Sanierung der Jugendbildungsstätte in Waldmünchen soll 15 Millionen Euro kosten

Von Martin Hladik · 15. April 2026 um 11:00

Ende März haben wir anlässlich der Sitzung des Zweckverbandes zuletzt über die geplante Sanierung der Zimmertrakte in der Jugendbildungsstätte berichtet. Damals wollte noch niemand konkrete Zahlen nennen. Jetzt wurden sie bei einer Sitzung des Kreisausschusses öffentlich.

15 Millionen Euro sollen die Sanierung und energetische Ertüchtigung kosten. Für den Betreiber ist es sehr wichtig, die Zimmer des historischen Gebäudes zu modernisieren. Mittlerweile seien Duschen und Toiletten in den Zimmern Standard bei einer Jugendbildungsstätte. In der Waldmünchner JuBi befinden sie sich noch auf dem Gang. Zudem entsprechen die vielen Mehrbettzimmer nicht mehr heutigen Bedürfnissen. Beides erschwert der Tagungsstätte den Wettbewerb mit anderen Bildungsanbietern.

Bei dem 15-Millionen-Projekt, das wahrscheinlich erst 2028 angegangen werden kann, erhoffen sich Kreis und Stadt Waldmünchen als Mitglieder im Zweckverband Jugendbildungsstätte hohe Zuschüsse von 60 bis zu 80 Prozent. Deswegen läuft derzeit schon eine Vergabe der Architektenleistungen. Die Planungen sollen 2026 beginnen und werden Grundlage des Förderantrags sein, so die Sitzungsvorlage. Es wird mit einer Bauzeit von fünf Jahren für fünf Bauabschnitte gerechnet. Der Umbau soll im laufenden Betrieb erfolgen.

Stadt und Kreis bringen je zwei Millionen Euro auf

Bei einer Förderquote von 80 Prozent kommen auf Kreis und Stadt im Zweckverband rund 5,4 Millionen Euro Kosten zu. Der im Kreisausschuss festgelegte Verteilungsschlüssel sieht so aus: Das Gros der Kosten übernehmen Kreis und Stadt jeweils selbst mit rund zwei Millionen Euro (1,975 Millionen heißt es in der Vorlage). Der Zweckverband nimmt einen Kredit von rund einer Million Euro auf und entnimmt seinen Rücklagen 450 00 Euro. Der Landkreis will seinen Beitrag über zehn Jahre in jährlich 200 000 Euro splitten.

Den Weg zur Sanierung hat die Regierung der Oberpfalz möglich gemacht, heißt es in der Sitzungsvorlage. Wenn das Gebäude ganzheitlich saniert und energetisch ertüchtigt werde, dann seien Mittel aus der Städtebauförderung möglich.

Weitere Fördermittel erhofft sich der Kreis bei einem „denkmalpflegerischen Mehraufwand“ über Denkmalpflege, Landesstiftung und Bezirk. Eine Förderung aus dem Entschädigungsfonds – wie beim Dirrmaler Wirt – sei diesmal nicht möglich. KfW oder BAFA-Förderungen könnten erst mit den konkreten Planunterlagen geprüft werden.

Waldmünchens Bürgermeister Markus Ackermann betonte in der Kreisausschusssitzung, dass die Stadt diese Sanierung niemals allein stemmen könnte und sie von den Finanzen her ein Mühlstein um den Hals wäre. Die Bildungsstätte sei von großer überregionaler Bedeutung und deswegen sei die Sanierung wichtig.

Wolfgang Kerscher (SPD) betonte im Kreisausschuss den Wert der Jugendbildungsstätte und erinnerte sich selbst an Zeiten, wo er dort untergebracht war. Er freute sich über den hohen Zuschuss und befürwortete die Sanierung.

Stefan Baumgartner (CSU) stellte fest, dass man dumm wäre, wenn man zu einem Fördersatz von 80 Prozent ein solches Vorhaben nicht in Angriff nehmen würde.

Bucher fragt nach Einbußen durch weniger Betten

Karin Bucher (FW) fragte nach der Einbuße bei den Kapazitäten, wenn aus den Siebenbett-Zimmern Zweibett-Zimmer werden. Landrat Franz Löffler erklärte, dass der Bezirk darauf achte, dass sich nur unerhebliche Einbußen ergeben. Das sei ihm persönlich auch sehr wichtig. Der Kreisausschuss schlug die Maßnahme einstimmig dem Kreistag zur Durchführung vor.