Kelheims Fischerfest ist Familiensache – Das ist 2026 geboten, so viel kostet die Maß Bier

Von Beate Weigert · 6. Mai 2026 um 19:00

Vor 60 Jahren feierten die Kelheimer ihr erstes Fischerfest. Auch wenn wegen zweier Corona-Ausfälle 2026 kein Jubiläum ansteht, blickt die Familie, die seit 1966 Kelheims erstes Volksfest der Saison auf die Beine stellt, auf viele spannende Anekdoten. Wir trafen drei Generationen zur Zillenfahrt auf der Donau. Dabei erzählen die Fest-Macher, wofür sie brennen und wie es früher war.

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Privat fahren die Festmacher und Inhaber der Fischbraterei Stadler, Tamara und Bryan Petz, höchstens einmal im Jahr mit der Zille in den Biergarten, zum Donaugarten in Affecking etwa. Denn privat dürfen sie den flachen Kahn nur außerhalb der Weltenburger Enge nutzen. „Und zu mehr bleibt auch gar keine Zeit“, sagen sie. Richtung Weltenburg dürfen nur zwei Familienmitglieder steuern. Bruder Holger Petz und Vater Bernhard zählen zu den offiziellen Zillenfahrern. Insgesamt sind sechs Zillen vom Landratsamt zugelassen.

Tante Dietlinde führte einst die Familientradition fort

„Die Donau gehört zu uns“, sagt Tamaras Tante Dietlinde Stadler und auch für ihre Mutter Carola Petz ist der Fluss „Heimat“. Früher gehörte die tägliche Fahrt auf der Zille zum Alltag. Denn die Stadlers sind die traditionsreichste Fischerfamilie der Stadt. Otto Stadler, der Opa von Tamara Petz, gab den Beruf des Flussfischers einst an seine ältere Tochter Dietlinde weiter. Mit der kürzeren Fischerzille ging es sie viele Jahre bei Wind und Wetter auf die Donau, erinnert sich die 84-Jährige. Erst mit Vater und Großvater, später allein. Bis in die 2000er Jahre. 42 Kilometer Fischereirecht gehören zur Familie. Von Irnsing bis Mariaort bei Regensburg warf Dietlinde Stadler Netze und Reusen aus.

Einst gehörte die Pony-Kutsche mit dem großen Styropor- Hecht zum Auszug. In den beiden ersten Jahren führte der zum Wöhrdplatz. Erst später wurde am Pflegerspitz gefeiert. - Foto: Fotosammlung Familie Stadler

Brachsen, Barben und Co. holte Dietlinde Stadler aus dem Fluss. Manchmal um zehn Uhr abends, manchmal um 3 Uhr früh. Wie eben Wasser und Wetter passten. Freitags war in den 1950ern und 1960ern Fischmarkt in der Altstadt vor der Sparkasse. Ende der 1960er startete nicht nur das Fischerfest. Ab da gab es – wie noch heute – freitags den Stand der Fischbraterei am Wöhrdplatz. Ein Foto aus dem Familienalbum zeigt Tamaras Oma Magdalena mit Mama Carola und Tante Dietlinde.

Steckerlfisch, das ist bei Familie Petz Makrele

Mit der Fischerzille der Familie fährt heute nur noch die Festkönigin zum Festplatz. Die Ehre kommt am kommenden Mittwoch Sabine Mathes zu. Auch Donaufische gibt es am Fischerfest wie auch in der Fischbraterei seit Jahren nicht mehr. Sie wurden immer weniger nachgefragt, 2017 war Schluss.

Heute ordern die meisten Besucher am Fischerfest Steckerlfisch, sagt Tamara Petz. Im Gegensatz zu anderen Festen ist das bei ihnen Makrele. Die liebte die 37-Jährige schon als Kind. „Die haben wenig Gräten. Und viele, die sonst nicht so gerne Fisch essen, mögen sie.“ Dass sie als Paar ein Volksfest auf die Beine stellen, habe sich in den vergangenen Jahren eingespielt.

