Furths Bürgermeister findet Bienenschwarm im Baum – Was in dem Fall zu tun ist

Von Mittelbayerische Zeitung · 4. Mai 2026 um 15:00

„Die ersten Bienen habe ich auf dem Heimweg vom Auto aus schon gesehen.“ So erzählt der Further Bürgermeister Sandro Bauer die Situation, als er vergangene Woche einen Bienenschwarm in einem Baum neben seinem Grundstück im Landkreis Cham fand. „Das hab ich dann auf Facebook geteilt, und es hat sich auch direkt ein Imker bei mir gemeldet und die Tiere abgeholt“, so Bauer. „Zum Glück, denn sonst hätten sie wegen der Kälte die Nacht vielleicht nicht überlebt.“

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„Das ist einfach die natürliche Vermehrung“

Wem dies im eigenen Garten passiert, der wird damit nicht alleine gelassen. Im Gespräch mit der Vorsitzenden des Bienenzüchtervereins Furth im Wald Stefanie Sorgenfrei konnten wir die wichtigsten Fragen klären.

Was genau Bienen anzieht und wieso sie ab und an private Gärten bevorzugen, lasse sich pauschal nicht sagen, antwortet die Imkerin. „Das ist einfach die natürliche Vermehrung, das Schwärmen.“

Schwarm auf Ausflugstour – viele fragen sich, was dann zu tun ist. - Foto: Sandro Bauer

Grundsätzlich sind Bienen nicht gefährlich und stellen auch auf dem eigenen Grundstück keine Gefahr dar. „Bienen haben nichts zu verteidigen, kein Futter, keine Brut“, erklärt Sorgenfrei. „Es ist eher ein Naturschauspiel.“ Wer Kinder und Vierbeiner zu Hause hat, der sollte mit diesen trotzdem auf Abstand bleiben, um versehentliche Stiche zu vermeiden.

Was macht man nun also und wer sind die Ansprechpartner? Sorgenfrei klärt auf: Die ansässigen Ortsvereine. Die zuständigen Vertreter finde man auf der Website www.imker-kreisverband-cham.de unter „Über uns“.“ Wer darauf keinen Zugriff hat, der könne sich auch bei der Polizei melden, diese vermittle einen weiter.

Ein Imker kommt schließlich mit einem leeren Bienenkasten und schüttelt die Insekten mitsamt Königin dort hinein. „Das ist dann ein neues Volk“, so Sorgenfrei.

Achtung Verwechslungsgefahr! Stefanie Sorgenfrei klärt über die Unterschiede zwischen Bienen und Wespen auf: „Wespen schwärmen nicht, sie bilden keinen Stock. Sie leben in den grauen Kugelnestern, die man während der Sommermonate hin und wieder an trockenen geschützten Orten findet, zum Beispiel unter Dachvorsprüngen.“ Für diese seien die Imker nicht zuständig. „Die dürfen wir auch gar nicht entfernen, weil sie unter Artenschutz stehen“, so Stefanie Sorgenfrei.

Ein Fall für die Naturschutzbehörde

Die Zuständigen der Naturschutzbehörde müssen in so einem Fall benachrichtigt werden und entscheiden vor Ort, ob die Insekten entfernt werden können.

„Im Falle eines Wespennests bitte nicht selbst hantieren. Wespen sind durchaus bereit, ihr Nest zu verteidigen, und das kann mit mehr als nur einem Stich enden“, warnt Stefanie Sorgenfrei.

Neues Bienenvolk

■ Entstehung: Ein Schwarm formt sich aus einem bestehenden Bienenvolk, wenn sich die Bienen im Frühjahr eine neue Königin heranziehen.

■ Auszug: Die alte verlässt mit einem Teil der Bienen den Kasten und sammelt sich anderswo. Sie tun sich zu einer großen Schwarmtraube zusammen.

■ Volk: Ein neues Bienenvolk ist entstanden – das eigentlich gar nicht so neu ist.