Neue Zimmer braucht die Jugendbildungsstätte Waldmünchen

Trotz oder vielleicht gerade wegen guter Belegungszahlen will die Jugendbildungsstätte Waldmünchen gründlich renovieren. Das hatte Bürgermeister Markus Ackermann beim Jahresempfang vor einer Woche angekündigt. Ganz neu ist der Plan allerdings nicht, bereits 2024 und 2025 war über eine grundlegende Sanierung im Bettentrakt beraten worden.
Nasszellen auf dem Gang seien nicht mehr zeitgemäß, sagt Bürgermeister Ackermann. Also müssten die entsprechenden Zimmer im Bettentrakt umgebaut werden. Darüber sind sich alle Beteiligten einig. Problem ist wie immer die Finanzierung.
Als Vorsitzender des Zweckverbandes für das Jugendbildungdhaus ist Bürgermeister Ackermann auch dafür zuständig. „Wir müssen aktiv werden“, sagt Ackermann. Zimmer ohne eigene Nasszelle seien nicht mehr zeitgemäß. Wann es allerdings zur Sanierung kommen könnte, weiß Ackermann noch nicht. Der nächste Schritt sei jetzt die Beauftragung eines Architekten. Die Sanierung werde auch viel Zeit in Anspruch nehmen, vermutet Ackermann. Er geht davon aus, dass der Umbau der Zimmer nach und nach während des laufenden Betriebs vorgenommen wird. Die Sanierung werde mittelfristig angegangen werden.
Solide Belegungszahlen für die 165 Betten
Jenseits dieser Pläne kann die Jugendbildungsstätte solide Belegungszahlen für ihre 165 Betten vorweisen. Die hatte Geschäftsführer Johannes Himmelhuber im Dezember dem Bezirkstag vorgelegt. In dieser Sitzung beschloss der Bezirk seinen jährlichen Zuschuss an die JuBi von diesmal 735 000 Euro für 2026 .
Apropos Belegungszahlen. Geschäftsführer Himmelhuber ist nicht ganz glücklich, wenn die JuBi ausschließlich an der Zahl der Übernachtungen gemessen wird. Schließlich sei die JuBi zunächst Bildungseinrichtung. Würden nur die Übernachtungen gezählt, tauche die Vielzahl an Tagesseminaren ohne Übernachtungen gar nicht in der Statistik auf. Deswegen habe man eine neue Messgröße eingeführt: Den Bildungstag. Damit würde ein mindestens sechsstündiger Kurs pro Teilnehmer abgerechnet.
Zum Vergleich: Die JuBi hatte 2025 insgesamt 26 045 Übernachtungen. Eine Zahl die Himmelhuber als guten Durchschnitt bezeichnete. Ma n habe nach Corona wieder „stabile Zahlen“.
Einen deutlichen Anstieg gibt es bei den Bildungstagen. Die liegen mit 18 171 um rund 170 höher als im Vorjahr. Frequenzbringer sind die „Berufsbezogene Bildung“ und die „Gruppenbezogene Jugendarbeit“. Hinter der berufsbezogenen Bildung verbergen sich Veranstaltungen der Agentur für Arbeit, die Schülern der 8. Klassen der Mittelschulen ein Angebot zur beruflichen Orientierung gebe.
Diese Angebote, so Himmelhuber, seien zum Beispiel meist eintätig und würden nicht in einer Übernachtungsstatistik auftauchen. Genausowenig wie Tagesseminare in der Umweltbildung. Die Gruppenbezogene Jugendarbeit würde dagegen meist von Schulen, zur Teamarbeit und zur Konfliktlösung genutzt und sei meist mehrtägig.
Interessant ist auch, aus welchen Regionen die Besucher kommen. Das Gros der Teilnehmer kommt zu 72 Prozent aus der Oberpfalz, zehn Prozent dabei direkt aus dem Landkreis Cham. Umgekehrt sind immerhin 21 Prozent der Teilnehmer aus anderen Regierungsbezirken Bayern. Das erkläre sich zum einen aus den verschiedenen Programmangeboten der Jugendbildungsstätten in Bayern und zum andere aus historisch gewachsenen Beziehungen, erklärt Himmelhuber. So besuche eine Wirtschaftsschule aus Erlangen seit vielen Jahren die JuBi. Immerhin vier Prozent der Gäste in der JuBi kommen sogar aus dem Ausland. Das seien in der Regel Tschechen, sagt Himmelhuber, da die JuBI ja immer wieder deutsch-tschechische Seminare oder das deutsch-tschechische Jonglagetreffen anbietet.
Jugendbildungsstätte hat auch erwachsene Gäste
Über Gastbelegungen von Vereinen oder anderen Nutzern wie dem Jugendring sowie Kurse für Jugendleiter sind auch Erwachsene oder junge Erwachsene Nutzer der JuBi.
Insgesamt kommen sie auf rund 38 Prozent der Nutzer. Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren nutzen zu 42,4 Prozent die JuBi. Kinder unter zwölf Jahren sind zu rund 20 Prozent die Nutzer. Das Geschlechterverhältnis der Nutzer ist nahezu ausgewogen.