Fachkräftemangel: Auch Firmen im Städtedreieck stehen unter Druck

Die Stimmung in Deutschlands Wirtschaft ist geprägt von Frust und Unsicherheit. Gründe dafür gibt es zuhauf. Beim mittlerweile 3. Wirtschaftsempfang im Städtedreieck war davon aber nichts zu spüren, im Gegenteil. Gut gelaunt lauschten die rund 80 Besucher, darunter auch viele Kommunalpolitiker, nicht nur den Fachvorträgen, ein Teil der Gäste blieb auch nach dem offiziellen Teil gerne etwas länger, um sich auszutauschen.
Wie berichtet, hat der Geschäftsführer des Zweckverbands Städtedreieck, Sebastian Hauser, 2024 zusammen mit den lokalen Gewerbeverbänden ein neues Veranstaltungsformat ins Leben gerufen: den Wirtschaftsempfang. Die Premiere fand im Gymnasium Burglengenfeld statt, 2025 war die Stadthalle von Maxhütte-Haidhof der Austragungsort. Heuer sollte das Treffen im Mehrgenerationenhaus in Saltendorf über die Bühne gehen.
Gläschen Sekt sorgte für entspannte Atmosphäre
Ein Großteil der geladenen Gäste traf bereits eine halbe Stunde vor dem Startschuss ein, um im Freien bei herrlicher Abendsonne ein Gläschen Sekt zu genießen und sich einzustimmen. Im Saal wartete auf die Besucher dann eher harte Kost. Das Schwerpunktthema: Fachkräfte. Wie findet, bindet und entwickelt man sie? Drei Referenten sollten Antworten liefern.

Zuvor aber ergriff Bürgermeister Thomas Beer (CSU) als Teublitzer Hausherr das Wort. Er betonte den Wert qualifizierten Personals. Für jedes Unternehmen bilde es nicht weniger als das Rückgrat. Auch die Stärke des Städtedreiecks liege vor allem „in den Menschen, die hier leben und arbeiten“. Speziell in Teublitz zeige sich dies unter anderem in der hohen Nachfrage nach Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Deshalb sei es wichtig, gute Rahmenbedingungen für eine positive wirtschaftliche Entwicklung und Perspektiven vor Ort zu schaffen, sagte Beer.
Die Bevölkerungsstruktur der Region birgt ein Risiko
Karen Fisher, Referentin Fachkräftesicherung bei der IHK in Regensburg, eröffnete den Reigen der Vorträge – und überraschte zunächst mit einer positiven Einschätzung der Lage: Der lokale Arbeitsmarkt sehe „ganz gut aus“, die Zahl der Erwerbslosen liege auf einem relativ niedrigen Niveau.

Das bedeute aber auch, dass es kaum Reserven an Fachkräften gebe. Um qualifizierte Kräfte habe längst ein Ringen eingesetzt, sagte Fisher. Als problematisch bezeichnete sie die Bevölkerungsstruktur. Der Anteil der älteren Bürger sei hoch, Nachwuchs gebe es zu wenig. Das berge langfristig Risiken für die lokalen Unternehmen.
Um dem entgegenzuwirken, riet Fisher dazu, möglichst früh mit Schülern in Kontakt zu treten und die Vorteile des eigenen Betriebs darzustellen. Denn: „Junge Menschen entscheiden sich nicht nur für einen Beruf, sondern auch für ein Unternehmen.“ Ausschlaggebende Kriterien seien neben einer angemessenen Bezahlung eine positive Unternehmenskultur, flexible Arbeitszeitmodelle und Weiterbildungsmöglichkeiten.
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Fabian Biersack, Geschäftsführer des Planungsbüros Preihsl und Schwan, rückte die Mitarbeiterführung und das Betriebsklima in den Fokus. Entscheidend sei es, dafür zu sorgen, dass die Mitarbeiter gern zu Arbeit gehen. Sukzessive solle man sie an Aufgaben heranführen, ihnen Vertrauen schenken und sie dann „machen lassen“. Ein Klima der Angst gelte es jedenfalls unbedingt zu vermeiden. Denn wo Angst aufkeime, kippe der Geist, sterbe die Kreativität, mahnte Biersack.

Lehrer Michael Wölfel, erläuterte, wie stark sich die Sophie-Scholl-Mittelschule in Burglengenfeld engagiere, um ihre Absolventen beim Übergang in die Berufswelt zu unterstützen. Die Anstrengungen seien auch bitter nötig, denn häufig falle das Elternhaus als Säule im System aus. Die Schule versuche nach Kräften, die Lücke zu kompensieren, schaffe das aber nicht immer. Manche Schüler scheiterten trotzdem.

Doch auch die „Problemkids“ dürfe man nicht aufgeben. Wörtlich sagte Wölfel: „Wir können es uns nicht leisten, dass wir sie verlieren.“ Und es gebe auch eine reelle Chance, sie auf den rechten Pfad zu führen, manche bräuchten nur ein Jahr länger. Immer wieder, so berichtete Wölfel, treffe er auf ehemalige Sorgenkinder, die doch noch den Durchbruch geschafft hätten: „Und das freut mich dann jedes Mal sehr.“