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Just zur Coronazeit hatten sie den Betrieb von den Eltern übernommen. „Wir sind ein gutes Team“, sagt Tamara und schaut ihren Mann Bryan an. Ihre Eltern stehen ihnen nach wie vor mit Rat und Tat zur Seite. Denn „ohne Familie geht gar nichts“. Wie sich die Festmacher selbst sehen? „Als Mädchen für alles “, sagen Bryan und Tamara.

In Tracht: Früher zogen Vater Otto Stadler (4.v.li.) und Tochter Dietlinde (re.) in Fischertracht zum Festplatz. Begleitet wurden sie von kostümierten Freunden der Stockschützen. - Foto: Fotosammlung Familie Stadler

Das Fischerfest ist die wichtigste Einnahmequelle der Fischbraterei und für die Kelheimer das erste Volksfest der Saison. Einst zahlte man für einen Donaufisch drei Mark und für die Maß Bier 4,50 Mark, weiß Tante Dietlinde. 2026 wird die Maß 10,70 Euro kosten, das sind 20 Cent mehr als 2025. In 58 Festjahren hatten sie vier Festwirte, sagt Dietlinde Stadler. 2026 zeichnet wieder Reinhard Gschrey verantwortlich.

Zwei Generationen im Stand der Fischbraterei: (v.li.) Mama Magdalena Stadler, Tochter Carola (damals etwa neun Jahre alt) und Tochter Dietlinde (27). - Foto: Fotosammlung Familie Stadler

Was gefällt Töchterchen Paula am besten? „Das Breakdance-Fahren.“ Und Sohn Theo (3) sehnt mehr als Steckerlfisch Runden im Kinderkarussell und Erdbeerspieße herbei. Überhaupt werde es heuer noch mehr Fahrgeschäfte geben, sagt Bryan Petz. Erstmals stellt zudem die Kelheimer Stadt-Feuerwehr ihre Fahrzeuge aus. Das BRK kommt mit einem Losstand. Es sei ihnen wichtig, dass das Fischerfest ein Fest für alle Generationen sei, gemütlich, so dass man mit der ganzen Familie hingehen könne. „Das bekommen wir immer wieder gesagt, dass das unser Fest ausmacht und das motiviert uns zum Weitermachen“, sagen Tamara und Bryan, während die Zille übers Wasser gleitet.

Auch wenn Dietlinde Stadler längst im Ruhestand ist und niemand in der Familie mehr beruflich fischt, die Donau ist das Element, das sie alle verbindet. Nicht nur die Jüngeren auch die frühere Flussfischerin geht immer noch gerne in der Donau baden. Auf Höhe vom Klösterl geht Dietlinde Stadler ins Wasser und schwimmt zurück nach Kelheim. „Was gibt es Schöneres?“ Na, vielleicht fünf Tage Fischerfest.

Unser Foto aus dem Familienalbum zeigt Bedienungen im Siebziger-Jahre-Dirndl vor dem Auszug am Kelheimer Rathaus-Portal. - Foto: Fotosammlung Familie Stadler

Vom 13. bis 17. Mai wird in Kelheim Fischerfest gefeiert

• Mittwoch, 13. Mai: 18 Uhr: Standkonzert am Rathaus, anschließend Einzug zum Festplatz und Anzapfen, ab 19.30 Uhr: Partyband „Öha“

• Donnerstag, 14. Mai: 10 Uhr, Ringkampf ATSV Kelheim – SV Weiß-Blau Untergriesbach, 13 Uhr: DSpreißler, 17.30 Uhr: Partyband Maxx

• Freitag, 15. Mai: ab 14 Uhr Kindernachmittag/Tag der Jugend (mit vergünstigten Preisen), 19.30 Uhr: Partyband Moosbüffel

• Samstag, 16. Mai: 13 Uhr: LTT-Tanzauftritte, 14 Uhr: Fahrzeug-Ausstellung FFW Kelheim, 19.30 Uhr: Band Klostergold

• Sonntag, 17. Mai: 10 Uhr: Frühschoppen, 15 Uhr: Bierzeltgaudi mit „Ver(d)ruckts Blech“