Schwandorfer Stadtball sorgte für Diskussionen – Ist die Veranstaltung zu teuer?

Von Friedrich Gluth · 26. November 2025 um 05:00

Eine überaus umfangreiche Tagesordnung hatte der Schwandorfer Kulturausschuss im Sitzungssaal des Rathauses zu bewältigen. Und es ging dabei um sehr viel Geld. Bei den meisten Themen folgten die Stadträte einstimmig dem jeweiligen Verwaltungsvorschlag. Ganz und gar nicht einig wurden sie sich allerdings zunächst beim Stadtball 2026.

Video ansehen

Die Leiterin des Kulturamtes, Susanne Lehnfeld, trug den Sachverhalt vor. Der Stadtball, so die Referentin, ist seit 13 Jahren ein gesellschaftlicher Höhepunkt in der Stadt. Er sei damals von Altoberbürgermeister Helmut Hey initiiert worden. Im Lauf der Jahre habe man den Ball in Reaktion auf Besucherwünsche erweitert. Mit einem zusätzlichen DJ im KMK-Saal, Showeinlagen sowie der Vergrößerung des Buffet-Angebotes stiegen die Kosten immer mehr an.

Mit oder ohne Buffet?

Signifikant war dies Lehnfeld zufolge erstmals 2023. Trotz der Erhöhung der Ticketpreise von 45 auf 65 Euro im Jahr 2023 und weiteren Erhöhungen in den Folgejahren gelang es nicht, das Defizit zu deckeln. 2023 betrug es 19.600 Euro, 2025 lag der Fehlbetrag bereits bei 29.900 Euro. Es habe sich gezeigt, dass die Ausgaben für die Bewirtung den größten Kostentreiber darstellen. Kalkulatorisch müsste laut Lehnfeld ein Ticketpreis von über 100 Euro angesetzt werden, was aber zu einem deutlichen Rückgang der Nachfrage führen würde. Das Kulturamt schlage deshalb vor, Gästen beim Ticketkauf die Wahlmöglichkeit mit oder ohne Buffet anzubieten.

Stadtrat Alfred Merl (CSU) merkte an, dass nach seiner Ansicht bei der Stadt teilweise recht großzügig mit dem Geld umgegangen werde. Es folgte so etwas wie ein Bieterwettbewerb an Vorschlägen für die künftige Handhabung. Während Stadtrat Karl Heinz Saur (FW) sich dafür aussprach, auf den DJ zu verzichten, präferierte Stadtrat Kurt Mieschala (UW) den Vorschlag der Verwaltung. Gegen die Zwei-Ticket-Alternative erhob Stadträtin Karin Frankerl (SPD) ihre Stimme, weil diese Lösung den Eindruck einer Zwei-Klassen-Gesellschaft erwecke.

Angesichts der Tatsache, dass viele Auswärtige zum Stadtball nach Schwandorf kommen, schien es Merl nicht vertretbar, für einen Abend einen Verlust von 30.000 Euro in Kauf zu nehmen. Schließlich wurde gegen eine Stimme beschlossen, dass der Ticketverkauf für den nächsten Ball ohne Buffet erfolgt. Allerdings sei zu gewährleisten, dass sich die Gäste bei Bedarf mit Essen versorgen könnten.

Kebbel-Villa öffnet bald

Die weiteren Sitzungspunkte waren schnell abgehandelt. Es folgten Berichte von Karin Frankerl über den Stadtverband für Sport, von OB Feller über den Seniorenbeirat, von Fabian Borkner über die Städtepartnerschaften und Städtefreundschaften mit Libourne, Sokolov (Falkenau) und Gualdo Tadino in Italien, von Josef Fischer über laufende Projekte und geplante Veranstaltungen des Stadtarchivs, von Julia Rudlof über Veranstaltungsreihen und den Kultur-Newsletter, von Kulturamtsleiterin Lehnfeld über die Zuschussrichtlinien zur Förderung des kulturellen Lebens in Schwandorf.

Seit etwa sechs Wochen gibt es im Schwandorfer Stadtarchiv einen modernen Scanner. Hier wird gerade eine original Lutherbibel aus dem Jahr 1524 gescannt. - Foto: Friedrich Gluth

Zum Thema Jugendtreff gab Susanne Grießhammer Informationen über das neue Projekt „Würde ohne Hürde“, Workshops und das Ferienprogramm 2026. Über Angebote des Jugendbeirats wie zum Beispiel Fahrten, eine Jugenddisco oder ein FIFA-Turnier erstattete Ramona Rauch Bericht. In Vertretung von Museumsleiterin Eva Maria Keil stellte Karin Frankerl geplante Sonderausstellungen sowie Veranstaltungen für Erwachsene und Kinder im Stadtmuseum vor. Festivals, Konzerte und verschiedene Kurse werde es ab Ende Februar 2026 nach der Umbauphase in der Kebbel-Villa wieder geben, erläuterte Jürgen Dehm.

Monat für Monat listete Christin Präßler die Aktivitäten in der Stadtbibliothek auf. Über die didaktische Modernisierung des Felsenkeller-Labyrinths und deren Finanzierungsplan (voraussichtliche Gesamtkosten brutto 300.000 Euro) informierte Maximilian Lohse. Einen Überblick über eine Auswahl an Projekten und Aktionen der Volkshochschule für 2026 gaben Franz-Xaver Huber und André Meidenbauer. Den Abschluss der Berichterstattung bildete wieder Kulturamtsleiterin Lehnfeld mit Ausführungen zu den Besucherzahlen und dem Programm des Marionettentheaters.