Rechtliche Unsicherheiten: Foodsharing-Schränke im Raum Regensburg dicht

Die Regensburger Foodsharing-Regionalgruppe sieht sich dazu gezwungen, alle Verteilerschränke in der Domstadt und darum herum zu schließen. Dahinter stecken juristische Fragen.
Die Entscheidung kommunizierte die Gruppe am Freitagabend auf den sozialen Medien. Es sei nichts vorgefallen, betonten die Verantwortlichen in einem kurzen Post. „Es ist aufgrund von neuen rechtlichen Informationen aufgefallen, dass wir als Privatpersonen rechtlich belangt werden können, falls dies aber mal geschieht.“ Daher schließe man haftungsbedingt alle Schränke im Bezirk. „Es kann nichts mehr angeliefert werden und infolgedessen können auch keine Lebensmittel mehr entnommen werden.“ Sollte es jemanden geben, der die Haftung übernehmen möchte, dürfe er oder sie gerne Kontakt aufnehmen. „So leid es uns tut: Es wird bis auf Weiteres keine Fairteiler mehr geben!“
„Keiner muss hungern“: Wie geht es nach dem Aus für Foodsharing-Schränke in Regensburg weiter?
Nadine Feuersenger von der Regensburger Foodsharing-Regionalgruppe erklärt im MZ-Gespräch die Hintergründe. Man habe aus der Gruppe einen Verein machen wollen und sei dabei auf das rechtliche Problem gestoßen. „Das ist für uns ein hohes Risiko, das wir nicht eingehen wollen.“ Dabei habe man ein gutes Hygienekonzept, betont Feuersenger. Aber man könne bei den Schränken, die offen zugänglich sind, eben nichts ausschließen. Die Foodsharerin betont darüber hinaus, dass diese Entscheidung nichts mit der Stadt zu tun habe.
Wie es nun weitergeht? Die Schränke sind erst einmal dicht, bis eine Lösung gefunden ist. Wie diese aussehen soll? Die Gruppe wisse es schlicht noch nicht. Lebensmittel werden allerdings weiter gerettet. Diese werden zum Beispiel an die Rengschburger Herzen weitergegeben oder per WhatsApp-Gruppen verteilt. „Hungern muss keiner“, betont Feuersenger. Allerdings seien die Schränke für viele Menschen eine Erleichterung. Oft hätten sich davor Schlangen gebildet, wenn die Foodsharer abends kamen. „Manche haben uns mit Tränen in den Augen gedankt.“ Damit ist erst mal Schluss.