Neue Anlage zeigt den Strategie-Wechsel beim Regensburger Maschinenbauer Gefasoft

Von Lorenz Nix · 30. April 2026 um 10:00

Seit er vor zwei Jahren die Geschäftsführung des Regensburger Sondermaschinenbauers Gefasoft übernommen hat, baut Andreas Fundeis das Unternehmen um. Das Ziel: Die Firma unabhängiger von der kriselnden Autoindustrie machen. Eine neue Maschine zeigt diese Strategie.

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Die konjunkturelle Lage sei „weiterhin herausfordernd und für uns deutlich spürbar“, sagt Marketing-Managerin Elina Erbes. Man nutze aber das Potenzial, das eine solche Phase biete, und richte die Firma strategisch neu aus. Exemplarisch dafür steht eine neue, hochautomatisierte Anlage, die Gefasoft entwickelt hat. Sie kombiniert die Kernkompetenzen des Unternehmens: „modernste Laserprozesstechnologie, industrielle Bildverarbeitung und anspruchsvollen Sondermaschinenbau“, sagt Erbes.

Gefasoft-Chef Fundeis erklärt Vorteil der neuen Anlage

Damit löst das Unternehmen ein konkretes Problem in der Industrie: „Fertigungsprozesse sind häufig stark bauteilgebunden“, erklärt Gefasoft-Chef Fundeis. „Ändern sich Geometrien oder Varianten, müssen Anlagen mechanisch umgerüstet oder neu konzipiert werden.“ Gerade bei komplexen 3D-Bauteilen sei zudem oft gefordert, einzelne Flächen gezielt zu bearbeiten, ohne angrenzende Bereiche zu beeinflussen. „Mit klassischen oder chemischen Verfahren ist das nur eingeschränkt beherrschbar.“

Die neue Maschine setzt genau hier an. „Die Anlage erkennt das jeweilige Bauteil per QR-Code und kamerabasierter Lageprüfung, analysiert die Geometrie im dreidimensionalen Raum und bearbeitet ausschließlich definierte Flächen mittels Laser – selektiv, reproduzierbar und ohne mechanische Umrüstung“, erklärt Fundeis. Unterschiedliche Modellvarianten könnten damit innerhalb derselben Plattform verarbeitet werden.

Im konkreten Anwendungsfall wird die Technologie zur Laserreinigung und Oberflächenstrukturierung eingesetzt – etwa als Vorbereitung für nachgelagerte Lackierprozesse. Perspektivisch lasse sich die Plattform aber auch für weitere Anwendungen wie beispielsweise Schweißvorgänge nutzen.

Regensburger Firma: „Geballte Power aus 30 Jahre Unternehmensgeschichte“

Für Gefasoft ist das Projekt mehr als ein einzelner Auftrag: „Wir entwickeln uns vom rein projektgetriebenen Sondermaschinenbauer hin zu einem technologiegetriebenen Plattformanbieter, der Automatisierung, Bildverarbeitung und Laserprozesse integriert“, sagt Fundeis. Gerade in einer konjunkturell angespannten Phase investierten viele Unternehmen verstärkt in flexible Systeme, die mehrere Produktgenerationen und Varianten abdecken können. Davon profitiert Gefasoft nach Ansicht des Geschäftsführers: Dem Unternehmen helfe das dabei, neue Branchen, die weniger von der Autoindustrie abhängig sind, zu erschließen.

Dabei treibt die Firma mit aktuell etwa 150 Beschäftigten und Standorten in Regensburg, Nittendorf und Mexiko auch interne Veränderungen voran. „Bewusste Umstrukturierungen – wie etwa der Ausbau von Sales und Marketing – nutzen wir, um neue Zielgruppen anzusprechen, unsere Marke neu zu positionieren und die Markenidentität nachhaltig zu stärken“, sagt Sprecherin Erbes. In der Vergangenheit sei Gefasoft für viele potenzielle Kunden kaum sichtbar gewesen.

Auf der eigenen Historie will die Firma dabei aufbauen: Es gehe nicht darum, „die Vergangenheit hinter uns zu lassen, sondern die geballte Power aus 30 Jahren Unternehmensgeschichte von Gefasoft zu stärken, zu modernisieren und konsequent auf die Zukunft auszurichten“. Viele Unternehmen stünden aktuell vor der Herausforderung, ihre Produktion trotz Fachkräftemangels und steigender Stückzahlen anzupassen – genau hier setze Gefasoft mit seinen Automatisierungs-Lösungen an, so Erbes.