Ehemalige Apotheke in Abensberg bleibt ein Zankapfel – Veränderungssperre für Innenstadt

Erneut hatte sich der städtische Bauausschuss in Abensberg mit dem Vorhaben zu beschäftigen, im Erdgeschoss einer ehemaligen Apotheke in der Ulrichstraße eine Garage unterzubringen. Es gab erneut keine Mehrheit dafür. Wie es jetzt weitergeht, ist aber höchst ungewiss.
Am Ende gab es lediglich fünf Jastimmen für den Bauantrag, die Fassade des Apothekengebäudes zu gestalten, unter anderem zu begrünen, und einen Teil der ehemaligen Gewerbefläche als Garage für die Bewohner des Hauses umzunutzen. Da es auch fünf Neinstimmen gab, gilt der Antrag als abgelehnt.
Er war in den vergangenen Jahren im Grundsatz mehrfach eingebracht worden - erhielt aber nie eine Mehrheit im Bauausschuss. Dabei ging es vor allem um die Garagennutzung, die „städtebaulichen Vorstellungen und Zielsetzungen der Stadt“ widerspreche, wie es auch diesmal im Beschlussvorschlag der Verwaltung, der dieser Zeitung vorliegt, zu lesen ist.
Einmal ganz unabhängig von der vorgelegten Planung, die sich in Details von vorherigen unterscheidet, wolle Bürgermeister Dr. Bernhard Resch (Landwähler Offenstetten) den Bebauungsplan für die Innenstadt abwarten, der gerade im Entstehen sei. Deshalb könne er derzeit nicht zustimmen. Claudia Ziegler (SPD) und Fritz Zeilbeck (Landwähler Offenstetten) äußerten sich in der Debatte darüber genau so.
Resch kontert Vorwürfe Richtung Stadt Abensberg
Dagegen stellte die fraktionslos Dagmar Kellner fest: „Die Planung ist eine deutliche Aufwertung der derzeitigen Situation.“ Und Sebastian Kneitinger (CSU) schob nach: „Wesentliche Forderungen aus dem Gremium sind doch erfüllt.“ In früheren Anträgen war etwa das angedachte Garagentor wie berichtet breiter und die Fassade anders gestaltet. Dr. Bastian Bohn (CSU) vertrat diese Meinung: „Die Stadt verhindert seit fünf Jahren eine positive Entwicklung. Der Bauherr will das Haus, das er selbst bewohnt, fortentwickeln.“
Resch erwiderte, dass ja auch das Landratsamt Anträge in dieser Angelegenheit abgelehnt habe. „Da waren auch noch andere Spieler beteiligt“, beschrieb er es. Harald Hillebrand (Freie Wähler) befand: „Wir wollen doch, dass die Innenstadt lebt - egal, ob jemand in einem Gebäude wohnt oder einen Laden betreibt.“ Auch Hans Zirngibl (FDP) stellte sich letztendlich auf die Seite des Antragstellers: „Dem Bauherrn ist doch in Aussicht gestellt worden, dass man sich bei Veränderungen der ursprünglichen Planung eine Zustimmung vorstellen kann.“
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Letztendlich gibt es die derzeit vom städtischen Bauausschuss nicht. Trotzdem ist völlig unklar, wie es in der Sache nun weitergeht. Resch und auch Bauamtsleiter Peter Schmid verwiesen in der Debatte auch darauf, dass die Kommune eine Veränderungssperre für die Innenstadt verhängt habe, die so lange gelten soll, bis der angesprochene Bebauungsplan gilt. Ob dies aber überhaupt rechtens war, werde derzeit juristisch überprüft.
Es gibt eine lange Vorgeschichte
Grundsätzlich ging dem Ganzen eine lange Vorgeschichte voraus, war vom Bürgermeister eingangs des Tagesordnungspunkts zu hören. Erstmals lag das Projekt dem Gremium im August 2021 vor - wurde abgelehnt, weil es den städtebaulichen Zielsetzungen für die Altstadt nicht entspreche. Dieser Meinung hatte sich das Landratsamt im März des folgenden Jahres angeschlossen.
Dagegen wurde vor dem Verwaltungsgericht geklagt. Dieses hegte Stand März 2025 Zweifel, ob die Ablehnung rechtens sei - ohne aber ein Urteil zu fällen. Danach wurde das Projekt erneut dem Bauausschuss vorgelegt, der erneut seine Zustimmung verweigerte. Das Landratsamt hat mittlerweile seinen Ablehnungsbescheid zurückgezogen.