Grünes Licht für eine neue Rettungshundestaffel der DLRG Furth

Hightech trifft auf Instinkt: Während Drohnen und Sonar längst zur Wasserrettung gehören, setzt die DLRG Furth (Landkreis Cham) nun auf eine tierische Ergänzung – Hunde. Eine neue Rettungsstaffel könnte schon bald zeigen, wie effektiv die Kombination aus menschlichem Vertrauen und tierischem Spürsinn sein kann. Tobias Kögler, Vorsitzender der DLRG Furth, und Sabine Lemberger, die Initiatorin des Projekts, erläutern die Hintergründe und worauf es bei der Ausbildung ankommt.
„Wir sind eigentlich ganz frisch eingestiegen“, sagt Tobias Kögler zum Aufbau einer Rettungshundestaffel für die DLRG. „So richtig aktiv machen wir das Ganze jetzt seit zwei Monaten.“ Der Hintergrund des Projekts sei für ihn gewesen, Rettungshundestaffeln im Landkreis zu erweitern beziehungsweise eine aufzubauen, auf die dann auch die DLRG bei Einsätzen zurückgreifen kann. Das erste Ziel sei, einen einsatzfähigen Mantrailer-Trupp aufzustellen – wobei eine Staffel ab drei geprüften Teams als offiziell einsatzfähig gilt.
Eine Aufgabe, an der Hund und Mensch wachsen
Was bedeutet „Mantrailing“? Beim Mantrailing wird ein Mensch-Hund-Team speziell für die Personensuche ausgebildet. Endziel ist die Fähigkeit des Hundes, den individuellen Geruch eines Menschen zu verfolgen, um eine vermisste Person zu finden. Dabei muss er in der Lage sein, diesen einen Geruch unter allen anderen herauszufiltern, auch ältere Spuren zu verfolgen und sich in verschiedenen Geländearten – vom Wald bis zum urbanen Gebiet – zurechtzufinden. Die Aufgabe des Menschen besteht darin, seinem Hund zu vertrauen und ihn „lesen“ zu können. Bestimmte Voraussetzungen gebe es nicht, sagt Sabine Lemberger, prinzipiell seien fast alle Hunderassen geeignet. Wichtig sei nur, dass der Hund bereits einen „Such-“ beziehungsweise „Finderwillen“ habe, dass er menschenfreundlich sei und vor allem Spaß an der Ausbildung habe.

Den Anstoß und erste Pläne habe es schon im August vergangenen Jahres gegeben, als Sabine Lemberger mit der Idee auf die DLRG zugekommen sei. Schon seit 2012 betreibt sie ehrenamtliche Rettungshundearbeit, sie und ihre Hündin Maya sind geprüfte Mantrailer. Zusammen mit Maria Reichl, die schon seit mehreren Jahren ehrenamtlich im DLRG tätig ist, und Dieter Eckl übernimmt sie die Ausbildung und die Organisation und Konzeption der Trainingseinheiten. Alle drei haben bereits mehrjährige Mantrailing-Erfahrung und bereiten sich zusammen auf die notwendigen Prüfungen vor.
Wir wollen Menschen helfen, das ist und bleibt der Hintergrund.Sabine Lemberger
„Wir wachsen gerade in diese Rolle hinein und wir unterstützen uns da gegenseitig“, sagt Lemberger. „Wir haben bei der DLRG angefragt, weil wir etwas Eigenständiges in der Region aufbauen wollten.“

Große Pläne: Vom Mantrailing bis zur Wasserortung
Seit etwa zwei Monaten laufen die Trainingseinheiten für die geplante Rettungshundestaffel. Zwei Mal wöchentlich üben die angehenden Rettungsteams dafür jeweils etwa drei bis vier Stunden an wechselnden Orten, um die Spürnasen bestmöglich zu schulen. Neben den Mensch-Hunde-Teams stellen sich noch andere Personen aus der DLRG freiwillig als „Verstecker“ und „Leckerli-Geber“ zur Verfügung.
Je nachdem, wie viel Zeit die jeweiligen Teams haben und wie zügig das Training voranschreitet, rechnet Lemberger damit, vielleicht sogar schon im Herbst oder Winter dieses Jahres die Hundestaffel stellen zu können – generell dauert die Ausbildung etwa zwei bis drei Jahre.

Langfristig wolle man die Teams nicht nur auf die Vermisstensuche, sondern auch auf die Wasserortung schulen. Diese beinhaltet nochmal zusätzliche Anforderungen: Da es sich bei im Wasser vermissten Personen leider oft um verstorbene Personen handelt, müssen die Hunde nicht nur auf den individuellen Menschen-, sondern auch auf Leichengeruch trainiert werden, da sich der Geruch schon nach kurzer Zeit verändert. Dies wird meist mit Leichentüchern gemacht, die im Wasser versenkt werden. „Es ist natürlich auch eine traurige Arbeit, aber von der Ausbildung her super spannend“, sagt Lemberger zur Wasserortung.
Zunächst aber würden sich DLRG und Organisatoren auf die Mantrailer-Ausbildung konzentrieren. Aktuell gibt es noch weitere Interessierte innerhalb der DLRG, sodass sich auf Dauer potenziell acht Teams bilden könnten. Damit wäre die Further Hundestaffel die achte DLRG-Rettungshundestaffel in Bayern.





