Wir müssen runter vom Sofa! Warum uns der Bürgermeister von Waldmünchen ermahnt

„Wir müssen runter vom Sofa“, mit dieser deutlichen Aufforderung angesichts der veränderten Weltlage schloss Bürgermeister Markus Ackermann die Reden des Jahresempfangs 2026 in der Dreifachturnhalle Waldmünchen ab. Und natürlich war der Empfang mehr als die durchaus eindringlichen Reden von Ackermann und Landrat Franz Löffler. Wie bei jedem dieser Empfänge: Der informelle Teil vor und nach den Reden, die Gespräche untereinander und das Kontakte halten und knüpfen waren mindestens ebenso wichtig wie der offizielle Teil.
Zunächst zur Rede von Ackermann. Der stellte seine Ansprache unter das Grundthema von „Zuversicht und Zusammenhalt“. Beide seien die Grundlage, um die anstehenden Probleme zu lösen. Dabei konzentrierte sich Ackermann auf den Zusammenhalt in der Stadt Waldmünchen. Sein Fazit: Die „Waldmünchner haben den Zusammenhalt“. Und das sei ein „Grund zur Zuversicht“.
Kein Grund, auf Angstmacher und Schwarzmaler zu hören
Gleich mehrfach hatte Ackermann dies in seiner Rede mit dem Erhalt der demokratischen Institutionen verknüpft. Es gebe „keinen Grund, auf Angstmacher und Schwarzmaler zu hören. Seien wir also nicht genervt, frustriert oder empört, wenden wir uns nicht ab, sondern stehen wir als Demokraten zueinander.“
In den Gemeinden würde sachlich und mutig um Entscheidungen gerungen. „Waldmünchen kann sich daher glücklich schätzen, einen fleißigen und engagierten ehrenamtlichen Stadtrat zu haben, der sich nicht in profilneurotischen, parteipolitischen, ideologischen oder gar radikalen Fassaden- oder Grabenkämpfen und Zwistigkeiten aufreibt.“
Besonders eindrücklich wurde Ackermanns Analyse des Zusammenhalts in Waldmünchen allerdings, als er über die „Blaulichtfamilie“ sprach. Hier war auch eine der wenigen Stellen, wo er von seinem Redemanuskript abwich. Der Bürgermeister schilderte nochmals das „strukturierte, vernünftige und überlegte“ Vorgehen der Einsatzkräfte beim Kläranlagenunfall und beim Brand der Bäckerei Phillips. Und an dieser Stelle spendete das Publikum auch einen spontanen und kräftigen Zwischenapplaus.

Bei den Sportvereinen hob Bürgermeister Ackermann besonders das Engagement der Ski- und Radsportabteilung des TV heraus. Mit der sommerlichen Radrundfahrt und dem Betrieb des Skilifts in Althütte tue diese viel für die Allgemeinheit. Ähnliches stellte er für die Eisstockschützen mit ihrer Eisfläche, den Museumsverein mit den Freilegungen der Waldmünchner Keller und das Mehrgenerationenhaus fest. Am Anfang seiner Rede gab Ackermann – wie bei Jahresempfängen gewohnt – einen Rück- und Ausblick auf das Geschehen in der Stadt. Auch hier ging er kurz auf die Kommunalwahl ein. Neben der Wahlaufforderung an die Bürger wünschte sich Ackermann „einen besonnenen und sachorientierten Stadtrat“.
Die wirtschaftliche Situation der Stadt habe sich „nicht verschlechtert“, sagte Ackermann. Aber er vermisste Investitionen und sah eine „vorsichtige Personalpolitik“. Im Gewerbegebiet Schwarzach hätten die Firma ehb und die Firma Streicher ihre Arbeit aufgenommen. „Erleichtert“ sei er, dass die Stoll Electronic in Ast von Elotec Fischer aus Furth im Wald übernommen wurde. Ackermann ging nochmals kurz auf den „katastrophalen Brand“ bei der Bäckerei Phillips ein, und dem folgenden Geschäftsbetrieb im Gründerzentrum. Ebenso freute sich der Bürgermeister über die Wiederbelebung der Gaststätte Schwan und über den stetigen Anstieg von Übernachtungs- und Gästezahlen.
Mittagsbetreuung und Ortsdurchfahrt Geigant
Zum Thema Bildungsstandort ging Ackermann auf die gute Ausstattung der Schulen ein und verwies auf den fast abgeschlossenen Umbau der Ganztagsbetreuung in Geigant und das anstehende 2-Millionen-Euro-Bauprojekt für die Ganztagsbetreuung in Waldmünchen, „sobald es die Witterung zulässt“. Zum guten Ruf Waldmünchens als Bildungsort trage die Jugendbildungsstätte bei, für die eine Sanierung anstehe. Als „irritierend“ empfand es Ackermann, dass an der Technikerschule heuer die Bewerber für Umwelttechnik gefehlt hätten.
Städtebaulich freut sich Markus Ackermann auf die Fertigstellung des Saubrunnenplatzes und auf die „diesjährige“ Entscheidung zur Veranstaltungshalle. Weiter seien in diesem Jahr der dritte Bauabschnitt in Geigant, der Aufzug im Rathaus, eine Halle für den Bauhof und der Radweg von Katzbach nach Balbersdorf geplant.