Feuerwehr Burglengenfeld: Rücktritt des Kommandanten bleibt mysteriös

Auch eine Woche, nachdem der Rücktritt des Burglengenfelder Feuerwehr-Kommandanten Michael Prehn bekannt geworden ist, gibt es offene Fragen in der Stadt im Landkreis Schwandorf. Nicht klären ließ sich, was mit den ursächlichen „externen Differenzen“ gemeint ist. Für die ohnehin geplante Neuwahl am 28. März soll es zwar Interessenten geben. Ein Mann, der besonders geeignet wäre, winkte aber ab.
Wie berichtet, war in der Jahresversammlung des Burglengenfelder Feuerwehrvereins am 6. Januar bekannt geworden, dass Prehn vier Tage zuvor bei Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) den sofortigen Rücktritt eingereicht hatte. Vorausgegangen war nach MZ-Informationen ein 50-minütiges Gespräch im Amtszimmer des Stadtoberhaupts.
Gesche ließ dazu auf Anfrage wissen, er habe bei Prehn vorher eine gewisse „Missstimmung“ wahrgenommen gehabt und ihm deshalb mehrfach eine Unterredung angeboten. Am 2. Januar habe man sich endlich getroffen und „freundlich“ ausgetauscht. Am Ende aber habe Prehn ein vorbereitetes Schriftstück auf den Tisch gelegt, in dem er seinen Rücktritt bestätigte. Dies sei zu respektieren.
Bei den Aktiven will Prehn weiter mit dabei sein
Über was bei dem Vier-Augen-Gespräch konkret debattiert wurde, um welche „Differenzen“ es ging, das wollte der Bürgermeister partout nicht verraten. Auch Prehn selbst hielt sich sehr bedeckt, als ihn die Redaktion um eine Erklärung bat. Er bestätigte lediglich, dass ihn, anders als Außenstehende vermuten könnten, keine internen Reibereien zu dem Schritt veranlasst hätten.
Die „externen Differenzen“ wollte der 54-Jährige nicht näher erläutern und schon gar nicht in der Öffentlichkeit breittreten. „Das Thema ist für mich erledigt“, sagte Prehn. Mitglied der Feuerwehr und der Gruppe der Aktiven wolle er aber bleiben.
Auch Kreisbrandinspektor kennt keine Details
Kreisbrandinspektor Thomas Schmidt, in dessen Zuständigkeitsbereich 54 Feuerwehren angesiedelt sind, erklärte, auch er kenne keine Einzelheiten, die zu Prehns Entscheidung geführt hätten. Er werde aber demnächst das Gespräch mit der Stadt suchen, um sich schlauer zu machen. Klar sei, dass die Ausübung des Kommandantenamts in einer so großen Feuerwehr wie der Burglengenfelder mit erheblichem Aufwand verbunden sei. Obwohl es bereits zwei Stellvertreter gebe, müsse man die Aufgaben eventuell noch besser verteilen.
In der eingangs erwähnten Hauptversammlung hatte Schmidt die Bedeutung der Unterstützung durch die Stadtverwaltung hervorgehoben – und damit, ohne es möglicherweise zu wollen, den Verdacht aufkeimen lassen, dass hier der Hund begraben sein könnte.
Laut Bürgermeister Gesche war der Rückhalt stets groß
Die Redaktion hakte nach und wollte wissen, ob es wirklich Grund zur Klage über mangelnde Rückendeckung geben könnte. Das Ergebnis: Eine eineinhalb Seiten lange Stellungnahme von Bürgermeister Gesche mit der Kernbotschaft, dass das Engagement für die Feuerwehren im Stadtgebiet von Burglengenfeld in den zurückliegenden zwölf Jahren kaum stärker hätte sein können. Das lasse sich nicht nur aus den hohen Investitionen ableiten.
