Spannendes Ringen um Posten des 3. Bürgermeisters in Burglengenfeld

Der neue Burglengenfelder Stadtrat hat sich noch gar nicht konstituiert, da zeichnet sich zwischen den beiden größten Fraktionen, SPD und CSU, ein erster Konflikt ab. Die Gretchenfrage, um die es geht: Wer soll der zweite Stellvertreter von Bürgermeister Martin Antretter (SPD) werden? Dazu gibt es sehr unterschiedliche Auffassungen.
Zum besseren Verständnis: In der zwölf Jahre umspannenden Ära von Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) hatte man sich darauf verständigt, dass der erste Stellvertreter aus den Reihen der Partei kommen sollte, welche die meisten Stimmen auf sich vereinen konnte. Den zweiten Stellvertreter sollte die Gruppe stellen, welche das zweitbeste Resultat vorzuweisen hatte. Deshalb bekleidete zwischen 2014 und 2020 Bernhard Krebs (SPD) das Amt des zweiten Bürgermeisters, Josef Gruber (CSU) war der dritte Mann. 2020 rückte Gruber noch eine Stufe höher, zum dritten Bürgermeister wurde Sebastian Bösl (SPD) bestimmt.
An diese Tradition würde die CSU als Verlierer der Wahl im März gerne anknüpfen. Ihr bisheriger Fraktionssprecher, Michael Schaller, erklärte, schon der Anstand gebiete es, dass die SPD der CSU ein Bürgermeisteramt überlasse. Und tatsächlich brachte die CSU bereits vor Wochen einen Mann ins Spiel, den sie bestens für den Posten für geeignet hält: Thomas Hofmann. Der Landwirt verfüge über reichlich Erfahrung in der Kommunalpolitik, gelte als Stimme des Umlands und sei flexibel, heißt es.
Fügt sich Antretter dem Druck der Genossen?
Doch so harmonisch und respektvoll der erste Austausch über gewisse Weichenstellungen nach übereinstimmenden Aussagen auch gewesen sein mag, schon bald mehrten sich die Zweifel, ob die Mehrheit der SPD-Fraktion bereit sein würde, der CSU entgegenzukommen.
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Bürgermeister Antretter räumte auf Anfrage der Redaktion vor rund einer Woche ein, dass es in seinem Lager zwei Meinungen gab und gibt. Er persönlich könne sich durchaus mit dem Vorschlag der CSU arrangieren, die breite Mehrheit aber tendiere eher zu einer anderen Lösung. Ihr Favorit sei eindeutig Gregor Glötzl von der Burglengenfelder Wählergemeinschaft, die sich bekanntlich vor der Stichwahl um das Bürgermeisteramt klar auf die Seite des SPD-Kandidaten geschlagen hatte.

Nach intensiven, auch kontroversen Diskussionen sollten bei den Sozialdemokraten am Wochenende die Würfel fallen. Und am Dienstag bestätigte Antretter, was zu vermuten gewesen war: Nach wie vor heißt Glötzl der von der SPD bevorzugte Kandidat. Sie werde den 43-jährigen Stadtentwicklungsplaner in der konstituierenden Sitzung am 12. Mai zwar nicht selbst vorschlagen, aber seine Wahl unterstützen.
Ob dieses Verhalten nicht als Widerspruch zu früheren Aussagen zu verstehen ist, in denen stets der Wille zur Kooperation auch mit der CSU betont wurde? Antretter winkt ab. An Zusammenarbeit mit den Christlich-Sozialen sei ihm natürlich noch immer sehr gelegen. Dies habe er am Mittwoch dem neuen Chef der CSU-Stadtratsfraktion, Markus Huesmann, auch zu vermitteln versucht.

Huesmann bestätigte eine weitere „Kontaktaufnahme“. Zu abschließenden Ergebnissen sei man aber nicht gekommen. Das liege freilich auch daran, dass es neben der Frage, wer der künftige 3. Bürgermeister sein sollte, viele weitere, wichtige Dinge zu besprechen gebe, zum Beispiel die Präsenz der Parteien in den Gremien der städtischen Tochterunternehmen.
Was die Wahl des 3. Bürgermeisters anbelangt, so deutet nichts darauf hin, dass die CSU ihren Bewerber zurückziehen würde, im Gegenteil. Und anders als Antretter hält es Huesmann für durchaus möglich, dass am 12. Mai Hofmann, nicht Glötzl das Rennen macht. Antretter will in Verhandlungen mit den Freien Wählern-Land (FWL) und dem Bürgerforum (BFB) herausgehört haben, dass es breite Unterstützung für den Rat der BWG geben wird; schon deshalb mache es keinen Sinn, auf Hofmann zu setzen. Huesmann indes zog aus den Gesprächen, die er mit Vertretern der genannten Gruppen führte, andere Schlüsse.
Weitere Personalien rücken in den Hintergrund
Wie auch immer: Sollte sich Gregor Glötzl durchsetzen, würde Antretter immerhin dafür plädieren, Hofmann eine andere repräsentative Funktion zukommen zu lassen. Ob dies das Amt eines „weiteren Bürgermeisters“ sein könnte, ist offen. Nach MZ-Informationen wäre dafür eigentlich der dienstälteste Rat zu benennen.

Angesichts dieser Konstellation rücken weitere Personalien in den Hintergrund, obwohl sie ebenfalls interessant sind. Wie erwähnt ist Huesmann der neue Fraktionschef der CSU. Der 50-jährige Rechtsanwalt löst Michael Schaller, der das Amt zwölf Jahre lang ausgeübt hat, ab. Und auch bei der SPD gibt es Veränderungen: Sebastian Bösl gilt als sicherer Kandidat für die Wahl des 2. Bürgermeisters und übergibt den Vorsitz in der Fraktion an Hans Deml.