprunggelenk und verletzt sich die Bänder. „Ein Tiefpunkt“, sagt sie. Vor allem weil damit auch ihre Olympiateilnahme im Februar in Gefahr war.

Wie sehr sich die Sportlerin mit Olympia identifiziert, kann man sehen. An ihrer Hand trägt sie einen kleinen silbernen Ring, in dem die olympischen Ringe eingeprägt sind. Ein Geschenk des Verbandes zur Qualifikation. Hofmeister kehrt nach der Genesung fulminant zurück, macht gleich bei ihrem ersten Weltcuprennen danach einen ersten Platz und hofft auch auf eine Medaille in Olympia. Doch daraus wird nichts. Sie stürzt im Viertelfinale. „Die Enttäuschung war groß, weil ich weiß, was möglich gewesen wäre“, sagt Hofmeister in der Rückschau drei Monate nach Olympia.

Im Rückblick müsse sie aber auch stolz auf das Erreichte sein. „Ich war fit und vor allem schmerzfrei.“ Und das bei einer Verletzung, bei der es in der Regel viel länger dauert, bis sie verheilt ist. „Olympia ist schon was ganz besonderes“, schwärmt die Spitzensportlerin.

Vielleicht weil sie ihre Bronzemedaille bei den Olympischen Winterspielen in China als ihren „größten Erfolg“ empfindet. Auch wenn sie Gold, Silber und Bronze bei diversen Weltmeisterschaften vorweisen kann. Bei Olympia in China sei auch ihre Familie dabei gewesen, das habe es zu etwas Besonderem gemacht, erzählt Hofmeister. Erfolg ist aber nicht das, was die 30-Jährige tatsächlich antreibt. Snowboard „macht einfach Spaß“, sagt sie.

Wie wichtig die Familie für ihren Sport war, wird klar, wenn Hofmeister über Anfänge als Snowboarderin erzählt. Sie habe zwei ältere Schwestern. Mit denen sei sie „immer dabei gewesen“ und schon mit vier Jahren aufs Snowboard gestiegen. Die ersten FIS-Rennen habe es dann so mit 13 gegeben. „Skifahren kann ich nicht so gut“, berichtet Hofmeister auf ein entsprechende Frage. Sie mache ganz allgemein gern Outdoorsport. Selbst minus 30 Grad in Kanada kann sie etwas abgewinnen.

„Eure Wälder hier sind auch sehr schön“

Und was macht eine Wintersportlerin im Sommer? „Material testen“, ist die spontane und erste Antwort von Hofmeister. Erst danach verweist sie auf die Ausdauersportarten wie Radfahren und Laufen. „Eure Wälder hier sind auch sehr schön“, sagt Hofmeister, die offensichtlich auch schon Laufstrecken bei Waldmünchen ausprobiert hat. Zuhause – das ist in Bad Reichenhall – begleitet sie dabei meist der Familienhund. Und wenn sie nicht sportelt, dann sind Klavierspielen und Backen ihr Hobby. Das eine trainiere das Gedächtnis, das andere sei ihr wahrscheinlich vererbet worden, denn „Opa war Bäcker und Konditor“.

Ende August beginnt dann die Vorbereitung auf die nächste Saison. Mit den ersten Rennen ab Dezember. Und die nächste Olympiade? Die wird 2030 in den französischen Alpen stattfinden. Ob aber noch Snowboarder dabei sind, steht in den Sternen. Denn derzeit werde überprüft, ob der Parallel-Riesenslalom noch olympisch sein soll, berichtet die Sportlerin. Sie selbst würde gerne noch lange dabei sein: „Solange der Körper mitmacht und je nachdem auch, was die Polizei mit mir vorhat.“