Steinberg verabschiedet soliden Haushalt – Sieben Wochenendhäuser am Steinberger See geplant

Der Gemeinderat hat bei der letzten Sitzung in dieser Wahlperiode den Etat 2026 mit einer Gesamtsumme von knapp 7,4 Millionen Euro einstimmig beschlossen. Bereits am 8. Mai wird die konstituierende Sitzung des neuen Gemeinderates stattfinden, dann werden auch Christian Meßmann(CSU) als neuer Bürgermeister und die neu gewählten Mitglieder des Gemeinderates vereidigt.
Noch-Bürgermeister Harald Bemmerl (SPD) informierte, dass man dem Finanzausschuss und der Verwaltung übereingekommen sei, den Haushalt in der laufenden Legislaturperiode zu verabschieden. Damit wolle man dem neuen Gemeinderat ein Werkzeug an die Hand geben, auf dem er aufbauen könne.
Bemmerl dankte VG-Kämmerer Torsten Söllner für die Erstellung des knapp 200 Seiten umfassenden Zahlenwerks. Im Vorbericht verwies Bemmerl auf 1953 Einwohner (Stand 30. September 2025), ein Gewerbesteueraufkommen von rund 600.000 Euro, die auf 1,2 Millionen Euro angestiegene Kreisumlage und auf rund 612.000 Euro an Schlüsselzuweisungen. Die Hebesätze wurden wie folgt festgesetzt: Gewerbesteuer 330 Prozent, Grundsteuer A 400 Prozent, Grundsteuer B 250 Prozent. Kreditaufnahmen seien nicht vorgesehen, der Höchstbetrag für Kassenkredite wurde auf 850.000 Euro festgesetzt.
Ausreichend Finanzmittel für Investitionen sind vorhanden
Bürgermeister Harald Bemmerl bezeichnete den Etat-Entwurf als wohlüberlegtes Zahlenwerk. SPD-Fraktionssprecher Klemens Hecht sprach ebenfalls von einem soliden Haushalt, den man mit kluger Planung und hohem Einsatz erarbeitet habe. Bei den Investitionen habe man Gelder für Straßen, die Wasserversorgung, den Brandschutz und die touristische Entwicklung am Steinberger See eingeplant. Nun gelte es, an den angerissenen Themen der vergangenen Jahre weiterzuarbeiten. CSU-Sprecher Christian Meßmann verwies darauf, dass man die nötigen Investitionen im Dorf nur durch die Entnahme aus der Rücklagen in Höhe von 950.000 Euro schultern könne.
Die Gemeinde sei gefordert, sich für die Zukunft Gedanken um die Einnahmesituation zu machen. Es brauche neue Impulse, um leistungsstarkes Gewerbe anzusiedeln. Die CSU-Fraktion sei zuversichtlich, dass wichtige Projekt in 2026 realisiert werden können. Beide Fraktionen und auch die zwei Gemeinderäte der FW stimmten geschlossen für den vorgelegten Haushalt, der zum 1. Januar 2026 in Kraft tritt.
Im weiteren Sitzungsverlauf entwickelte sich eine von CSU-Gemeinderat Franz Kiendl angestoßene Diskussion über die Billigung des überarbeiteten Entwurfs sowie die Zustimmung zur förmlichen Auslegung für die Errichtung von sieben Wochenendhäuser am Steinberger See. Nach den Erläuterungen der drei anwesenden Baufachleute, bei denen es um die Dacheindeckung, die naturnahe Gestaltung der Gärten und Eingriffe in den Boden ging, wollte Kiendl wissen, ob Regenwasser die Standfestigkeit der geplanten Wochenendhäuser beinträchtigen könne.
Ehrenordnung der Gemeinde wurde überarbeitet
Bürgermeister Bemmerl verwies auf ein Gutachten, demnach bestehe hier keine Gefahr. Gegen drei Stimmen wurde dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan mit Grünordnungsplan mehrheitlich zugestimmt.
Folgenden Bauvorhaben wurde einstimmig das Einvernehmen erteilt: Errichtung eines Carports in der Graf-Reisach-Straße (Bauvoranfrage), Neubau eines Wohnhauses mit Garagen in der Heidestraße und Neubau einer Doppelgarage im Reutinger Weg.
Schließlich wurde die Ehrenordnung der Gemeinde nach Überarbeitung ebenfalls ohne Gegenstimme aktualisiert. Damit sollen vor allem die Vereine künftig in die Lage versetzt werden, maßgebliche Ehrungszeiträume eigenständig und transparent zu berechnen, informierte Bürgermeister Harald Bemmerl.
Das Zahlenwerk
• Etat 2026: Verwaltungshaushalt 5.487.288 Euro, Vermögenshaushalt 1.888.000 Euro
• Einnahmen: Wichtigste Einnahme im Vermögenshaushalt ist die Rücklagenentnahme in Höhe von 942.772 Euro. Größere Einnahmen im Verwaltungshaushalt sind die Grundsteuer mit insgesamt 226.000 Euro, die Gewerbesteuer mit rund 600.000 Euro, der Anteil an der Lohn- und Einkommensteuer in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro, Schlüsselzuweisungen 612.388 Euro, Wasser- und Kanalgebühren 670.000 Euro, Mieten und Pachten 125.750 Euro sowie die Parkgebühren am Steinberger See, die mit 120.000 Euro veranschlagt wurden.
• Ausgabeposten: Personalkosten 693.750 Euro, sächlicher Verwaltungs- und Betriebsaufwand knapp zwei Millionen Euro, Kreisumlage 1,2 Millionen Euro, Verwaltungsumlage an die VG 612.611 Euro, Baumaßnahmen rund 1,1 Millionen Euro, Erwerb von Grundstücken 512.000 Euro. Die Gemeinde beschäftigt einen Wahlbeamten (Bürgermeister), sechs Vollzeit- und zwei Teilzeitkräfte sowie zwölf geringfügig Beschäftigte.