Millionenschwere Sanierung der Jugendbildungsstätte in Waldmünchen steht bevor

Von Martin Hladik · 28. März 2026 um 15:00

Die Jugendbildungsstätte Waldmünchen ist für den Außenstehenden ein durchaus kompliziertes Konstrukt. Ein Zweckverband aus der Stadt Waldmünchen und dem Landkreis Cham kümmert sich um die Gebäude, während den Betrieb im Wesentlichen der Bezirk zusammen mit KAB und CAJ in einer gGmbH finanziert.

Am Freitag tagte jetzt der für die Gebäude zuständige Zweckverband in Waldmünchen. Obwohl nicht direkt im öffentlichen Teil der Sitzung verankert, klang die anstehende große Sanierungsmaßnahme in der Jugendbildungsstätte in den Wortäußerungen der Teilnehmer immer wieder an. So beschrieb Landrat Franz Löffler in seiner Rolle als stellvertretender Verbandsvorsitzender, dass die Sanierung der Zimmer in dem historischen Gebäude anstehe. Sie hätten noch die Ausstattungsmerkmale der 80er Jahre. Jetzt müssten Toiletten und Duschen in die Zimmer eingebaut werden. Dies werde einen Aufwand von mehreren Millionen Euro bedeuten.

Vor 2028 wird es wohl nicht zu einer Sanierung kommen

Der erste Schritt dazu sei die Planung, machte Bürgermeister Markus Ackermann deutlich. Dazu werde man zunächst einen Architekten nach einer europaweiten Ausschreibung finden müssen. Der eigentliche Beginn der Arbeiten könnte, so Schätzungen, 2028 erfolgen. Das wird aber nicht mehr Sache von Ackermann und Löffler sein. Auch dies machte Ackermann deutlich. Für beide sei die aktuelle 75. Sitzung des Zweckverbandes die letzte Sitzung, weil sie aus ihren Ämtern scheiden. Eine Verabschiedung werde wahrscheinlich in einer Sitzung Mitte des Jahres passieren.

Formell der wichtigste Bestandteil der Sitzung war die Jahresrechnung, deren unbeanstandete Prüfung und die Entlastung des Vorsitzenden. Das geschah ohne Gegenstimme und Diskussion. Ackermann machte deutlich, dass mit den 100 000 Euro im Verwaltungs- und der gleichen Summe im Vermögenshaushalt sehr sparsam umgegangen wurde, so dass erneut 73 000 Euro den Rücklagen zugeführt werden konnten. Damit hat der Zweckverband insgesamt 370 000 Euro auf der hohen Kante, was für den Umbau wichtig ist. Hier erwartet Ackermann zwar hohe Zuschüsse, aber dennoch werden Stadt und Landkreis für den Zweckverband hohe Summen aufbringen müssen. Die Gebäudlichkeiten der Jugendbildungsstätte werden mit insgesamt 10 Millionen Euro bewertet. Der neue Haushalt für 2026 hantiert mit den gleichen Summen wie bisher und hat wiederum das Volumen von 200 000 Euro.

Zur Sitzung des Zweckverbandes gehört auch der Bericht des Betriebsträgers, den Geschäftsführer Johannes Himmelhuber vortrug. Er stellte heraus, dass 2025 für die Jugendbildungsstätte ein „stabiles Jahr“ mit etwas mehr Übernachtungen war. Über 50 Prozent der Belegungen hat die JuBi dabei durch eigene Veranstaltungen generiert. Die Zahl der Gastbelegungen habe sich stabilisiert. Allerdings gebe es einen Trend, der Himmelhuber beunruhigt: Viele Schulen buchten nicht mehr einen 5-Tage-Aufenthalt, sondern einen 3-Tages-Aufenthalt. Begründet werde dies mit den Kosten. Die Folge sei allerdings, dass die Bildungsmaßnahmen nicht den Erfolg haben, den sie bei einem längeren Aufenthalt hätten. Die prozentual größte Belegung erfolgt durch die Berufsbezogene Bildung, an zweiter Stelle steht die gruppenbezogene Jugendarbeit. 2026, so Himmelhuber, wolle man sich zusätzlich mit dem Thema Künstliche Intelligenz (KI) beschäftigen, um auf eine im Jugendbereich stark diskutierte Entwicklung einzugehen.

Europäische Jugendwoche fällt heuer aus

Eine negative Nachricht sei, dass heuer die Europäische Jugendwoche ausfallen müsse. Der Träger, das Franziskanische Bildungswerk, konnte das Defizit nicht mehr übernehmen, aber die Vorlaufzeiten für eine Förderung über andere Quellen habe nicht mehr gereicht, sagte Himmelhuber. 2027 solle es die Jugendwoche wieder geben.

Auch inteessant: Löffler hält in Waldmünchen „aufrüttelnde Rede“ zu Wirtschaft und Verteidigung

Den Ausfall der Jugendwoche bedauerte insbesondere Manfred Ruhland, der sofort Löffler aufforderte, finanziell mit Bezirks- oder Landkreismitteln in die Bresche zu springen. Ein Ansinnen, das Löffler ablehnte, allerdings nicht, ohne vorher die Bedeutung der außerschulischen Bildung hervorzuheben. Dennoch wies er auf die beschränkten Mittel des Staates hin. Es gelte jetzt, nicht Einzelmaßnahmen zu fördern, sondern insgesamt eine Schieflage zu verhindern. Die JuBi sei „ein Glücksfall für Waldmünchen“

Auch Ackermann betonte den Wert der Bildung. Der werde in Waldmünchen hoch gehalten. Die Reduzierung der Aufenthaltstage durch die Schulen sei gefährlich.