15,6-Millionen-Euro-Projekt: Hochwasserschutz in Cham nimmt nächste Hürde

Der geplante Hochwasserschutz für Stadellohe und Quadfeldmühle kommt voran. Der Chamer Stadtrat hat am Dienstag einstimmig der Entwurfsplanung für das 15,6-Millionen-Euro-Projekt zugestimmt. Sobald die neue Flutbrücke gebaut ist, könnte es losgehen.
Die Baumaßnahme soll die Quartiere vor extremer Flut, einem sogenannten Jahrhunderthochwasser des Regen, schützen. Peter Jaud und Christoph Volderauer vom staatlichen Wasserwirtschaftsamt (WWA) Regensburg stellten den Stadträten die Pläne und das weitere Vorgehen am Dienstagabend vor.
Demnach sollen auf einer Länge von 1,4 Kilometern Hochwasserwände gebaut werden – im Schnitt 1,60 Meter hoch und 40 Zentimeter stark. Außerdem werden fünf Schöpfwerke und zwei Pumpenwerke entstehen. In der Loiblinger Au ist eine Retensionsfläche geplant, die im Falle eines Falles das Wasser aufnimmt, das Stadellohe und Quadfeldmühle dann nicht mehr fluten kann.
Wasserwirtschaftsamt muss 62 Grundstücke kaufen
62 Grundstücke müssen für das Projekt gekauft werden, 29 öffentliche und 33 private. Hier sei man auf gutem Weg, so die Vertreter des WWA.
Von den 15,6 Millionen Euro Gesamtkosten entfallen 14 Millionen auf die Baumaßnahme selbst, 1,3 Millionen auf die Planung und 300 000 auf den Grunderwerb. Dank einer kürzlich beschlossenen Gesetzes-Änderung wird der Freistaat ab sofort 80 Prozent der Kosten übernehmen.
Im Sommer soll das nötige Planfeststellungsverfahren beantragt werden. Bis dahin will man alle nötigen Grundstücksgeschäfte abgewickelt haben. Die direkten Anwohner sind laut WWA bereits über das Vorhaben informiert, Ende 2026 soll eine Bürgerinfo für die Allgemeinheit folgen.
Bauzeit: drei bis vier Jahre
Im Sommer ist dann der Beginn der Arbeiten an der Retensionsfläche in der Loiblinger Au geplant. Mit dem Startschuss für den eigentlichen Hochwasserschutz rechnet das WWA 2029. Die Bauzeit beträgt dann drei bis vier Jahre.
Chams Bürgermeister Martin Stoiber hatte zu Beginn des Tagesordnungspunktes der Hoffnung Ausdruck verliehen, dass die ersten Bagger schon 2028 rollen könnten, unmittelbar nach dem Ende der Arbeiten an der neuen Flutbrücke. Er wies auch darauf hin, dass im Zuge der Bauarbeiten das Regenufer von der blauen Brücke bis zum Bernhard-Wicki-Wäldchen aufgewertet werden soll. Dort gibt es unter anderem Überlegungen für mehr Grün, direkte Zugänge zum Fluss und eine Fläche, die im Winter für Eislauf und im Sommer für Beachvolleyball genutzt werden kann.