Haushalt in Lauterhofen steht, aber eine Entscheidung vertagt der Marktrat

Eigentlich sollte es am Donnerstag die letzte Markratssitzung von Bürgermeister Ludwig Lang in Lauterhofen sein. Nun will man sich am kommenden Freitag noch einmal treffen. Grund: eine Entscheidung für ein Mehrfamilienhaus mit 18 Wohneinheiten des St. Gundekar-Werks Eichstätt an der Brunner Straße.
Eigentlich sollten am 24. April lediglich die ausscheidenden Markträte und Bürgermeister Lang, dessen Amtszeit Ende April endet, geehrt und danach gemeinsam gegessen werden. Doch im wichtigsten Tagesordnungspunkt, dem Bauauftrag für ein Mehrfamilienhaus mit 18 Wohneinheiten des St. Gundekar-Werks Eichstätt an der Brunner Straße fand sich am Donnerstag im Marktrat keine Mehrheit.
Die Markträte forderten Nachbesserungen. Am 24. April trifft man sich um 18 Uhr in der Brunner Straße 1, danach wird das Bauvorhaben erneut im Marktrat behandelt.
Beschwerden zum Bauen in der Merowingerstraße
Diskussionsbedarf gab es auch im Bau-Turbo-Verfahren für den Neubau eines Mehrfamilienhauses in der Merowingerstraße in Lauterhofen. Bereits im Januar hatte der Marktrat in einer nicht öffentlichen Sitzung eine Bauvoranfrage positiv beschieden. Gemäß Bebauungsplan sind hier nur Ein- und Zweifamilienhäuser erlaubt. Eine Prüfung des Gebietscharakters hat laut Lang jedoch ergeben, dass sich im unmittelbaren Umkreis bereits drei Mehrfamilienhäuser befinden. Mehrfach sei vom Bebauungsplan abgewichen worden. Bei der Gemeinde seien zwei Beschwerden, eine von 34 Nachbarn unterzeichnet, eingegangen. Moniert wurde unter anderem, dass aufgrund der Enge der Bebauung die Privatsphäre nicht gewährleistet sei.
Neuer Zinssatz für Abwasserentsorgung
Marktrat Ludwig Härteis betonte, die Leute hätten vor Jahrzehnten mit der Maßgabe gebaut, dass es sich um eine Siedlung mit maximal Zweifamilienhäusern handele. Auf den Bestand hätten sie vertraut. „Die sind nun angeschmiert, es muss mal ein Ende haben“, sagte Härteis. Dennoch genehmigte der Marktrat gegen fünf Stimmen das Vorhaben. Die anderen Bauanträge dagegen wurden einstimmig durchgewunken. Für die Abwasserentsorgungsanlagen Lauterhofen und Traunfeld wurde für den Zeitraum ab 2027 ein kalkulatorischer Zinssatz von 3,05 Prozent beschlossen.
Um, wie Erwin Spitz erläuterte, Straßen zu schonen, wurden die Verbindungen von Hillohe nach Mantlach und von Nattershofen nach Haid von Gemeindeverbindungsstraßen zu Feld- und Waldwegen umgestuft. Damit können sie im Fall von Straßensperrungen für den Durchgangsverkehr nicht mehr genutzt werden. Marktrat Andreas Aigner ließ den Beschlussvorschlag um den Zusatz, „dass Anwohner die Straßen nutzen können“, ergänzen.
Marktrat beschließt Haushalt mit 15,3 Millionen Euro
Einstimmig beschloss der Marktrat den Haushalt 2026. Der Gesamthaushalt beträgt demnach 15,3 Millionen Euro. Der Bedarf für Kreditaufnahmen beträgt 950 000 Euro. Der Gewerbesteuer-Hebesatz beträgt künftig 320 Prozent. Härteis kritisierte, dass Lang lediglich die Zahlen vorlas. Er erläuterte, dass Lauterhofen weniger investiere als im Vorjahr. Es würden eine Million Euro Schulden aufgenommen – auch das sei neu.
Der Haushaltsplan sei ein richtiger Schritt, weil er aussagekräftig sei. Unter anderem würde dokumentiert, dass Mittel nicht abgerufen worden seien, weil Lauterhofen aus den Programmen, wie der Städtebauförderung, längst rausgefallen sei, sagte Härteis. Letztlich stimmten alle Markträte dem Haushaltsplan zu.
Neue Regelung für Bürgermedaille
Der Antrag, dass Markträte, die nach mindestens 24 Jahren aus dem Amt ausscheiden, automatisch für die Verleihung der Bürgermedaille vorgeschlagen werden, wurde einstimmig angenommen. Ausdrücklich betont wurde, dass dem Marktrat die Entscheidung obliegt, ob er sie auch verleiht. Derzeit ist die Anzahl auf 15 lebende Personen beschränkt, es gibt bisher vier Medaillenträger.
Bürgermeister Lang gab bekannt, dass 88 Leuchtstellen im Gemeindegebiet von der Bayernwerk Netz GmbH für 38 670 Euro ausgetauscht werden. Aktuell sind die zwei Windräder der Firma Windpower in Lauterhofen nicht in Betrieb. Aus Sicherheitsgründen werden die Rotorlager auf eine fortschrittliche Überwachung umgestellt. Lang dankte zum Schluss den Markträten für die gute Zusammenarbeit und wünschte seinem Nachfolger Xaver Lang eine glückliche Hand zur Weiterentwicklung des Marktes.