Zementwerk Burglengenfeld: Noch mehr Züge in Richtung Berlin geplant

Von Thomas Rieke · 16. April 2026 um 16:30

Dass der Leiter des Zementwerks Burglengenfeld (Landkreis Schwandorf), Bernhard Reindl, künftig die Bahnstrecke wieder öfter nutzen möchte, dürfte sich herumgesprochen haben. Doch die Pläne haben kurzfristig eine nicht unwesentliche Änderung erfahren, so dass sich der Bau- und Umweltausschuss zum zweiten Mal binnen weniger Wochen mit dem Thema zu beschäftigen hatte. Außerdem gibt es eine erste Reaktion aus der Bevölkerung.

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Wie berichtet, soll der Zementklinker, ein Zwischenprodukt bei der Zementherstellung, aus dem Burglengenfelder Betrieb aus verschiedenen Gründen auch in anderen Mühlen des Baustoffkonzerns Heidelberg Materials (HM) zum Einsatz kommen. Aktuell wird nach MZ-Informationen der Standort Königs-Wusterhausen bei Berlin versorgt.

Bisher findet der Transport per Lastwagen statt, künftig soll dies per Güterzug geschehen. Das ist zumindest die Absicht von Werkleiter Reindl. Für die Umwelt hätte die Umstellung vorwiegend positive Folgen, zumal eine Steigerung der Lieferung von 80.000 auf 100.000 Tonnen im Jahr angestrebt wird. Dafür wären nach jüngsten Informationen rund 4000 Lastwagenfahrten erforderlich. Diese könnten durch ein paar Hundert Zugfahrten ersetzt werden.

Der Bauausschuss, dem ein entsprechender Antrag Mitte März vorgelegt worden war, erteilte ohne große Diskussion das gemeindliche Einvernehmen. Doch dann erfuhr die Stadtverwaltung über das Landratsamt, der Antrag zur Klinkerbahnverladung sei wegen „internen Klärungsbedarfs“ bei HM zurückgezogen worden. Am 2. April wurde ein Neuantrag mit den aktualisierten Zahlen eingereicht. Ohne Diskussion wurde auch jetzt wieder das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

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Unterdessen gibt es eine Reaktion eines Bürgers aus dem Stadtteil Wölland, der die Entwicklung differenziert betrachtet. Im Prinzip begrüßt er es, dass das Zementwerk vermehrt auf die Schiene setzt. Andererseits berichtet er, der Zugverkehr, der bis Ende 2024 zu beobachten gewesen sei, habe auch seine Schattenseiten gehabt.

Signalhorn nervt – doch Ersatz ist nicht in Sicht

Zwischen Saltendorf und der Endstation Zementwerk existierten nämlich mehrere ungesicherte Querungen. Neben der Stecke seien deshalb seit 1899 in kurzen Abständen sieben sogenannte Pfeiftafeln aufgestellt, die den Lokomotivführer daran erinnerten, dass er jedes Mal das Signalhorn zu betätigen habe. Die Lautstärke sei Sirenen sehr ähnlich und habe „gewaltig genervt“. Auch in 50 Jahren, die er in Wölland zuhause ist, habe er sich nicht daran gewöhnen können, berichtete der Bürger.

Daher richtete er an den Zementwerkleiter die Bitte, er möge dafür sorgen, dass eine verträglichere Lösung gefunden werde. Eine gewöhnliche Autohupe müsse es doch auch tun.

Reindl erklärte auf Abfrage der MZ, er habe das Anliegen an den Eisenbahnbetriebsleiter des Unternehmens weitergegeben und erfahren, dass die Pfeifsignale an unbeschrankten Bahnübergängen nicht nur Pflicht seien, sondern sogar genormt. Eine Änderung ist also nicht in Sicht.