Löffler hält in Waldmünchen „aufrüttelnde Rede“ zu Wirtschaft und Verteidigung

Ungewöhnlich emotional und engagiert war die Rede von Landrat Franz Löffler. Bürgermeister Markus Ackermann bezeichnete sie später als „aufrüttelnd“. Löffler zeichnete dabei nach, dass er sich Sorgen um die Wirtschaftskraft mache. Er zeigte aber auch Wege, wie er dieses Problem regional angehen würde.
Zunächst ging Löffler aber darauf ein, dass er und Ackermann diesmal ihre jeweils letzte Rede als Bürgermeister und Landrat beim Jahresempfang in Waldmünchen halten. „Nächstes Jahre werden es andere sein“, sagte Löffler.
Da Löffler vor dem Landratsposten Bürgermeister in Waldmünchen war, erinnerte er an die ersten Jahresempfänge im Perlseerestaurant und später in der TV-Halle. Jetzt habe man den „tollen Rahmen“ in der Dreifach-Turnhalle. Als Landrat kenne er viele Jahresempfänge und alle hätten ihren eigenen Flair. Hier in Waldmünchen seien es die Trenckfanfaren und ein Künstler wie Lomax, der live ein Bild male.
Waldmünchen sei eine „funktionierende und attraktive Gemeinschaft“, stellte Löffler fest. Seit seinen Anfängen seien die Arbeitsplatzzahlen deutlich gewachsen und das trotz Verlusten von Firmen wie rational. Der Standort sei für „Firmen attraktiv“. Das sehe man auch an der auf 3,2 Millionen Euro gestiegenen Gewerbesteuer. Könne dies aber vor der gerade entstehenden neuen Weltordnung helfen, fragte Löffler rhetorisch. Bisher hätten Staaten untereinander ihre territoriale Souveränität respektiert. Das sei unter Trump nicht mehr so. Die Stabilität der NATO stehe auf dem Prüfstand. Er habe kürzlich mit dem ukrainischen Generalkonsul gesprochen, und der habe ihm erklärt, je länger der Krieg in der Ukraine andauere, desto westlicher werde die Grenze sein. Vor diesem Hintergrund verteidigte Löffler den Anstieg der Verteidigungsausgaben auf 3,5 Prozent des Bruttosozialprodukts (BIP). Russland habe längst auf Kriegswirtschaft umgestellt, sagte Löffler. Hier gingen 50 Prozent des BIP in die Armee, aber auch in die Depots. Aber nicht, um dort zu bleiben, sondern um für weitere Kriege zur Verfügung zu stehen. Vor diesem Hintergrund müsse unsere Verteidigungsfähigkeit wachsen.
Wirtschaftlich gehe es dem Landkreis herausragend, aber bei einer Exportquote von 50 Prozent werde sich der Abschwung der Weltwirtschaft auf den Landkreis auswirken. Um die Wirtschaft zu stärken, müssten die Steuern für Unternehmen runter, ebenso die Lohnnebenkosten, die Energie müsse billiger und die Bürokratie weniger werden.
Hier verwies Landrat Löffler auf das Konzept regionaler Energieerzeugung und -verkauf durch die Regionalwerke. Wegfallende Arbeitsplätze könne man durch vermehrte Anstrengung auf dem Campus mit KI und Robotik „ausgleichen“. Deswegen sei ein Gründerzentrum beim Campus in Cham wichtig.