Zahl der politischen Straftaten in Regensburg steigt – Rechtsextreme Delikte überwiegen

Der bayerische Verfassungsschutzbericht wirft ein Schlaglicht auf die linksextreme Szene in Regensburg. Zahlen der Polizei zeigen allerdings: Auch der Rechtsextremismus ist ein Problem in der Domstadt.
2025 gab es in Regensburg insgesamt 161 Fälle politisch motivierter Kriminalität. Das sind 12,6 Prozent mehr als im Jahr davor. Das geht aus dem Sicherheitsbericht der Polizei hervor. Demzufolge gab es 73 Straftaten mit einem Bezug zum Rechtsextremismus. Damit sind 45,3 Prozent aller politischen Straftaten in diesem Lager zu verorten. Die Beamten verzeichnen im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung. 2024 wurden 61 rechte Straftaten gezählt.
Es gab 54 Straftaten, die dem linksextremen Spektrum zuzuordnen sind. Das entspricht 33,5 Prozent. Auch dieser Bereich legt laut Polizei zu. Im Jahr 2024 verzeichneten die Beamten einen Anteil von linksextremen Taten an der politischen Kriminalität in Höhe von 23 Prozent.
Markus Fuchs, Leiter der Polizeiinspektion Regensburg Süd, betont, dass sich ein Großteil der Fälle insbesondere in Wahlkampfzeiten auf die Beschädigung von Wahlkampfplakaten beziehe. Im Februar 2025 wurde der Bundestag gewählt. Fuchs erinnerte in diesem Kontext auch an eine Tagung der AfD in einem Regensburger Hotel im Januar 2025. Im Zuge dessen sei es zu einer ganzen Reihe von politischen Delikten gekommen – von links und rechts.
Hakenkreuz am Haidplatz in Regensburg ist kein Einzelfall
Es gebe in Regensburg allerdings auch Hakenkreuz-Schmierereien. Eine solche sorgte im September 2025 für Schlagzeilen. Das Nazi-Symbol tauchte an einem Mülleimer am Haidplatz auf. Der Grünen-Landtagsabgeordnete Jürgen Mistol zeigte sich damals entsetzt. „Solche Schmierereien haben in Regensburg keinen Platz.“ Zur Wahrheit gehört: In der Altstadt sorgen insbesondere linksextreme Graffitis für Ärger. An vielen Wänden prangen Hammer und Sichel. Diese Leute habe man auf dem Schirm, betonte PI-Süd-Chef Fuchs. Die linke Szene in Regensburg sei definitiv keine kleine.
Fuchs spricht mit Blick auf die politischen Straftaten von einem großen Dunkelfeld. „Ich glaube, dass da ganz viel nicht zur Anzeige gebracht wird.“ Eines möchte der Dienststellenleiter klipp und klar betonen: „Die Polizei ist weder auf dem rechten noch auf dem linken Auge blind.“