Hitzige Debatten im Gremium: Rewe-Ansiedlung spaltet Marktgemeinderat Bruck

Von Jonas Neubauer · 25. April 2026 um 19:00

Die geplante Ansiedlung eines Rewe-Marktes in Bruck hat erneut für eine intensive und teils kontroverse Diskussion im Marktgemeinderat gesorgt. In der Sitzung vom vergangenen Donnerstag standen neben formalen Punkten vor allem die Bauleitplanung sowie Einwendungen aus der Bürgerschaft im Mittelpunkt. Zahlreiche Zuschauer verfolgten die Debatte vor Ort, darunter auch Bodenwöhrs Bürgermeister Georg Hoffmann (CSU). Unter den Anwesenden befanden sich zudem erneut Vertreter der Bürgerinitiative, die sich gegen die geplante Ansiedlung ausspricht.

Zentraler Punkt der Sitzung war die Bauleitplanung für die geplante Einzelhandelsansiedlung in der Schöngraser Straße. Dabei ging es konkret um die Abwägung der Stellungnahmen aus der ordentlichen Bürger- und Behördenbeteiligung. Die umfangreichen Unterlagen lagen den Gemeinderäten im Vorfeld vor und bildeten die Grundlage für die anschließende detaillierte Beratung im Gremium.

Verkehrssituation sorgt weiterhin für Diskussionen

Insgesamt acht Bürgereinwände wurden in der Sitzung behandelt. Viele der vorgebrachten Punkte überschnitten sich inhaltlich, sodass sich die Diskussionen teilweise wiederholten. Besonders kontrovers diskutiert wurde die Verkehrssituation rund um den geplanten Standort.

Joachim Hanisch (FW) sprach sich erneut für einen Kreisverkehr aus und verwies auf die Bedeutung der Sicherheit: „Ich meine schon, dass es sinnvoll ist, eher für die sicherste Variante zu stimmen.“ Auch Rudi Sommer (Grüne) äußerte deutliche Bedenken und forderte belastbare Nachweise: „Man braucht für so eine Situation konkrete Nachweise, die fehlen.“ Ein entsprechendes Gutachten sei aus seiner Sicht notwendig, um die Auswirkungen realistisch beurteilen zu können.

Demgegenüber stellten Bürgermeisterin Heike Faltermeier (CSU) und Teile des Gremiums die geplante Alternative zum Kreisverkehr heraus – eine verkehrliche Lösung mit Abbiegespuren im Kreuzungsbereich. Faltermeier verwies auf die Einschätzung der Fachbehörden: „Das haben wir vom Straßenbauamt schriftlich, dass ein Kreisverkehr dort nicht möglich ist.“ In genau diesem Zusammenhang ordnete auch Robert Feuerer (CSU) die Situation ein und erklärte mit Blick auf die geplante Kreuzungslösung samt Linksabbiegespur: „Ich glaube, dass sich die Verkehrssicherheit gegenüber dem jetzigen Zustand nicht verschlechtern wird.“ Die Aussage fiel im Zuge der Abwägung eines Bürgereinwands, der die Verkehrssicherheit als zentrales Risiko benannt hatte. Mehrere Räte verwiesen dabei auch auf bereits bestehende Verkehrssituationen im Ort, die durch ähnliche Maßnahmen entschärft worden seien.

Das haben wir vom Straßenbauamt schriftlich, dass ein Kreisverkehr dort nicht möglich ist.Heike Faltermeier, Bürgermeisterin

Im Verlauf der Debatte kam es dabei auch zu persönlichen Spitzen, insbesondere bei der Frage der Verkehrssicherheit. Feuerer reagierte auf die warnenden Aussagen Sommers mit deutlicher Kritik und warf ihm vor, die Situation zu überzeichnen: „Jetzt hier ein bisschen Schwarzmalerei zu betreiben und zu sagen, es würde dort Verkehrsunfälle geben, das ist schon sehr gewagt.“ Damit machte er deutlich, dass er die vorgetragenen Befürchtungen für überzogen hält.

Neben der Verkehrsthematik wurde auch die wirtschaftliche Dimension der Ansiedlung intensiv diskutiert. Sommer warnte vor negativen Folgen für bestehende Geschäfte: „Ein neuer großflächiger Betrieb würde die ortsansässigen Geschäfte wirtschaftlich schwächen oder verdrängen.“ Er stellte zudem die Neutralität einzelner Gutachten infrage und sprach von „erheblichen Zweifeln“ an deren Aussagekraft. Für Sommer war die Sitzung in diesem Zusammenhang auch die letzte als Mitglied des Marktgemeinderats – bereits in der nächsten Sitzung tritt nach der vergangenen Wahl am 8. März das neu gewählte Gremium zusammen.

Die Verwaltung und Teile des Gremiums hielten dagegen. Faltermeier betonte, dass die Gutachten fachlich fundiert seien und die Planung im Einklang mit den Vorgaben stehe. Zudem wurde darauf verwiesen, dass eine Stärkung der Nahversorgung sowie zusätzliche Einnahmen für die Kommune zu erwarten seien.

Vergleichbare Situationen bestehen in der Gemeinde

Auch Fragen der Lärmbelastung und der Wohnqualität wurden angesprochen. Sommer warnte vor zusätzlichen Belastungen durch Lieferverkehr und Kundenaufkommen. Aus dem Gremium kam hingegen der Hinweis, dass vergleichbare Situationen bereits in der Gemeinde existierten, ohne größere Probleme zu verursachen.

Die Behandlung der Einwendungen erfolgte jeweils im Rahmen von Abstimmungen. Trotz teils deutlicher Kritik und mehrerer Gegenstimmen wurden die entsprechenden Beschlüsse mehrheitlich gefasst. Der geplante Einzelhandelsstandort wird damit auch künftig Thema im Marktgemeinderat bleiben.