Mobile Messgeräte in Bad Kötzting im Einsatz: Stadt prüft Tempoverstöße an mehreren Stellen

Von David Salimi · 22. April 2026 um 15:38

Zu schnelles Fahren beschäftigt die Stadt Bad Kötzting im Landkreis Cham an mehreren Stellen – doch einfache Lösungen sind selten. In der Sitzung des Verkehrsausschusses am Dienstag ging es gleich um mehrere Problemzonen im Kötztinger Stadtgebiet: von der oft als Schleichweg genutzten Arnbrucker Straße über die Lehmgasse bis hin zum Umfeld des Kneippkindergartens „Am Regen“.

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Im Fokus stand zunächst ein Antrag aus der Bürgerschaft: Ein Anlieger hatte die Aufstellung eines dauerhaften Geschwindigkeitsmessgeräts in der Arnbrucker Straße angeregt. Der Abschnitt zwischen dem Abholmarkt von Möbel Wanninger und der Wettzeller Straße gilt seit Längerem als belastet. Autofahrer nutzen die enge Strecke laut Bürgermeister Markus Hofmann vermehrt als Abkürzung in Richtung Viechtach und Wettzell – zum Ärger der Anwohner.

Die Stadt hatte bereits geprüft, ob dort klassische Geschwindigkeitskontrollen möglich sind. Mit ernüchterndem Ergebnis: „Der Streckenabschnitt ist zu kurz, um hier blitzen zu können“, erklärte Hofmann. Auch bauliche Maßnahmen oder Sperrungen seien bewusst verworfen worden.

Stattdessen setzte die Stadt zuletzt auf ein mobiles Tempomessgerät. Die Auswertung fiel jedoch weniger dramatisch aus als von manchen Anwohnern vermutet. „Gravierende Verstöße“ seien nicht festgestellt worden, berichtete Maya Joachimstaller vom Bauamt.

Messungen im Stadtgebiet bleiben flexibel

Bürgermeister Hofmann äußerte sich deshalb zurückhaltend gegenüber einem dauerhaften Gerät. „Wenn ein solches Messgerät dauerhaft neben der Straße steht, verliert es beim Autofahrer an Wirkung“, gab er zu bedenken. Sein Vorschlag: regelmäßige, aber zeitlich begrenzte Messungen, „um die Autofahrer von Zeit zu Zeit einzuschwören“. Zudem verwies er auf die begrenzten Möglichkeiten der Kommune: „Wir können nicht in jeder Straße ein solches Gerät aufstellen.“

Wenn ein solches Messgerät dauerhaft neben der Straße steht, verliert es beim Autofahrer an Wirkung.Markus Hofmann, Bürgermeister in Bad Kötzting

Um flexibler reagieren zu können, hat die Stadt inzwischen ein weiteres mobiles Messgerät angeschafft. Dieses kommt bereits an verschiedenen Stellen zum Einsatz – etwa in der Holzapfelstraße, die mit rund 5000 Fahrzeugen pro Woche stark frequentiert ist, an der Westumgehung, die Hofmann als „ein Dauerbrenner da draußen“ bezeichnete, sowie in Ramsried und in der Wiesinger Straße in Wettzell. Gerade dort sei die Situation wegen wartender Schulkinder sensibel. Auffällige Überschreitungen habe es laut Joachimstaller bislang jedoch auch dort nicht gegeben. Hofmann regte an, die morgendlichen Stoßzeiten in Wettzell nochmals gezielt zu untersuchen.

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Am Ende sprach sich der Ausschuss einstimmig gegen ein fest installiertes Gerät und für weitere temporäre Messungen in der Arnbrucker Straße aus. Künftig soll zudem ein Einsatzplan für die mobilen Geräte im gesamten Stadtgebiet erstellt werden.

Komplexer stellt sich die Lage in der Lehmgasse dar. Auch hier klagen Anwohner über zu schnelles Fahren, teilweise werde sogar überholt. Besonders kritisch seien die Zeiten rund um Schulbeginn und -ende, wenn Schüler vom Bahnhaltepunkt Zellertal zu Fuß unterwegs sind.

Unklare Regelung: Die Tempo-30-Beschränkung in der Lehmgasse gilt rechtlich nur im Bereich des Bahnübergangs. Anwohner beklagen dort zu schnelles Fahren. - Foto: David Salimi

Für zusätzliche Verwirrung sorgt die bestehende Beschilderung. Josef Schötz von der gleichnamigen Fahrschule wies darauf hin, dass die Tempo-30-Regelung rechtlich nur im unmittelbaren Bereich des Bahnübergangs gilt. „Rein rechtlich darf ich damit ab dem Bahnübergang wieder 50 Stundenkilometer fahren“, erklärte er. Grund sei die Kombination des Verkehrszeichens mit der Warnbake am Bahnübergang.

Auch hier will die Stadt zunächst Daten sammeln. Geplant ist eine erneute Geschwindigkeitsmessung sowie eine anschließende Abstimmung mit der Polizei. Der Ausschuss unterstützte dieses Vorgehen.

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Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Ausfahrt des Netto-Discounters an der Lehmgasse. Der Einmündungsbereich ist zu eng, der Abbiegeradius zu knapp – Fahrzeuge geraten beim Rechtsabbiegen Richtung Pfingstreiter-Kreisverkehr regelmäßig an den Bordstein. Laut Bauamtsleiter Christian Kopf soll der aktuelle Eigentümer des Gebäudes eine bauliche Nachbesserung gerichtlich vom Vorbesitzer, der Buchbauer Handelsmärkte GmbH, einfordern. Erste Schäden seien inzwischen bereits behoben worden.

Zu eng geraten: An der Netto-Einfahrt in der Lehmgasse kommt es beim Abbiegen immer wieder zu Problemen. Beim Herausfahren aus dem Parkplatz müssen Fahrzeuge nahezu im rechten Winkel einschlagen, um die Einmündung zu bewältigen. - Foto: David Salimi

Handlungsbedarf sieht die Stadt auch im Bereich des Kneippkindergartens „Am Regen“. Die Verkehrswacht hatte hier auf mehrere Gefahrenpunkte hingewiesen. So fehle bislang eine Beschilderung, die auf den Kindergarten aufmerksam macht. Zudem werde der Straßenabschnitt im Rahmen der Verkehrserziehung genutzt, wodurch es vermehrt zu kritischen Situationen kommen könne.

Mehr Sicherheit gefordert am Kindergarten

Nach Einschätzung der Verkehrswacht ist auch das Tempo-30-Schild zu weit vom Kindergarten entfernt. Darüber hinaus wurde angeregt, die Nutzung der Stellplätze nahe des Spitalplatzes klarer zu regeln, um unübersichtliche Verkehrssituationen zu vermeiden.

Die Stadt will diese Punkte im Rahmen einer Verkehrsschau vor Ort gemeinsam mit den zuständigen Stellen prüfen.