Sechs Abschiede und ein Zukunftsprojekt: Neunburger Stadträte verlassen das Gremium

Von Renate Ahrens · 26. April 2026 um 05:00

Die letzte Stadtratssitzung der zu Ende gehenden Wahlperiode in Neunburg war von Abschied und Aufbruch geprägt: Sechs Stadträte wurden von Bürgermeister Martin Birner (CSU) und den jeweiligen Fraktionssprechern gewürdigt und verabschiedet. Zugleich fasste das Gremium noch einen wichtigen Beschluss: Im Stadtpark wird ein multifunktionales Begegnungsgebäude errichtet.

Bereits 2025 war der Stadtpark, der direkt am Rande der historischen Altstadt liegt, mit mehreren Einzelprojekten, die fast ausschließlich über Förderprogramme finanziert wurden, aufgewertet worden. So entstanden eine Adventure-Golf-Anlage, und die Bootsanlegestelle wurde verbessert – eine „grüne Oase“ entwickelt sich, wie Stadträtin Ulrike Gruber (CSU) dem Gremium erläuterte.

„Mit diesen gewachsenen Strukturen hat zugleich das Interesse am Stadtpark stetig zugenommen. Daher ist ein Aufenthaltsbereich für alle Generationen dort inzwischen umso wichtiger“, betonte Gruber. Das Vorhaben soll den Park zu einem Anlaufpunkt für Wanderer, Radfahrer, junge Menschen und Familien weiterentwickeln.

Familienfreundlichkeit steht im Mittelpunkt

Kern ist der Bau eines multifunktionalen Gebäudes im Stadtpark, das sich architektonisch an regionalen Bauweisen und Materialien orientieren und in Holzbauweise umgesetzt werden soll. Ziel ist es, das Gebäude harmonisch in die natürliche Umgebung einzufügen. Vorgesehen sind ein Kiosk mit regionalen Angeboten zu familienfreundlichen Preisen, ein Aufenthaltsraum mit unentgeltlichen Rastplätzen sowie eine Terrasse. Darüber hinaus plant die Stadt weitere Maßnahmen, etwa Hochbeete, Blüh- und Wildpflanzenbereiche, Informations- und Erlebnisstationen zur Natur- und Umweltbildung sowie interaktive Angebote wie kleine Rätselstationen und thematische Infopunkte, die die Natur erlebbar machen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Thema Umwelt. Regionale Partner und Initiativen sollen eingebunden werden, um das Gesamtvorhaben lebendig zu gestalten und es langfristig zu einem dynamischen Begegnungsort zu entwickeln, der von den Menschen vor Ort getragen wird. Nach derzeitigem Stand rechnet Birner mit Gesamtkosten von rund 275.000 Euro, bei erwarteten Fördermitteln in Höhe von etwa 150.000 Euro. Zeitnah soll die Ausschreibung zur Neuverpachtung des Kiosks erfolgen. Alle Fraktionssprecher befürworteten das Vorhaben und bezeichneten es als zukunftsweisend, nachhaltig und attraktiv für Einheimische wie Touristen. Der Beschluss fiel einstimmig.

Thema der Sitzung waren außerdem zahlreiche Förderanträge von Vereinen, die eingegangen waren und über die nun entschieden wurde. Im vergangenen Jahr hatte der Stadtrat die Fördersätze angepasst und gesenkt.

Es folgten ausführliche Abschlussreden für die scheidenden Räte. Ab 1. Mai nicht mehr im Gremium vertreten sind Anna Roßkopf (SPD), Helga Mehltretter, Walter Drexler (beide Freie Wähler), Herbert Wartha (SPD), Dr. Christoph von Wenz zu Niederlahnstein und Alexander Trinkmann (beide CSU). „Kommunalpolitisches Engagement vollzieht sich vielfach abseits großer öffentlicher Aufmerksamkeit und bildet doch eine unverzichtbare Grundlage für das Funktionieren unseres Gemeinwesens“, erklärte Martin Birner. „Euer Wirken hat Spuren hinterlassen.“

Persönliche Worte für jeden Einzelnen gefunden

Für jeden Einzelnen fand er persönliche Worte des Danks und blickte auf Aufgaben und Funktionen während der jeweiligen Amtszeit zurück. „Dienstältester“ Stadtrat ist Walter Drexler: Bereits von 1991 bis 2002 fungierte er als Ortssprecher, anschließend übernahm er 24 Jahre lang Verantwortung im Gremium. Er wolle – oft im Gegensatz zu den Sitzungen – nicht viele Worte machen, sagte Drexler, nur: „Es war mir eine Ehre.“

Auch die jeweiligen Fraktionssprecher dankten und überreichten Präsente. Besonders hob Birner die 2. Bürgermeisterin Margit Reichl (CSU) hervor. Sie bleibt zwar Mitglied des Gremiums, kandidiert jedoch nach zwei Wahlperioden nicht mehr für das Amt der stellvertretenden Rathauschefin – „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, wie sie selbst sagte und sich vor allem bei den Bürgern für das entgegengebrachte Vertrauen bedankte. „Du warst eine große Stütze und immer äußerst zuverlässig“, lobte Birner. Die scheidenden Stadträte sollen, sofern sie es wünschen, weiterhin in einer WhatsApp-Gruppe in Kontakt bleiben, wie Alexander Trinkmann erklärte.