Čerchov soll Berg der Freundschaft bleiben – Karl Reitmeier stellt Wanderführer vor

Was Karl Reitmeier dazu bewogen hatte, im Jahre 2012 einen Wanderführer mit dem Titel „Der Cerchov ist immer das Ziel“ herauszugeben und diesen 2025 anlässlich der Eröffnung der neuen Berghütte auf der höchsten Erhebung des Böhmischen Waldes zu aktualisieren, das erfuhren die Besucher am Sonntagabend bei einer Veranstaltung der Touristinformation Waldmünchen in der Aula der Jugendbildungsstätte.
Damit die ganze Materie nicht zu trocken verlief, hatte Reitmeier auch eine Bilderpräsentation mitgebracht. Für die Höhepunkte des Abends sorgte aber zweifelsohne die Kapelle „Chodovanka“ unter der Leitung von Vlastimil Konrády, die in fünfköpfiger Besetzung gekommen war.
Der Cerchov war lange Zeit ein unerreichbares Ziel
Manuela Schmidt, die Leiterin der Touristinfo hatte auch im Namen von Tonja Bauer die Begrüßung übernommen. Reitmeier brachte seine Freude d zum Ausdruck, seinen aktualisierten Wanderführer vorstellen zu dürfen. Zunächst erzählte er, was ihn im Jahre 2012 bewogen hat, einen Wanderführer zum Cerchov zu machen, mit sieben Touren von der bayerischen und sieben Routen von der tschechischen Seite. Es seien letztlich mehrere Gründe gewesen. Einer davon war es, dass ihn die höchste Erhebung des Böhmischen Waldes/Cesky Les schon immer fasziniert hat.
Dieser sei einerseits so nah gewesen, doch als militärisches Objekt der damaligen Tschechoslowakei sei er letztlich unerreichbar gewesen. Als mit dem Beginn der Samtenen Revolution 1989 der Eiserne Vorhang fiel, sei er mit dem damaligen Bürgermeister Reinhold Macho von Furth im Wald und Franz Thurner bereits im April 1990 das erste Mal am Cerchov gewesen, aber noch rund 300 Meter unterhalb des Gipfels. Ermöglicht habe diesen Besuch damals der Förster Jaroslav Dufek aus Domažlice, der im Dezember 2024 verstorben ist.
Reitmeier erinnerte daran, dass der Touristikclub Domažlice erst am 1. November 1999 einen Teil seines ehemaligen Besitzes auf dem Cerchov zurückbekommen hat, also erst rund zehn Jahre nach der Samtenen Revolution. Ein Jahr später, am 16. Juli 2000, sei der Aussichtsturm, genannt Kurzova Vež/Kurz-Turm, 95 Jahre nach seiner Entstehung wiedereröffnet worden.

Als die ersten Wanderwege zum Cerchov markiert wurden, hätten die Wanderer auf Erkundungstour gehen können. Sehr schnell habe er bemerkt, dass die Wanderwege zum Cerchov einen besonderen Reiz auf ihn ausübten. Das Treffen mit tschechischen Wanderfreuden sei zur Selbstverständlichkeit geworden, trotz Sprachbarrieren seien Freundschaften entstanden. Schnell habe er aber feststellen müssen, dass sich Wanderer von der deutschen Seite bei ihren Touren in Tschechien oft sehr unsicher bewegten, trotz einer hervorragenden und schlüssigen Wanderwegemarkierung im Nachbarland.
Es sei ihm deshalb ein großes Anliegen gewesen, auf einfache und verständliche Weise 14 Wandertouren zu beschreiben. Sie sollten den Wanderern eine Orientierungshilfe sein und deshalb habe er zu den markanten Punkten auch rund 100 Fotos gestellt.
Im Buch stehen nicht nur Touren, sondern auch Sehenswürdigkeiten
Er habe nicht nur die Touren beschrieben, sondern auch über Sehenswürdigkeiten an den Routen informiert. Deshalb sei dieses Buch mehr als ein Wanderführer, denn er gebe auch Aufschluss über diverse Örtlichkeiten, Gedenksteine und Denkmäler. Einen Dank sprach er seinem Freund Jan Benda, dem ehemaligen Leiter der Städtischen Wälder Domažlice aus, der ihn im Verlauf der Jahre zu vielen interessanten Örtlichkeiten geführt und ihm wertvolles Wissen an die Hand gegeben hat.
2012 sei die Vorstellung des ersten Wanderführers erfolgt. Sein Wunsch sei es von Anfang an gewesen, dass es mit diesem Wanderführer gelingt, die Wanderer beider Nationen zusammen zu führen und einen Beitrag zur deutsch-tschechischen Verständigung zu leisten.
Insbesondere beim Touristikclub Domažlice, bei dem er seit dem Jahre 2007 Mitglied bin, sei die Begeisterung für diesen Wanderführer sehr groß gewesen, aber auch bei vielen anderen Tschechen. Der Wunsch nach einer tschechischen Ausgabe sei immer lauter geworden und schließlich Dank Jindriška Stemberová 2013 ins Tschechische übersetzt worden. Zur Aktualisierung des Wanderführers sei es gekommen, als ihn Zuzana Langpaulová informiert hat, dass es der Wunsch des Direktors der Vereinigung der Böhmischen Wälder, Dr. Tomáš Peckert ist, den Wanderführer bis zur Eröffnung der neuen Berghütte am Cerchov im Herbst 2025 zu aktualisieren.
Zukunftsfonds unterstützte Druck des Wanderführers
Reitmeier sagte, dass es ihm von Anfang an klar war, dass ihm die Aktualisierung viel Arbeit bringen wird. Ein großes Anliegen sei es ihm gewesen, dass ein aktualisierter Wanderführer nicht mehr kostet als die erste Fassung, was nicht so einfach war. Dies sei letztlich durch das Engagement des Vereins „Chodsko Žije!“ (Chodenland lebt!) möglich geworden. Kristýna Pinkrová, die für diesen Verein auch das grenzüberschreitende zweisprachige Projekt „Hindle“ leitet, habe es geschafft, einen Zuschuss vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds zu bekommen. Im Rahmen der Eröffnung der neuen Berghütte am 4. Oktober 2025 sei der aktualisierte Wanderführer vorgestellt worden. Dabei habe er die Hoffnung ausgesprochen, dass der Cerchov weiter ein Berg der tschechisch-deutschen Freundschaft und der europäischen Vereinigung bleibt. Zum Abschluss stellte Reitmeier sein Buch mit den 14 Routen noch kurz vor.