Ein Haushalt mit Augenmaß: Stadt Teublitz setzt Prioritäten bei den Investitionen

Von Werner Artmann · 25. April 2026 um 15:00

Gegen die Stimme der parteilosen Stadträtin Maria Münz brachte der Teublitzer Stadtrat den Haushalt 2026 unter Dach und Fach. Der Etat hat ein Volumen von 30,45 Millionen Euro – etwa vier Prozent weniger als im Vorjahr. Auch der Vermögenshaushalt mit den Investitionen fiel etwas kleiner aus als 2025.

Der Haushalt sei dennoch nicht von Angst geprägt, sondern von dem Willen, etwas zu bewegen und für die Zukunft zu gestalten“, kommentierte Stadtkämmerer Georg Beer das Zahlenwerk. Da der Vermögenshaushalt etwas kleiner ausfalle als im vergangenen Jahr, bedeute dies auch Einschnitte bei Ausgaben und damit bei den öffentlichen Leistungen. „Wir müssen konsequent sparen, die Pflichtaufgaben mehr in den Fokus rücken und die Schuldentilgung forcieren“, so der Kämmerer.

Maria Münz wollte neuen Stadtrat entscheiden lassen

Stadträtin Maria Münz stellte zum Auftakt den Antrag, das Thema Finanzen abzusetzen und dem neuen Stadtrat die Entscheidung zu überlassen. Der Antrag wurde vom Gremium jedoch mit überwältigender Mehrheit abgelehnt.

Wie Kämmerer Georg Beer anschließend ausführte, solle auch in diesem Jahr in Infrastruktur, Bildung und die „Lebensqualität aller Generationen“ investiert werden. Bei den freiwilligen Leistungen sei indes die Grenze des Leistbaren und immer weiter „Draufsattelns“ erreicht. Frühzeitig habe man die Fraktionen eingebunden und aufgefordert, bei der Gestaltung des Haushalts mitzuwirken. Dem Haupt- und Finanzausschuss wurde dann am 12. März das Zahlenwerk erläutert, so der Kämmerer.

Wie Georg Beer ausführte, verringert sich das Haushaltsvolumen insgesamt im Vergleich zum Vorjahr um 1,28 Millionen Euro. Das Grundsteueraufkommen erhöhte sich ganz leicht um 4,31Prozent, und bei der Gewerbesteuer sei ein Aufwärtstrend zu erkennen. Bei den Schlüsselzuweisungen durch den Freistaat sei ein starker Rückgang um rund 2,28 Millionen Euro zu beklagen.

Im Haushalt ist eine Kreditaufnahme von 436.000 Euro vorgesehen. Der Schuldenstand der Stadt verringert sich dennoch zum Ende des Jahres 2026 auf 16,5 Millionen Euro (Vorjahr: knapp 17,3 Millionen Euro). Bei 8028 Einwohnern liegt die Pro-Kopf-Verschuldung zum Ende des Jahres bei knapp 2059 Euro. An den Landkreis zahlt die Stadt knapp 5,46 Millionen Euro Kreisumlage (plus 1,36 Millionen Euro).

Personalkosten steigen leicht auf 4,66 Millionen Euro

Der größte Ausgabeposten im Verwaltungshaushalt sind die Personalkosten von 4,66 Millionen Euro (Vorjahr: 4,47 Millionen Euro). Die wichtigsten Ausgaben im Vermögenshaushalt: Beschaffung eines Einsatzleitwagens für die FF Teublitz 120.000 Euro, neue Heizung für die FF Teublitz 100.000 Euro, FF-Gerätehaus Münchshofen 400.000 Euro, Ganztagsschule 3,1 Millionen Euro, neue Stadtbücherei 580 000 Euro, Kinderspielplatz 100.000 Euro, Neugestaltung des Stadtpark 150.000 Euro, GVS Katzdorf – SAD1 150.000 Euro, Breitbandversorgung 225.000 Euro, Erschließung Baugebiet Brünnäcker II 200.000 Euro.

Bürgermeister Thomas Beer (CSU) erklärte in seiner Haushaltsrede, dass es wiederum gelungen sei, die Forderungen der Fraktionen nach einer Reduzierung der Schulden, aber zugleich auch die Finanzierung der laufenden und bereits beschlossenen Maßnahmen in den Haushalt zu integrieren. Die allgemeine wirtschaftlichen Lage in Deutschland schlage in Form von geringeren Schlüsselzuweisungen und einer höheren Kreisumlage sowie höheren Ausgaben etwa für die Kinderbetreuung durch.

Beer ließ nicht unerwähnt, dass die Stadt über eine Million Euro aus dem „Sondervermögen Infrastruktur“ bekommen und in verschiedene Bereiche wie Bücherei, Schule und Feuerwehr-Gerätehaus habe einfließen lassen. Weitere 50.000 Euro seien von der CSU im Bayerischen Landtag und 60.000 Euro für die Erweiterung der Konfiskat-Anlage beim Wertstoffhof zugesagt.

Die Infrastruktur soll weiter verbessert werden

Ab Mai werde ein neuer Stadtrat für die Geschicke der Heimatstadt verantwortlich sein, die Themenstellungen blieben jedoch die gleichen, so Beer weiter: „Wir müssen weiter in die Sicherheit der Bürger investieren, die Betreuungseinrichtungen für alle Generationen stärken, den Freizeitwert steigern und auch die Infrastruktur verbessern.“

Für CSU-Fraktionssprecher Georg Fleischmann werden mit dem neuen Haushalt klare Prioritäten gesetzt und verantwortungsvoll im Sinne der Bürger gehandelt wurde. Man setze bewusst auf verantwortungsvolle und zielgerichtete Investitionen. Deshalb liege der CSU-Fokus im Haushalt auf den Pflichtaufgaben.

SPD/Grünen-Fraktionssprecher Andreas Bitterbier erklärte, dass die Investitionen weiterhin mit Augenmaß geplant werden müssten. Erfreulich sei, dass sogar ein Schuldenabbau erreicht werde. Dem neuen Stadtrat könne ein Haushalt übergeben werden, der eine zügige Umsetzung der anstehenden Projekte ermöglicht. Laut Grünen-Stadträtin Hanna Quaas bildet der Haushalt ab, welch große Investitionen getätigt wurden. Zugleich zeichne er sich durch einen Schuldenabbau von 750.0 Euro aus.

FW-Fraktionssprecher Markus Pretzl sah im Haushalt den Beleg für die Handlungsfähigkeit der Stadt. „Wir investieren in die Schulen, Feuerwehren, Kinderbetreuung, Infrastruktur und Zukunftsfähigkeit der Stadt“, sagte er. Die finanzielle Entwicklung zwinge künftig zu noch klareren Prioritäten: „Wir wollen investieren, aber nur in einem Tempo, das wir dauerhaft tragen können.“