Hotel mit eigenem Solarpark: Rimbachs Bürgermeister lobt Innovation im Ulrichshof

Von Mittelbayerische Zeitung · 6. Mai 2026 um 15:00

Die Baukräne in Zettisch gehören zum ganzjährigen Bild, zumindest seit den letzten paar Jahren sind diese nicht zu übersehen. Stillstand kennt die Familie Brandl, Besitzer des Familien- und Kinderhotel Ulrichshof, nicht. Gebaut, verändert, erweitert wird immer. Grund genug für Bürgermeister Heinz Niedermayer, dem Rimbacher Gemeindeoberhaupt, sich nach dem „Stand der Dinge“ vor Ort zu informieren.

Ulrich N. Brandl, der sich nach eigener Aussage „aus dem operativen Geschäft heraushält“, seine beiden Söhne Nikolaus und Benjamin sowie Michaela Lankes empfangen Niedermayer im Foyer, auf der imposanten Treppe zur Rezeption des Hotels. Später geht es ins „OHM“, das Panorama-Restaurant.

Hervorragende Auszeichnung

Bürgermeister Niedermayer sagte: „Es erfüllt mich mit großem Stolz, dass der Ulrichshof im Rahmen der Falstaff Hotel Awards zum ,Besten Family-Hotel Deutschland gekürt wurde. Herzlichen Glückwunsch zu dieser herausragenden Auszeichnung!“ Bei den renommierten Falstaff Hotel Awards wurde das Familienhotel im Bayerischen Wald in Wien von der Jury als Sieger in der Kategorie „Bestes Family-Hotel Deutschland“ ausgezeichnet. Die Falstaff Hotel Awards zählen zu den bedeutendsten Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Jährlich prämiert das Magazin gemeinsam mit einer Fachjury herausragende Hotelbetriebe in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol. Grundlage ist unter anderem der Falstaff Hotel Guide, der zu den wichtigsten Orientierungshilfen für anspruchsvolle Reisende zählt.

Operativ geführt wird das Haus bereits von der nächsten Generation: Nikolaus Brandl und Benjamin Brandl verantworten zusammen mit Michaela Lankes die Weiterentwicklung des Hotels und treiben neue Konzepte und Projekte mit frischen Impulsen voran. Auch für die kommenden Jahre verfolgt die Hoteliersfamilie eine klare Vision: Der Ulrichs-hof soll sich als eines der führenden Premium-Familienhotels im europäischen Raum etablieren – mit dem Ziel, zu den wenigen 5-Sterne-Superior-Häusern für luxuriösen Familienurlaub zu zählen. „Wir wollen weiterhin neue Wege gehen und den Familienurlaub aktiv weiterentwickeln – mit innovativen Ideen, einem klaren Qualitätsanspruch und dem Mut, Dinge anders zu denken“, so Nikolaus Brandl. Dazu zählen unter anderem innovative Architekturkonzepte, neue pädagogische Ansätze sowie ein konsequent weiterentwickeltes Serviceverständnis. „Unser Anspruch ist es, einen Ort zu schaffen, an dem sich jede Generation wiederfindet – und an dem gemeinsame Zeit zu echten Erinnerungen wird.“

Ein gewohntes Bild: Kräne zeugen von großen Bautätigkeiten in und über Zettisch. - Foto: A. Eckert

Dort wo zur Zeit der Kran noch seine Arbeit bei der Aufstockung und Renovierung der „Residenz“ verrichtet, soll als Nächstes das Restaurant im ehemaligen Eingangsbereich aufgestockt werden. Die Bettenzahl liegt derzeit bereits an der 500er-Grenze. Was zur Folge hat, dass auch im Restaurant-Bereich eine multifunktionale Erweiterung stattfinden wird. Die Planungen dazu sind im vollen Gange. Von derzeit 70 Tischen wird auf 120 Tische aufgestockt. „Der sukzessive Ausbau und Erweiterung von Familien-Suiten erfordert die Vergrößerung auch dieser Infrastruktur“, begründet Nikolaus Brandl das Vorhaben.

Auch der Eventbereich für Veranstaltungen unterschiedlichster Art wird kontinuierlich erweitert. Unter anderem ist zwischen Reitstall und Reithalle eine besondere Event-Fläche für Festivitäten der besonderen Art mit Tenne und Panoramablick, abgetrennt zwischen großflächigen Glaselementen geplant.

Solarpark: 100% Eigenverbrauch

Ein Meilenstein beim immer schon gelebten Anspruch, die benötigte Energie weitgehend ökologisch selbst zu erzeugen, ist der Solarpark im Süden der Hotel-Anlage. Ein ambitioniertes und wohl durchdachtes Energieprojekt. „In ein paar Tagen wird es losgehen, bis Ende August wollen wir fertig sein“, so die Hoffnung von Ulrich N. Brandl. Die Planungen und Genehmigungen sind durch. Der zusätzlich erzeugte Ökostrom wird vollständig im Betrieb verbraucht – es erfolgt also keine Einspeisung ins öffentliche Netz. Diese ist aufgrund der Einspeisebedingungen des Netzbetreibers nicht möglich. Zur Durchführung dieses großen Bauvorhabens ist ein versierter Generalübernehmer beauftragt worden.

Auf den vielen großflächigen Dächern des Ulrichshof sind bereits viele hundert Photovoltaik-Platten verbaut. Sie liefern bereits einen Megawatt an Strom. Dazu kommen etwa 2,2 MWh Erzeugungsleistung vom Solarpark um den 4-MWh-Speicher kontinuierlich zu „befüllen“. Die benötigten Stromkabel müssen dazu über ein paar hundert Meter weit, Richtung Niesassen und Zettischmühle, eingegraben werden.

Erwartet wird eine Deckung von 60 bis 65 Prozent des Energiebedarfs im laufenden Betrieb. Mit vollem Speicher kann das Hotel bis zu acht Tage autark betrieben werden.