18 Wohnungen in Lauterhofen? Markträte fühlen sich von Bauprojekt überrumpelt

Das Gundekar-Werk Eichstätt plant, ein Mehrfamilienhaus mit 18 Wohnungen zu errichten. Manchen Markträten ist der Bau zu wuchtig, weshalb eine Entscheidung vertagt wurde. Wie es bei dem Projekt nun weitergeht.
In Lauterhofen wurde der Bau eines Mehrfamilienhauses mit 18 Wohneinheiten beantragt. Es handelt sich um das Grundstück in der Brunner Straße 1, auf dem früher der Maria-Goretti-Kindergarten stand. Bauherr ist das St. Gundekar-Werk Eichstätt, dessen Geschäftsführer Thilo Molling den Markträten nun Rede und Antwort stand. Ihm zur Seite stand die Architektin Helene Wenzel-Jörg aus Roth.
Der Bau soll in einer L-Form errichtet werden. Oberhalb der Tiefgarage befinden sich drei gleiche Geschosse mit 4-, 2- und 1-Zimmer-Wohnungen. Alle Wohnungen sind barrierefrei und auch barrierefrei zugänglich. Die Stellplätze in der Tiefgarage sind mit 2,80 Metern extra breit. Molling betonte, Wohnbauträger sei die Diözese Eichstätt. Man wolle mit dem Projekt keinen Gewinn machen. Die Architektin ergänzte, die Miete würde einkommensabhängig gefördert. Der Bedarf an solchen Wohnungen sei in der Oberpfalz da.
Bürgermeister: Lauterhofen hat Bedarf an Wohnungen
Das bestätigte auch Bürgermeister Ludwig Lang. Lauterhofen habe Bedarf. Deshalb wolle er, dass die Wohnungen entstehen. Dennoch wurde eine Entscheidung vertagt, was Molling nicht schmeckte. Er wollte zumindest einen Vorentscheid, erklärte auch, das Gebäude gerne bauen zu wollen, räumte aber auch ein, er müsse auf Wirtschaftlichkeit achten. „Wenn der Marktrat nicht zustimmt, dann bauen wir gar nicht.“
Der Knackpunkt: Etwas oberhalb am Hang befindet sich das Wohnhaus einer Familie, der nun ein „breiter Kasten“ vor die Nase gesetzt wird. Marktrat Josef Seitz merkte an: „Die Familie sieht ja gar nichts mehr.“ Mit dem Nachbarn, so Molling, sei man in ständigem Kontakt.
Der bisherige Kindergarten hatte vom Straßenniveau her gesehen eine Höhe von 8,60 Metern. Der neue Bau soll zehn Meter hoch werden. Allerdings war der Kindergarten nicht so breit wie der jetzt geplante Bau. Molling betonte, dass seit vier Jahren an dem Vorhaben geplant werde. Einige Markträte hingegen fühlten sich überfahren: „Heute sehe ich das zum ersten Mal.“ Auch die Aussage von Marktrat Seitz und anderen, man müsse sich das vor Ort anschauen, deutet daraufhin, dass es keinen Vor-Ort-Termin gab.
Keine Lösung in der Sitzung in Lauterhofen gefunden
Es wurde begonnen, in der Sitzung nach Lösungen zu ringen. Eine Verlegung des Bauvorhabens zur Straße hin sei nicht möglich, da Autos vor dem Tiefgaragentor stehend von der Straße weg sein müssen. Unebenheiten in der Tiefgarage sabotieren die Barrierefreiheit. Gerungen wurde darum, zum Nachbarn hin auf ein oder zwei Wohnungen zu verzichten und einen Teil nur zweigeschossig zu bauen. Das aber, so Molling, gefährde die Rentabilität. Realistisch sieht Molling eine niedrigere Höhe des Gebäudes, möglich seien gegebenenfalls 80 Zentimeter – unter anderem durch eine dünnere Bodenplatte. Das aber sei auch eine Aufgabe der Architektin.
Am 24. April berät der Marktrat erneut über den Bau
Der Marktrat ließ sich auch nicht auf einen Beschluss unter Auflagen ein. Eine solche Zusicherung hätte Molling gerne gehabt, denn weitere Berechnungen würden Geld kosten. Nun trifft man sich am kommenden Freitag um 18 Uhr am Bauplatz und – unter Vorlage einer überarbeiteten Planskizze – anschließend wieder im Sitzungssaal des Rathauses.