Wahlen bestätigt: Burglengenfelds Kommandanten sitzen nun fest im Sattel

Nach dem überraschenden Rücktritt ihres Kommandanten Michael Prehn im Januar und der von Turbulenzen begleiteten Wahl seines Nachfolgers, Thomas Beer, hofft die Feuerwehr Burglengenfeld (Landkreis Schwandorf), dass intern wieder Ruhe einkehrt. Die Zeichen stehen dafür nicht schlecht.
Immerhin hat der Finanz- und Personalausschuss des Stadtrats das Wahlergebnis vom 28. März in seiner letzten Sitzung ohne Widerrede bestätigt. Wie berichtet, hatte Prehn Anfang Januar das Handtuch geworfen. Die Hintergründe wurden nie offen kommuniziert, waren aber so schwerwiegend, dass Prehn die bereits absehbare Aktiven-Versammlung mit Neuwahlen nicht abwarten wollte.
Hinter verschlossener Tür wurde lautstark diskutiert
Die Veranstaltung versprach umso spannender zu werden – und so war es auch. Hinter verschlossenen Türen wurde so lautstark gerungen, dass es noch in der Gerätehalle nebenan deutlich zu vernehmen war.
Um den vorzeitigen Rückzug des ersten Kommandanten ging es dabei nach gesicherten Informationen der MZ allerdings weniger. Im Fokus standen viel mehr der Termin an sich und ein Vorschlag für den zweiten Stellvertreterposten, der ursprünglich ebenfalls neu besetzt werden sollte, weil sich Amtsinhaber Michael Aschenbrenner eigentlich zurückziehen wollte.
2. Bürgermeister musste sein ganzes Geschick aufbieten
Die Wogen schlugen so hoch, dass Moderator 2. Bürgermeister Josef Gruber (CSU) sein ganzes Geschick aufbieten musste. Das Angebot einer offenen Aussprache nutzten einige Teilnehmer, um den Beginn der Versammlung zu kritisieren. Im Herbst 2025 war dieser auf 16 Uhr festgelegt worden, Anfang März gab es dann aus verschiedenen Gründen eine Vorverlegung auf 13 Uhr.
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Dadurch sei einigen Wahlberechtigten, die andere Verpflichtungen gehabt hätten, die Teilnahme erschwert oder unmöglich gemacht worden, hieß es. Tatsächlich wurden in der Veranstaltung 63 Aktive gezählt. Die gesamte Truppe zählt rund 25 Personen mehr.
Letztlich rangen sich die Anwesenden aber doch durch, die Wahlen durchzuziehen. Thomas Beer, der der Wehr seit 15 Jahren angehört, sah sich einem Gegenkandidaten gegenüber, wurde aber mit großer Mehrheit zum ersten Kommandanten bestimmt. Zweiter Stellvertreter sollte nun doch Aschenbrenner bleiben, nachdem ein potenzieller Nachfolger von einem Kameraden als inakzeptabel bezeichnet worden war.
Nun war der Personalausschuss des Stadtrats am Zug
Nun war es an den Mitgliedern des Personalausschusses, das Resultat zu bestätigen. Trotz der geschilderten Kritik an der Terminierung der Versammlung sah sich keiner der Mandatsträger veranlasst, eine Diskussion vom Zaun zu brechen, im Gegenteil.
Mitglieder der CSU- und SPD-Fraktion nutzten die Gelegenheit, Beer und Aschenbrenner ihre Anerkennung auszusprechen. Beide seien für den Job sehr gut geeignet. Bei der Burglengenfelder Wehr hätten sie aber auch gewiss viel zu tun. Überhaupt müsse man froh sein, dass es Leute wie Beer und Aschenbrenner gebe, die bereit seien sich so zu engagieren. Selbstverständlichkeit sei das heutzutage keine mehr. Bürgermeister Gesche versäumte es zudem nicht, Michael Prehn, der „auf eigen Wunsch zurückgetreten ist“, zu danken.
Die MZ hakte nach und wollte wissen, ob die erwähnte Kritik an der Terminänderung für das Treffen der Aktiven berechtigt oder wenigstens nachvollziehbar ist.
Laut Gesche hatte jeder Zeit sich anzupassen
Aus Sicht von Bürgermeister Gesche trifft dies überhaupt nicht zu. Er berichtete, die Vorverlegung um drei Stunden sei bereits am 3. März und „selbstverständlich nach vorheriger Abstimmung mit den relevanten Personen“ erfolgt. Eine Verschiebung auf einen anderen Tag sowie alternative Uhrzeiten für 28. März habe niemand für nötig erachtet.
Gegen die form- und fristgerechte Ladung sowie den Beginn sei „kein nennenswerter Widerspruch“ erhoben worden, betonte Gesche. Jeder habe Zeit gehabt, sich mit der Änderung zu arrangieren. Josef Gruber habe sogar noch in der Sitzung angeboten, die Wahl zu verlegen, wenn ein Aktiver dies beantragte. Niemand habe das getan. Der Besuch der Veranstaltung sei im Übrigen nicht schlechter gewesen als bei den Wahlen in 2020 oder 2022.