Er persönlich, so schrieb Gesche, habe alle Kommandanten, sowohl in der Kernstadt, als auch im Umland stets kräftig unterstützt und sei „verlässlich hinter ihnen gestanden“. Wenn es trotzdem Rücktritte gegeben habe, so habe dies an internen Meinungsverschiedenheiten gelegen, „die es leider auch bei Feuerwehren gibt“.
Dickes Lob für den Feuerwehrbeauftragten
Ganz besonders lobte der Bürgermeister den Feuerwehrbeauftragten der Stadt, Geschäftsleiter Wolfgang Weiß, mit dem sich Prehn nach Informationen der Redaktion kurz vor dem Treffen mit dem Rathauschef ausgetauscht haben soll. Jeder, der Weiß kenne, könne bestätigen, dass von ihm sämtliche Anliegen „prompt erledigt“ und „absolut sachkundig bearbeitet“ werden, betonte Gesche. Über alle möglichen Kanäle sei Weiß oft bis Mitternacht, also „weit über seine Dienstzeit hinaus“, nicht nur für ihn, den Chef der Verwaltung, sondern auch für die Feuerwehren erreichbar.
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Auch Michael Prehn will die Unterstützung der Feuerwehren an sich durch die Verwaltung gar nicht leugnen, sie sei sogar groß gewesen. Und doch habe es eben bezüglich „des Kommandantenamts“ etwas zu bemängeln gegeben. Er, Prehn, habe konkrete Vorschläge gemacht, sei damit aber letztlich nicht durchgedrungen.
Der Rücktritt des 54-Jährigen ist in Burglengenfeld nicht der erste vorzeitige Abschied eines Kommandanten. Auch Christoph Wasser hatte sich vor rund sechs Jahren überraschend zurückgezogen, dessen Vorgänger ebenso. Und auch die benachbarte Feuerwehr Maxhütte-Winkerling war vor wenigen Monaten durch den Rückzug ihrer Doppelspitze bei den Aktiven in eine Krise geraten. Von einer Häufung entsprechender Fälle in seinem Bezirk möchte KBI Schmidt trotzdem nicht sprechen.
Schmidt: „Keine Häufung“ im Bezirk
Fakt ist, dass die Lücken in Maxhütte-Winkerling längst wieder geschlossen sind, und auch in Burglengenfeld darf man davon ausgehen, dass die Nachfolge Prehns relativ rasch gelöst werden kann. Schon vor einem Jahr hatten sich unter den Aktiven die Stimmen gemehrt, dass man sich einen neuen ersten Kommandanten wünschte. Es ist also durchaus denkbar, dass hinter den Kulissen die Suche nach einem Nachfolger längst angelaufen war – bevor Prehn das Handtuch warf.
Nach MZ-Informationen steht am 28. März eine weitere Neuwahl auf der Tagesordnung, denn die Amtszeit von Michael Aschenbrenner läuft im Mai regulär aus. Mit ihm hatte die Burglengenfelder Wehr 2020 erstmals einen zweiten stellvertretenden Kommandant erhalten. Faktisch aber stand Aschenbrenner, der ein ausgebildeter Berufsfeuerwehrmann ist, überdurchschnittlich oft an vorderster Front.
Michael Aschenbrenner will kürzertreten
Was läge näher, als Aschenbrenner zum neuen ersten Kommandanten zu küren? Doch der Burglengenfelder, dessen Vater zwischen 1987 und 2006 an der Spitze der Aktiven stand, winkt dankend ab. Aus beruflichen Gründen dürfe er für das Amt gar nicht kandidieren, ließ er wissen. Und überhaupt wolle er bei der ehrenamtlichen Feuerwehr künftig insgesamt etwas kürzer treten. Daher stelle er sich auch für das Amt des zweiten Stellvertreters nicht mehr zur Wahl. Bange müsse einem um die Gruppe der Aktiven trotzdem nicht sein. „Es finden sich bestimmt wieder fähige Leute, die Kommandant werden wollen.“