10.000 Quadratmeter zum Toben: Mega-Baustelle am Ulrichshof in Zettisch geht voran

Am Ulrichshof Nature · Family · Design in Zettisch in der Gemeinde Rimbach (Landkreis Cham) ragt seit Monaten ein Kran in den Himmel. Lastkraftwagen bringen Material für den Innenausbau. Ein dumpfes Hämmern ist zu hören. Neben der Flex eines Bauarbeiters fliegen Funken in die Luft. Auf der Baustelle in der zukünftigen Spiel-KISTE des Familienhotels ist einiges los.
Die Baustelle am Ulrichshof bewegt sich auf einer Fläche von rund 10.417 Quadratmetern in großen Schritten vorwärts. Der Fokus des Neubaus liegt auf der Spiel-KISTE, die ihre „Vorgängerin“, die Spielscheune, ablöst. Nicht nur Hotelgäste können sich an den Neuheiten wie den geplanten Escape-Rooms erfreuen, auch externe Gäste werden einige der künftigen Angebote nutzen können. Zudem streben die Geschäftsführer den fünften Stern an – mit Einfluss auf das Gästeklientel.
Grund für die nächste Erweiterung am Ulrichshof war unter anderem die in die Jahre gekommene Spielscheune. „Bevor wir sämtliche Modernisierungs-Auflagen einer alten Scheune erfüllen, haben wir uns dazu entschieden, eine Neue zu bauen“, sagt Nikolaus Brandl. Er und sein Bruder Benjamin sind als Juniorchefs Teil der Ulrichshof-Geschäftsführung, die von Vater Ulrich N. Brandl und Michaela Lankes vervollständigt wird.
Urlaub auf dem Bauernhof: Anfangs mit neun Zimmern
Was einst als Urlaub auf dem Bauernhof mit neun Zimmern begonnen hat, ist heute ein Eldorado für Familien. 101 Gästezimmer hat der Ulrichshof aktuell. 129 sind es, wenn der Umbau fertig ist. „Langfristig planen wir, bei circa 150 Zimmern zu landen“, sagt Nikolaus Brandl.
Grüne Pflanzen ragen vom Balkongeländer herab, die Wände sind von Moos besäumt: Betritt man die neue Lobby, bekommt man das Gefühl, als würde man in einen Wald hineingehen. Die Umbauarbeiten dafür begannen im November 2021. In der ersten Bauphase wurde die Lobby vergrößert, um mehr Raum für an- beziehungsweise abreisende Gäste zu schaffen. „Es kommt schon mal vor, dass an einem Freitagnachmittag 60 Familien gleichzeitig anreisen. In der alten Lobby war dann immer alles voll, das war nicht gut“, sagt Nikolaus Brandl.
Zudem wurde die Hotelanfahrt neu gebaut: Dort gibt es jetzt den Ulrichsplatz – ein ruhiges Fleckchen vor dem Hoteleingang, damit Kinder besser vor den Autos geschützt sind, so Brandl. Des Weiteren wurde eine neue Parkgarage gebaut, auf deren Dach eine Grünanlage mit Tretauto-Fahrbahn geplant ist.
Zweite Bauphase mit Fokus auf Spiel-KISTE
Die zweite Bauphase konzentriert sich auf die Spiel-KISTE. Waren es in der alten Spielscheune noch 1500 Quadratmeter Fläche, können sich Kinder und Jugendliche künftig auf einer Fläche von sage und schreibe 10.000 Quadratmetern austoben. Dort entsteht ein Kletterparadies mit Abenteuerspielplatz, eine Trampolinhalle und eine Indoor-Outdoor Tretauto-Fahrbahn. Zudem wird es einen Teens-Only-Bereich „zum Chillen“ geben, sagt der Juniorchef. Auch die Kinderbetreuung findet in der Spiel-KISTE ihren Platz – „und ist zehnmal so groß wie vorher“, so Nikolaus Brandl. Für Eltern wird es dort eine Coffee-Lounge geben, angrenzend an den Krabbelbereich für Kleinkinder. Ganz oben wird das Menürestaurant mit dem Namen – wie sollte es auch anders sein – „Ohm“ (oben) errichtet. Auch externe Gäste sowie Einheimische können dort künftig ein Essen und den Ausblick über Zettisch genießen. Zur Bauphase zwei gehört noch der Neubau eines Zimmergebäudes, genannt Bergschloss. Es soll 32 Familien-Suiten umfassen.
Künftig soll es einen Raum geben, in dem es ganzjährig schneit
Vorgesehen ist außerdem ein 7,5 Meter hoher „Schneeraum“, der ganzjährig mit einer Kanone beschneit werden soll – Rodelspaß und Schneeballschlachten inklusive, sagt der Juniorchef. Des Weiteren sind zwei Escape-Rooms geplant. Diese können ebenfalls von Nicht-Hotelgästen genutzt werden. Die Eröffnung der einzelnen Bereiche werde schrittweise erfolgen. „Wir wollen es ruhig angehen und deswegen Stück für Stück eröffnen, das ist auch wichtig für die Mitarbeiter“, sagt Brandl.
Das mittlerweile 23 Millionen Euro-Projekt wurde anfangs mit 21 Millionen Euro angesetzt. Die Entwicklung der Baupreise war, wie Brandl sagt, „eine absolute Katastrophe“ – ausgelöst durch den Ukraine-Krieg, aber nicht nur. „Baubegleitend sorgen auch immer weiter ausufernde Auflagen für immer höhere Kosten, zum Beispiel der Brandschutz.“ Hinzu seien Probleme in der Materialbeschaffung und Personalengpässe bei den Baufirmen gekommen. „Das Operative ist aber sehr gut verlaufen“, blickt er auf den bisherigen Fortschritt der Bauarbeiten zurück.
Bestimmtes Gästeklientel erreichen
Das Ziel der Hotelbetreiber ist der fünfte Stern. Die Klassifizierung setzt unter anderem eine 24-Stunden-Rezeption oder einen Wagenmeister für das Gepäck voraus. Die Neuerungen sind laut Brandl nicht notwendig, um den fünften Stern zu bekommen, „aber das größere Angebot hilft natürlich dabei“, sagt er.
Der Weg zu den fünf Sternen sei insgesamt ein schwieriger: „Ein Ferienhotel mit vier Sternen gönnt man sich schon mal. Aber Gäste, die Fünf-Sterne-Hotels bevorzugen, haben einen noch höheren Anspruch an Qualität und Angebot, welcher auch seinen Preis hat. Die Herausforderung ist, in dieser Zielgruppe bekannt zu werden und sie als Gäste zu gewinnen“, sagt Brandl, der sich über eine neue Auszeichnung für den Ulrichshof freuen kann.
Mit dem kinderhotel.info Award ausgezeichnet
Anfang des Jahres wurde das Familienhotel in der Kategorie Top-5-Neueinsteiger mit dem kinderhotel.info Award ausgezeichnet. Die Suchplattform für Familienunterkünfte vergibt diesen Award an die 50 besten Kinderhotels. Kriterien sind dabei unter anderem Ausstattung, Online-Bewertungen und Anzahl der Zimmer.
„Wir freuen uns sehr, den Award bekommen zu haben und mit dem Portal zusammenzuarbeiten, weil es eine authentische Suchplattform ist“, sagt Brandl. „Wir würden uns freuen, wenn wir da länger dabei sind.“







