Beim Schwandorfer Stadtball glänzte heuer weniger – 300 Gäste in der Oberpfalzhalle

Der Schwandorfer Stadtball sucht nach seiner künftigen Ausrichtung. Bei der 13. Auflage am Samstagabend glänzte weniger als noch in den Vorjahren. Mit rund 300 Gästen war die Oberpfalzhalle zwar gut gefüllt, an die Zahlen aus den Vorjahren konnten die Organisatoren trotz deutlich gesunkener Ticketpreise aber nicht anknüpfen. Diejenigen, die da waren, genossen den Abend. Ein Blickfang war wie in den Vorjahren das Kleid von Susanne Feller, der Ehefrau des Oberbürgermeisters.
Und damit lieferte die OB-Gattin eine von wenigen Konstanten an diesem Abend. Denn ansonsten gab es viele Veränderungen bei der Veranstaltung, die seit mehr als zehn Jahren eine feste Größe im Veranstaltungskalender der Großen Kreisstadt ist. Die meisten Neuerungen dürften dem Sparzwang geschuldet sein, den der Schwandorfer Kulturausschuss den Organisatoren auferlegt hatte. Mit knapp 30.000 Euro Miese im Vorjahr war für einige Mandatsträger ein Maß überschritten – auch weil unter den Gästen dann doch viele Auswärtige seien, wie Stadtrat Alfred Merl (CSU) bei einer Sitzung anzumerken hatte.




Die Konsequenz der Organisatoren: einmal die Rolle rückwärts. Und so mussten mehrere Dinge, die im Lauf der Jahre nach Besucherwünschen dazukamen, bei der 13. Auflage mit Blick auf das Budget gestrichen werden.
DJ gestrichen, Blumenschmuck reduziert
Den DJ im KMK-Saal suchte man vergeblich, stattdessen gab es eine kleinere Bar in der Halle. Die professionelle Showeinlage mit einem Künstler fiel aus, dafür zeigten Ballett-Kinder vom örtlichen Tanzprojekt Andrea Nerf ihr Können und ernteten dafür Applaus. Für die Gäste gab es dieses Mal normale Stühle, während es im Vorjahr noch die Edel-Variante mit Hussen war. Der Blumenschmuck war deutlich abgespeckt, gefiel einigen Ballgästen dennoch außerordentlich.
Und das Buffet, an dem man im Vorjahr noch zwischen gefüllten Canneloni mit Spinat Ricotta und Schweinelendchen im Speckmantel wählen konnte, wurde ebenso gestrichen. Hungrige Gäste konnten nebenan im Bistropolis speisen.

Dafür waren die Tickets deutlich günstiger. Kostete die Eintrittskarte inklusive Buffet im Vorjahr noch 75 Euro, mussten Tanzbegeisterte heuer samt Sektempfang nur 35 Euro zahlen. Rund 300 Karten wurden verkauft – zwei Drittel davon an Bewohner im Stadtgebiet sowie im Landkreis Schwandorf, wie eine Nachfrage der MZ ergab.
Wohin geht die Reise? Besucher konnten an einer Umfrage teilnehmen
Nach MZ-Informationen ist unklar, wohin die Reise für den Stadtball in den kommenden Jahren geht. Das zeigt auch eine „Umfrage zum nächsten Stadtball“, die am Samstagabend auf den Tischen in der Oberpfalzhalle lag. Hier konnten die Gäste wählen, welche Variante sie bevorzugen: kein Buffet oder Mehrgänge-Buffet. So oder so: Auch 2027 soll es wieder einen Stadtball geben, wie OB Andreas Feller (BLS) in seiner Begrüßung betonte: „Der Stadtball an sich steht nicht in Frage.“
„Der Stadtball an sich steht nicht in Frage.“Andreas Feller, Schwandorfs Oberbürgermeister
Das dürfte seine Gattin Susanne freuen. Sie ist ein großer Fan des Stadtballs. Dieser sei schließlich „ein Aushängeschild für Schwandorf“. Und so überlegt sich die Ehefrau des Rathauschefs jedes Jahr ganz genau, welches Kleid sie an diesem Abend anzieht. In diesem Jahr fiel ihre Wahl auf ein schwarzes One-Shoulder-Kleid im Fit-and-Flare-Stil mit auffälligen Pailletten aus einer Münchner Boutique. Dazu trug sie passende Ohrringe in Blütenform. Das Kleid schaffte es nicht zum ersten Mal auf den Stadtball. Susanne Feller trug es bei einer früheren Auflage schon einmal, „mit Blick auf die Nachhaltigkeit“ habe sie es nochmals aus dem Schrank geholt. „Ich hebe alle meine Ballkleider auf“, verriet sie der MZ.
Nur zwei Schwandorfer Stadträte unter den Ballgästen
Am Tisch des Oberbürgermeisters hatte wie in den Vorjahren Stadtrat Peter Wilhelm (BLS) mit seiner Ehefrau Conny Platz genommen. Der künftige Fraktionschef der Bürgerliste war dann auch mit dem gewählten Stadtrat Peter Hien (BLS) der einzige Schwandorfer Mandatsträger bei der Tanzveranstaltung. „Wir haben noch keinen Stadtball ausgelassen“, sagte Wilhelm. Zusammen mit seiner Ehefrau tanze er am liebsten den englischen Walzer. Besonders stolz war der Ehrenobermeister der Kaminkehrerinnung Oberpfalz auf ein Detail bei seinem Outfit: eine Holzfliege mit Schornsteinfeger-Ausschnitt. „Ich habe sie selbst kreiert“, sagte Wilhelm.
Und während der 66-Jährige noch davon erzählte, dass er bald zum ersten Mal Opa wird, füllte sich hinter ihm das Parkett immer mehr. Die Band, Heiner Ohnheiser und seine Tornados, beherrschte ihr Handwerk. Einer der das auch tat, war der DJ, der noch im Vorjahr beim Stadtball im KMK-Saal aufgelegt hatte. Er war dieses Mal nicht mit von der Partie. Stattdessen lud er am Freitagabend selbst zu einer Tanzparty ins Schwandorfer Stadtgebiet.