Ob rot, grün oder mit Federn: Nur schöne Kleider beim Stadtball in Schwandorf

Von Martin Kellermeier, Jan Lange · 4. Mai 2025 um 17:00

Bei der zwölften Auflage des Schwandorfer Stadtballs am Samstagabend gab es viel zu sehen: Prächtige Kleider, schicke Anzüge und Perlenschmuck. Und die Emotionen kamen auch nicht zu kurz: Für den rührendsten Moment des Abends sorgte wohl Susanne Feller, die Gattin des Schwandorfer Oberbürgermeisters Andreas Feller (CSU).

Die 55-Jährige ist bekannt für ihren Modegeschmack. Jedes Jahr hatte sie bisher aufs Neue die Gäste beim Stadtball mit einem Kleid überrascht, das alle Blicke auf sich zog. Am Samstag verblüffte sie erneut – wenn auch auf andere Art und Weise.

Susanne Feller wählte dasselbe rosafarbene, trägerlose Kleid, das sie bereits 2024 bei der festlichen Abendveranstaltung in der Oberpfalzhalle getragen hatte. Doch dass sie erneut das Stück aus einer Nürnberger Boutique anzog, hatte einen mehr als emotionalen Grund.

Susanne Feller trug rosafarbenes Kleid in Erinnerung an ihre Mutter

„Ich trage es heute Abend zu Ehren meiner verstorbenen Mutter“, sagte die Ehefrau des OB. Diese habe ihr das Kleid noch kurz vor ihrem Tod gekürzt. Das Tragische: Christa Wittmann starb am Tag nach dem Stadtball im Vorjahr. „Der heutige Abend ist daher nicht leicht für mich, es kommen viele Erinnerungen hoch“, meinte Susanne Feller. Doch sie sei sich sicher, dass ihre Mutter „von oben aus zusieht“.

Das Kleid der OB-Gattin war jedenfalls an vielen Tischen ein Thema. „Sie wirkt sehr souverän“, fand zum Beispiel die Schwandorfer Künstlerin Marion Eschenbecher (58). Und ihr Mann Bernhard ergänzte: „Ich finde die Frau OB generell attraktiv.“

Überhaupt putzten sich die Ballgäste am Samstag ordentlich heraus. Das fiel auch Susanne Feller auf. „Die Kleider sind heuer sehr abwechslungsreich. Wir sehen sämtliche Farben und Längen. Und die Männer passen perfekt dazu“, so ihre Analyse. Es freue sie immer, wenn sich Leute „schön und festlich herrichten“.

Julia Hirschbergers Kleid betonte Figur perfekt

Die Blicke zogen auch Julia (38) und Robert Hirschberger (41) aus Regensburg auf sich. Die Pharmazeutin der Löwen-Apotheke in Burglengenfeld hatte ein knallrotes, figurbetonendes Kleid mit Spaghetti-Trägern an. „Ich habe mir gewünscht, dass sie es mal wieder anzieht“, sagte Robert Hirschberger. Farbe und Schnitt hätten einfach was. Das Kleid der Apothekerin ist übrigens schon 16 Jahre alt und wurde in einem Modeladen in Mailand gekauft.

Genossen den Abend: Julia und Robert Hirschberger. - Foto: Dietmar Zwick

Aus dem Nachbarlandkreis Amberg-Sulzbach waren Selina Mirz (28) und ihr Lebensgefährte Marcel Pemp (28) angereist. Die junge IT-Projektmanagerin wählte für den Abend ein fliederfarbenes Kleid mit Stola. Das Tanzen ist die große Leidenschaft der beiden Ursensollener. Bis zu viermal wöchentlich würden sie sich aufs Parkett begeben und für Bälle auch mal bis nach Würzburg fahren.

Auf eine Frühlingsfarbe setzte Selina Mirz bei der Wahl ihres Kleides. Marcel Pemp gefiel’s. - Foto: Martin Kellermeier

Noch weiter sind Dr. Suzana Gispert-Sánchez (63) und Prof. Dr. Georg Auburger (65) unterwegs. Sie waren für den Schwandorfer Stadtball extra aus Frankfurt angereist und verabredeten sich mit Familienangehörige aus dem Raum Regensburg zum Tanz. Auffällig: Suzana Gispert-Sánchez trug wie ihre Schwägerin und die Freundin des Neffen ein Dirndl. „Wir wollten gemeinsam Tracht tragen“, sagte die gebürtige Kubanerin.

Mit ihrem Dirndl war Dr. Suzana Gispert-Sánchez ein Hingucker. - Foto: Martin Kellermeier

Ein Heimspiel hatten dagegen Karin (75) und Josef Lehnerer (76). Seit es den Schwandorfer Stadtball gibt, sind sie dabei. Kein Wunder: Die Lehnerers gründeten die Tanzsportabteilung des TSV 1880 Schwandorf mit. „Wir gehen zu allen möglichen Bällen in der Region“, verrieten sie.

Lieben das Tanzen: Karin und Josef Lehnerer. - Foto: Dietmar Zwick

Oft bei Abendveranstaltungen in der Schwandorfer Ecke sind auch Daniela Hoedt-Ubrig (56) und ihr Lebensgefährte Peter Mayer (61) vertreten. Letzterer zückt dabei aus beruflichen Gründen meist seine Kamera. Beide sind immer kleidungstechnisch bestens abgestimmt. Am Samstag war das nicht anders: Sie hatte ein smaragdgrünes Kleid mit Feder und Pailletten aus einer Münchner Boutique an, er kaufte ebenfalls in der Landeshauptstadt seinen weißen Smoking. „Wir tragen jedes Jahr etwas Neues“, sagte Daniela Hoedt-Ubrig. Was wohl 2026 folgt?

Sind stets perfekt abgestimmt: Daniela Hoedt-Ubrig und Peter Mayer. - Foto: Martin Kellermeier

Ticket für Tanzgala in der Oberpfalzhalle kostete 75 Euro

Die Oberpfalzhalle war am Samstag bestens gefüllt. Wie bereits im Vorjahr war auch heuer der Ball restlos ausverkauft. Ein Ticket kostete 75 Euro – und damit sechs Euro mehr als 2024. Mitinbegriffen waren Aperitif, kalt-warmes Buffet und Nachspeisen. Caterer Sebastian Haberl aus Neunburg kredenzte unter anderem gefüllte Canneloni mit Spinat Ricotta oder Schweinelendchen im Speckmantel, dazu Portwein-Soße und Gnocchiauflauf. Als Dessert gab es zum Beispiel Erdbeerlimes-Tiramisu.

Von Anfang an war die Tanzfläche in der Oberpfalzhalle bestens gefüllt. Die Formation „Smile“ aus München sorgte für den richtigen Takt. - Foto: Dietmar Zwick

Die Tanzfläche war den ganzen Abend sehr gut gefüllt. Die Band „Smile“ aus München sorgt wie im Vorjahr für Stimmung. Viel Applaus gab es zudem für den Akrobatik-Showakt der „Living Flags“.