Parsberg: Neues Leben im alten Krankenhaus – Haus für Pflege und Soziales eingeweiht

Von Markus Rath · 24. April 2026 um 20:00

Nach mehr als zwei Jahren Bauzeit ist am Freitagnachmittag in Parsberg das Haus für Pflege und Soziales (HPS) eingeweiht worden. Damit schließt sich ein Kreis. Denn das HPS ist der dritte und letzte Baustein des Parsberger Gesundheitscampus. Gleichzeitig ist es der Ort, an dem alles begann.

Video ansehen

Dieser Umstand erklärt auch, dass der Festakt kurz vor dem Ende der Amtszeit von Landrat Willibald Gailler stattfindet, obwohl deutlich erkennbar ist, dass noch einige Wochen vergehen werden, bis die ersten Bewohner die Einrichtung bevölkern.

Laut Klinikum Neumarkt finden aktuell die Bauarbeiten ihren Abschluss. Das Gebäude werde in den kommenden Wochen eingerichtet und ausgestattet, die Außenanlagen werden ebenfalls noch fertiggestellt. Ende Juni sollen dann die Bewohner vom Haus Ritter Haug umziehen.

Landrat betont Bedeutung des Gesundheitscampus

Gailler zeigte sich in seinem Grußwort auch hocherfreut, dass sechs Jahre nach Schließung des alten Kreiskrankenhauses bald wieder Leben in dieses Gebäude einziehen wird. „Das Klinikum investiert mehr als 25 Millionen Euro. Man kann jetzt sehen, dass in dem ehemaligen Krankenhaus neue, moderne Räume entstehen“, sagte er.

Landrat Willibald Gailler bei seiner Festrede - Foto: Markus Rath

Mit dem HPS gebe es nun eine breit gefächerte Anlaufstelle, die es möglich mache, die pflegerische Versorgung im südlichen und östlichen Landkreis erheblich zu verbessern. Gleichzeitig werde der Gesundheitscampus komplettiert.

Gailler verwies darauf, dass die Transformation im Gesundheitswesen aktuell intensiv diskutiert wird. Aus seiner Sicht habe der Landkreis sehr viel unternommen, um der Bevölkerung ambulant und stationär die bestmögliche Versorgung zu bieten. Der Gesundheitscampus in Parsberg sei dabei eine „städtebauliche Dominante“, die auch in den Landkreis Regensburg hinein wirken werde.

Versteckte Technik sorgt für Wohlbefinden der Bewohner

Architekt Michael Zaschka vom planenden Architekturbüro Nutz bezeichnete das ehemalige Kreiskrankenhaus als „Zeitzeugen, der durch die Sanierung eine neue Seele erhalten hat“. „Zur Umsetzung des Pflegekonzeptes haben wir umfangreich in die Bausubstanz, die bis ins Jahr 1909 zurückreicht, eingegriffen“, sagte er. Durch offene Wohngruppen, eine demenzgerechte Gestaltung und innovative Gebäudetechnik entstehe ein Lebensraum, der die Gesundheit der Bewohner aktiv fördere.

„Wir wollten Räume schaffen, die zur Kommunikation einladen und soziale Isolation verhindern“, erklärte Zaschka. Jede Wohngruppe fungiere als familiäres Zentrum, in dem Teilhabe gelebt werde. Diese Struktur breche mit langen Fluren und schaffe stattdessen Orte der Begegnung. Ein besonderes Augenmerk wurde laut Zaschka auf die demenzgerechte Gestaltung gelegt. Eine sorgsam abgestimmte Farb- und Materialauswahl diene nicht nur der Ästhetik, sondern biete den Bewohnern wichtige Orientierungspunkte und ein Gefühl von Geborgenheit.

Einrichtungsleiterin Sabine Ramsauer stellt die Räume und das Pflegekonzept vor. - Foto: Markus Rath

Unterstützt werde dies durch den Einsatz von zirkadianem Licht. Diese biologisch wirksame Beleuchtung simuliere den natürlichen Tagesverlauf und stabilisiere so den Biorhythmus der Senioren – für mehr Vitalität am Tag und erholsameren Schlaf in der Nacht. Auch für extreme Wetterlagen sei die Einrichtung gerüstet, berichtete Zaschka: Um die Senioren an heißen Sommertagen zu entlasten, regulierten geräuschlose Kühldecken das Raumklima sanft und zugfrei.

„Dieses Zusammenspiel aus durchdachtem Design und moderner Technik steigert das Wohlbefinden nachhaltig und schützt die Gesundheit der Bewohner auch bei hohen Außentemperaturen“, sagte er. Mit diesem ganzheitlichen Ansatz zeige das Haus, wie moderne Pflegearchitektur die Lebensqualität im Alter spürbar verbessern kann.

Freistaat fördert das Projekt mit fast sechs Millionen Euro

Einen großen Beitrag zum Projekt hat neben dem Landkreis als Träger des Klinikums Neumarkt der Freistaat Bayern geleistet, der durch Finanz- und Heimatminister Albert Füracker bei der Feierstunde vertreten war. „Ich freue mich, dass wir das Projekt mit 5,37 Millionen Euro fördern konnten, denn der Ausbau guter Pflege ist eine zentrale Aufgabe“, sagte er. Das Klinikum Neumarkt und das Bayerische Rote Kreuz hätten gemeinsam ein baulich und pflegefachlich modernes Haus geschaffen.

Geschenk zum Abschied: Klinikum-Vorstand Markus Graf überreicht dem am 30. April in den Ruhestand gehenden Landrat Willibald Gailler ein Geschenk. - Foto: Markus Rath

Mit dem Haus für Pflege und Soziales werde der Gesundheitscampus Parsberg vollendet. Füracker: „Zusammen mit dem Haus der Gesundheit und der psychosomatischen Klinik ist ein beispielhaftes Zentrum der ärztlichen und pflegerischen Versorgung im Landkreis Neumarkt entstanden.“ Das Geld der Steuerzahler sei hier aus seiner Sicht sinnvoll eingesetzt worden.

Das Haus für Pflege und Soziales im Überblick

• Einrichtung: Das Haus für Pflege und Soziales wird 77 Dauer-Pflegeplätze mit eingestreuter Kurzzeitpflege, 30 Tagespflegeplätze, einen ambulanten Pflegedienst sowie Quartiersbüro beinhalten.

• Konzept: Es entstehen vorwiegend Einbettzimmer mit Einbindung in eine Wohngruppe. Insgesamt entsteht einen Marktplatzcharakter, der ein Stadtzentrum in Miniaturform darstellt.

• Betreiber: Betrieben wird die Einrichtung von der Haus für Pflege und Soziales gGmbH, einer neu gegründeten Gesellschaft mit den Gesellschaftern Klinikum Neumarkt und BRK Kreisverband Neumarkt.