Der Silbersee bei Treffelstein ist ein Herzensanliegen von Bürgermeister Heumann

„Mir hat es immer Spaß gemacht!“ Wenn man das nach 36 Jahren in der Kommunalpolitik, davon 18 Jahre als Bürgermeister, sagen kann, dann hat man wohl einiges richtig gemacht. Helmut Heumann sagt das jedenfalls im Brustton der Überzeugung.
Dass er jetzt mit bald 67 Jahren als Bürgermeister aufhören will, versteht wohl jeder. Nur: Ein Nachfolger ist nicht in Sicht. Niemand hat sich für die Kommunalwahl am 8. März als Bürgermeisterkandidat gemeldet. Die Wähler müssen also selber einen Namen finden, den sie auf den Wahlzettel schreiben.
Und wenn das in alter Gewohnheit Heumann ist? Was dann? „Eine Stimme für mich ist eine verlorene Stimme“ sagt Heumann. Das sage er auch jedem, der es hören wolle. „Es gibt keine Möglichkeit, dass ich nochmal überredet werde“, sagt er. Er wolle jetzt Zeit für seine Enkelkinder.
Bei Kindern geht Heumann „das Herz auf“
Aber auch dann hört man wieder den Bürgermeister sprechen. Eines seiner schönsten regelmäßigen Erlebnisse sei immer der Besuch im Kindergarten gewesen. Und wenn dann die Kinder auf ihn zuliefen, „dann geht einem schon das Herz auf“. Helmut und Renate Heumann haben selbst fünf Kinder und viele Enkel, von den der älteste gerade 16 sei. „Wir werden immer Kontakt zu verschiedenen Generationen haben“, sagt Heumann. „Und das wollen wir auch!“
Das wichtigste, was er als Bürgermeister gelernt hat, sei, dass die „Menschen zu einem Vertrauen haben“. Man bekomme im Amt eine Art Vertrauensvorschuss. „Ich habe immer versucht, jedem zu helfen.“ Aber natürlich gebe es auch negative Erfahrungen. Die seien aber die Ausnahme. Weiter nachgebohrt erklärt Heumann, dass die Auseinandersetzungen um einen Handyfunkmast ziemlich schwierig waren. „Da habe ich Erfahrungen gemacht, die ich nicht gebraucht hab!“ Das Wichtigste sei dennoch, dass dieses Projekt „sauber abgearbeitet“ wurde.
Eines seiner Lieblingsprojekte während seiner Amtszeit war der Silbersee. Den Schwarzach-Stausee des Wasserwirtschaftsamtes wollte er ganz klassisch für die Bevölkerung, aber auch für den Tourismus „in Wert setzen“. Die vielen Spaziergänger, denen man dort begegnen kann, zeigen, dass die Arbeit über Jahre ihr Ziel erreicht hat. Am Anfang habe es am Silbersee nur einen Sandstrand gegeben, sagt Heumann. Alles habe 2009 mit dem Rundwanderweg begonnen. „Fast jedes Jahr ist was passiert“, sagt er und zählt auf: Triebwerkskanal, Naschmeile des OGV, WC-Anlage, Kiosk und, und, und. Er selber sei auch oft vor Ort , unter anderem, weil er der Biberbeauftragte sei. Und wenn er dabei „Urlauber und Einheimische treffe, habe ich schon das Gefühl, es hat sich rentiert“.
Doch bevor wir zu weiteren Projekten kommen, die Heumanns Handschrift tragen, geht der erst einmal auf seinen Vorgänger Hans Wallner ein. Der habe mit der Wasserversorgung den Grundstein gelegt, auf dem er aufbauen habe können. Dafür sei er sehr dankbar gewesen. Und auf die Investitionen im Vorjahr könnten wiederum seine Vorgänger aufbauen.
Um die Sanierung des Drachenturms habe man „acht Jahre gekämpft“. Mit Hilfe des Aktionsbündnisses Cerchov und des Förderprogrammes Aussichtspunkte sei dies gelungen. Dass das Infozentrum dabei mit verwirklicht werden konnte, sei „eine der besten Entscheidungen“ gewesen. Hier dankt Heumann ausdrücklich der früheren Projektmanagerin Ines Niedziella.
Bisher „nur“ auf den Weg gebracht ist das Dorfzentrum von Treffelstein. Es soll Heim für fünf Vereine und den Dorfladen werden. Zusätzlich werden MuKi-Gruppe und Jugendraum untergebracht. Im geplanten Treff für Senioren sieht Heumann auch eine Aufgabe für sich. Hier würde er gern an den in Treffelstein geborenen Alfons Haseneder erinnern, der das Bauernmuseum in Perschen mitaufgebaut habe. Zum Beispiel könnte man die örtlichen Sagen und Märchen, die Haseneder gesammelt hatte, vorlesen. Angesichts der Planungen zum Dorfzentrum sagt Heumann: „Als Bürgermeister muss man immer Visionär sein und Mut haben. Aber dafür baucht man gute Weggefährten. Der Bürgermeister kann es nicht allein.“ Deswegen wünsche er sich auch, dass es bald wieder zwölf Sitze im Gemeinderat gibt, wenn die Einwohnerzahl über 1000 wächst.
Angesichts des noch fehlenden Nachfolgers sagt Heumann gern: „Noch nie war es so leicht, in Treffelstein Bürgermeister zu werden.“ Damit meint er nicht nur die guten Wahlchancen, sondern auch, dass er seinen Nachfolger oder seine Nachfolgerin gerne mit seinem Wissen unterstützen werde. Eines werde er aber sicher nicht tun: sich einmischen.
Sehr glücklich über Verkauf des Katharinenhofes
„Sehr glücklich“ hat Heumann zum Ende seiner Amtszeit gemacht, dass der Verkauf des Hotels Katharinenhof gelungen sei. Zur Zeit des Betriebes vor zwei Jahrzehnten habe es rund 12 000 Übernachtungen gegeben und die Besucher seien von gar nicht so weit hergekommen – meist aus dem Raum Nürnberg, erinnert sich Heumann. Wenn das mit der Wiedereröffnung wieder so werde, dann stünde Treffelstein ein enormer touristischer Aufschwung bevor. Und mit dem Silbersee und dem Drachenturm habe man jetzt auch attraktive Ziele in der Gemeinde.