11.000 Autos bei BLG in Kelheim bekommen demnächst PV-Carports „übergezogen“

Von Beate Weigert · 30. April 2026 um 05:00

Eine der „größten PV-Dachanlagen“ der Republik soll in diesem Jahr in der Kreisstadt entstehen. Ein Plattlinger Solar-Investor will 15 Millionen Euro investieren. Noch hakt es aber an einer Sache.

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Bislang steht nur die XXL-Bautafel. Sie kündigt eine „der größten PV-Dachanlagen Deutschlands“ an. Noch war bei der Auftaktveranstaltung von der Baustelle selbst nichts zu sehen. Doch so bald als möglich, wolle man loslegen, sagten zahlreiche am Projekt Beteiligte beim Ortstermin. Zudem steckten hinter dem Vorhaben einige Superlative. Investiert werden sollen 15 Millionen Euro.

In der letzten Arbeitswoche von Landrat Martin Neumeyer und Kelheims Bürgermeister Christian Schweiger hatten Landkreis und Hafen zum Pressetermin bei Autologistiker BLG geladen. Dort soll die XXL-Carport-PV-Anlage entstehen.

Unter dem Stichwort „Hafen-Erweiterung“ hatten Bauausschuss und Stadtrat seit 2024 um den Bebauungsplan gerungen. Nun sollen Autofreiflächen von BLG, die langjährig vom Hafenzweckverband gepachtet sind, mit PV-Carports überdacht werden. Die Pkws werden so künftig vor Wind und Wetter geschützt, oben auf wird Energie erzeugt.

Mehr als 20 Hektar zwischen Regensburger und Abensberger Straße werden demnächst ihr Gesicht verändern – und das „im laufenden Betrieb“, wie Kelheims BLG-Standortleiter Görgen Brockbalz anmerkt. So soll der Bau der XXL-Carports in fünf Sektoren über die Bühne gehen.

Der Boden werde nicht versiegelt, so die Investoren von Solea. Die Carports werden in den Boden geschraubt. 2350 Schrauben werden es laut Andreas Schweiger von der ausführenden Stahlbaufirma sein. 4000 Tonnen sind für die Carports nötig. Auf einen Lkw passten 25 Tonnen. „Das zeigt die Dimension des Vorhabens.“

Neu seien die Module. Sie werden nicht auf das Carport-Dach montiert, sondern sie sind die Dachhaut selbst. Laut Bautafel werden knapp 44.000 PV-Module installiert.

Allerdings sei auch ihr Projekt nicht vor „Hürden“ gefeit, ließen die Solea-Geschäftsführer Georg Sterner und Anton Schweiger durchblicken. Denn ein Solar-Park brauche Netzanschluss. Und da hake es noch, konkret an der Bestätigung für den Schaltfeld-Ausbau. Beim Umspannwerk in Saal soll der erzeugte Strom – angedacht ist eine Leistung von 20 Megawatt-Peak – eingespeist werden. Doch noch habe man keine Rückmeldung vom Netzbetreiber. Dabei dränge die Zeit, bis April 2027 wolle man am Netz sein. Rein rechnerisch ließen sich mit der Anlage 10.000 Haushalte versorgen.

Knapp 11.000 Pkws im BLG-Freigelände sollen mit den PV-Carports überdacht werden. - Foto: Beate Weigert